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Tag der Zahngesundheit 2021: Gesund beginnt im Mund – Zündstoff!

Der Tag der Zahngesundheit weckt an jedem 25. September die Aufmerksamkeit für ein wichtiges Thema rund um Mund und Zähne. Das diesjährige Motto lautet "Gesund beginnt im Mund – Zündstoff!". Im Mittelpunkt des Aktionstages und vieler Veranstaltungen steht in diesem Jahr eine Erkrankung, von der Millionen Deutsche betroffen sind – oft, ohne es überhaupt zu bemerken: die Parodontitis. 

Der Tag der Zahngesundheit

Der Aktionskreis Tag der Zahngesundheit konstituierte sich im Herbst 1990 und macht seitdem in Ländern, Städten und Gemeinden auf die Bedeutung einer guten Mundgesundheit aufmerksam. Rund 30 Mitglieder aus Gesundheitswesen und Politik bilden den Aktionskreis, entscheiden über das jährlich wechselnde Motto und koordinieren die bundesweiten Events. Die Aufklärung über Zahn- und Kiefererkrankungen, die Förderung der Eigenverantwortung und die Verhütung von Zahnerkrankungen stehen dabei im Vordergrund. Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen wird jedes Jahr am 25. September eine andere Zielgruppe in den Fokus des Aktionstages gestellt. Auch auf Twitter, Instagram und Facebook informiert der Arbeitskreis über das jeweilige Thema.  

Parodontitis – Zündstoff für die Zahngesundheit

Das Motto Zündstoff ist passend gewählt: Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Parodontitis, einer bakteriellen Infektion des Zahnhalteapparats. Bleiben erste Anzeichen wie Zahnfleischbluten (Gingivitis) auf Dauer unbehandelt, bilden sich tiefe Zahntaschen und das Zahnfleisch liegt nicht mehr fest am Zahn an. Bakterien können in diese Zahnfleischtaschen eindringen und sich ungehindert vermehren, da eine gründliche Reinigung dort weder mit der Zahnbürste noch mit Zahnseide möglich ist. Mit fortschreitender Erkrankung zieht sich das Zahnfleisch immer mehr zurück, und die Zahnhälse werden sichtbar. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem bei einem strahlenden Lächeln, denn die Entzündung greift das Gewebe und den Kieferknochen an. Die Folge: Der Knochen baut sich allmählich ab, die Zähne verlieren den Halt und drohen auszufallen. Patienten bemerken den Verfall ihres Zahnhalteapparats oft gar nicht, da die Infektion meistens schmerzlos und schleichend voranschreitet. 

Folgeerkrankungen und Wechselbeziehungen

Als wären drohender Zahnverlust und zurückgehendes Zahnfleisch nicht schon schlimm genug, kann eine Parodontitis auch noch gefährliche Folgen für den gesamten Organismus haben. Entzündungsstoffe und Bakterien gelangen über den Blutkreislauf in andere Körperregionen und verursachen dort häufig gesundheitliche Probleme. Medizinische Studien zeigen den Zusammenhang zwischen einer Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen und Schwangerschaftskomplikationen. Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma oder chronische Atemwegserkrankungen stehen in Wechselbeziehungen zu einer Parodontitis und begünstigen sich gegenseitig. 

Lesen Sie dazu auch unseren DentNet Ratgeber Artikel: Mundgesundheit: die Verbindung zwischen Mund und Körper

Gute Mundhygiene = gute Zahngesundheit

Für die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch ist konsequente Pflege wichtig, das gilt für Kinder, junge Menschen und ältere Generationen gleichermaßen. Eine Zahnfleischentzündung muss sich nicht unbedingt zu einer Parodontitis entwickeln. Dafür müssen Zähne und Zahnfleisch von bakteriellem Zahnbelag befreit werden. Zweimal täglich gründlich Zähneputzen, mindestens einmal täglich die Zahnzwischenräume reinigen und regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt beugen einer Entzündung des Zahnbetts vor. Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) in der Praxis entfernt alle festsitzenden Zahnbeläge, Verfärbungen und Zahnstein und ergänzt das Pflegeprogramm. Im DentNet bekommen Sie die PZR übrigens unter bestimmten Voraussetzungen kostenfrei.

Seit Juli 2021: Neue Kassenleistungen in der Parodontitis-Therapie

Zum 1. Juli 2021 haben die gesetzlichen Krankenkassen ihren Leistungsbereich in der Parodontitisbehandlung erweitert. Alle zwei Jahre bezahlen sie die Messung der Zahntaschentiefe. Beträgt der gemessene Wert des Parodontalen Screening Index (PSI) 4 mm oder mehr, ist die Entzündung des Zahnhalteapparats behandlungsbedürftig. Nicht nur die akute Behandlung, sondern auch die Vor- und die langfristige Nachbehandlung einer schweren Parodontitis gehört jetzt zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherer. Im Rahmen der Unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) kontrolliert der Zahnarzt nach einer erfolgten Therapie ein- bis dreimal im Jahr die Mundhygiene und die Zähne, verbliebene Zahntaschen werden professionell gereinigt. Patienten müssen selbst aktiv für ihre Zahngesundheit mitarbeiten und werden dazu angeleitet. Die aufwändige und langwierige Therapie muss auch weiterhin mit einem Heil- und Kostenplan bei der Krankenkasse beantragt werden, um die Kostenübernahme zu gewährleisten.   

Fazit

Gesund beginnt im Mund – eine gute Mundgesundheit verhindert auch Erkrankungen an anderer Stelle. Die Auswirkungen einer Parodontitis beschränken sich nicht nur auf den Mund. Der Tag der Zahngesundheit erinnert jährlich daran, wie wichtig eine gute Zahnpflege und Vorsorge für gesunde Zähne und einen gesunden Körper ist. Denken Sie also nicht nur am 25. September 2021 daran, dass eine Parodontitis der Zündstoff für böse Folgeerkrankungen sein kann und besuchen Sie doch mal wieder Ihren Zahnarzt.