• Zahnerhaltung

Drogenkonsum und schlechte Zähne – wie hängt das zusammen?

Wer Drogen konsumiert, verspricht sich davon eine gewisse Wirkung auf Körper und Geist. Psychotrope Substanzen – also Stoffe, die auf das Zentrale Nervensystem wirken – können vorübergehend entspannen, Angst lösen, aufputschen, euphorisieren, Hunger und Durst vergessen lassen oder Halluzinationen hervorrufen. Dazu gehören nicht nur Psychopharmaka oder Opiate, die legal beim Arzt verschrieben werden, sondern auch Alkohol, Nikotin und illegale Drogen wie Kokain, Heroin, Cannabis und das berüchtigte Crystal Meth. Besonders einige unter ihnen haben neben den schädlichen Auswirkungen auf Körper und Organe auch verheerende Folgen für die Zähne

Warum schädigt der Konsum von Drogen die Zähne?

Es ist nicht zwangsläufig die Substanz selbst, die für die Mundgesundheit so katastrophal ist. Die Wirkung von Drogen auf die Psyche und den Körper beeinflusst jedoch auch das Verhalten und die Wahrnehmung des Konsumenten. Wenn zum Beispiel das natürliche Durstgefühl unterdrückt wird, trocknet der Körper aus, und auch der Speichelfluss reduziert sich durch die Rauschmittel.

Entwickelt sich bei regelmäßigem Drogenkonsum eine Abhängigkeit, kann der Alltag des Konsumenten davon so sehr bestimmt werden, dass Körper- und Zahnpflege vernachlässigt werden oder ganz wegfallen. Nicht selten führt der übermäßige Konsum von Drogen zu Krankheit, sozialer Isolation und allgemeiner Verwahrlosung. Als Nebenwirkung des Rauschs entsteht häufig ein großes Verlangen nach Süßigkeiten oder zuckerhaltigen Getränken. Wenn schlechte Mundhygiene und Mundtrockenheit noch mit Säureangriffen durch Zucker kombiniert werden, kann kaum ein Zahn überleben.

 

Auch "weiche" Drogen können Zähne zerstören

Das Nikotin in Zigaretten ist stark suchterzeugend, der Tabakrauch enthält unzählige krebserregende Bestandteile und beeinträchtigt die Durchblutung des Weichgewebes. Das begünstigt Erkrankungen des Zahnhalteapparats und chirurgische Misserfolge. 

Alkohol reizt die Schleimhäute im Mund. Er erzeugt ein saures Milieu in der Mundhöhle, greift den Zahnschmelz an und erhöht das Risiko für Parodontitis und Mundkrebs. Das gilt besonders bei gleichzeitigem Tabakgenuss. Da alkoholische Getränke oft Zucker enthalten, demineralisieren sie den Zahnschmelz zusätzlich. Und wer viel zu viel getrunken hat, muss sich erbrechen – die scharfe Magensäure ist eine zusätzliche Belastung für die Zähne.   

Cannabis (Marihuana), der Rauschstoff aus der Hanfpflanze, schädigt bei regelmäßigem Konsum vor allem das Zahnfleisch. Häufig rauchen Cannabiskonsumenten ihr Gras oder Haschisch in einer Tabakmischung, und die schädlichen Auswirkungen von Tabak kommen noch hinzu. Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass der Genuss von Marihuana die Entstehung von Zahnfleischerkrankungen und Parodontitis begünstigt. Marihuana fördert den Appetit und die Lust auf Süßes, gleichzeitig neigen "Kiffer" häufiger zu nachlässiger Zahnpflege. Diese Kombination kann für die Zähne schnell zum Problem werden.

Was versteht man unter einem Meth Mouth?

Der Begriff steht für den katastrophalen Zustand der Zähne bei Crystal Meth Süchtigen und wurde in den USA schon 2005 erstmalig in der Fachliteratur genannt. Crystal Meth (Methamphetamin) gilt als eine der gefährlichsten illegalen Drogen auf dem Markt. Es ist preiswert, leicht herzustellen und wird geschnupft, geraucht oder gespritzt. Die synthetische Substanz wirkt sofort, macht extrem schnell süchtig und verwüstet die Haut und den Körper. Der körperliche Verfall ist nach außen deutlich sichtbar: Meth-Süchtige altern vorzeitig. Die Entzugserscheinungen nach dem High beschreiben viele Konsumenten als unerträglich.

Crystal Meth ist auch dafür bekannt, dass es schon nach kurzer Zeit die Zähne stark zerstört. Das Rauschmittel enthält roten Phosphor und Ammoniak, die den Zahnschmelz direkt angreifen und erodieren lassen. Regelmäßige Konsumenten der Droge leiden unter grassierender Karies, Zahnfleischentzündungen, Bruxismus, Parodontitis und Zahnausfall. Da die CM Konsumenten dazu neigen, begleitend noch andere Drogen zu sich zu nehmen, erzeugen diese Stoffe noch zusätzliche Zahnschäden.

Loch im Gaumen durch Kokain

Die Partydroge Kokain macht wach, kommunikativ und euphorisch, Schlafbedürfnis und Hungergefühl werden praktisch ausgeschaltet. Eine psychische Abhängigkeit entsteht sehr schnell. Das weiße Pulver verengt die Gefäße stark und erhöht den Blutdruck, die Herzfrequenz und die Körpertemperatur auf ein gefährliches Maß. Das schädigt den Herzmuskel und die Blutgefäße, das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Der Zahnschmelz wird angegriffen, viele Kokainschnupfer leiden außerdem unter Karies und Bruxismus (Zähneknirschen). Da die Substanz meistens geschnupft wird, kommen Nasen- und Rachenraum direkt mit dem Kokain in Kontakt. Das hat bei häufigem Konsum schwere körperliche Symptome: Das Gewebe der Mund- und Nasenschleimhaut wird zerstört, Geruchs- und Geschmackssinn gehen verloren, und bei einigen Drogenabhängigen entstehen sogar große Löcher im harten Gaumendach.  

Fazit

Der Wunsch, der harten Realität für eine Weile entfliehen zu wollen, ist bei vielen Menschen vorhanden. Legal oder illegal, die dafür verwendeten Substanzen haben vor allem bei unverhältnismäßigem Gebrauch immer Konsequenzen: auf die Zähne, auf den Körper und auf das ganze Leben. Achten Sie auf eine gute Mundhygiene und nehmen Sie die Termine zur Zahnvorsorge bei Ihrem Zahnarzt in der Praxis regelmäßig wahr.