Schiefe Zähne – müssen sie korrigiert werden?

Schiefe, falsch ausgerichtete Zähne sind häufig bei Erwachsenen und Kindern. Aber nicht immer ist es notwendig, diesen Umstand zu behandeln. Zähne, die nicht perfekt ausgerichtet sind, sind einzigartig und sehr individuell. Oftmals verleihen genau diese schiefen Zähne Ihrem Lachen Persönlichkeit und Charme. Vielleicht erinnern Sie sich, dass Prominente wie David Bowie, Morgan Freeman, Nicole Kidman, Tom Cruise, Charlie Sheen oder Miley Cyrus zu Beginn Ihrer Karriere keineswegs ein perfektes Gebiss hatten. Einige von ihnen haben ihre Zähne im Laufe ihrer Karriere korrigieren lassen. Der deutsche Schauspieler Jürgen Vogel oder die Moderatorin Sabine Heinrich haben hingegen Ihre vermeintlichen Makel zum Markenzeichen gemacht und sind dadurch auf Ihre Art und Weise unverwechselbar.

Gründe für das Ausrichten Ihrer Zähne wären jedoch, wenn Sie mit Ihrem Aussehen unzufrieden sind, die krummen Zähne Sie beim Sprechen behindern oder durch die Zahnfehlstellungen gesundheitliche Probleme und Schmerzen im Kiefer entstehen. 

Welche Gründe gibt es für schiefe Zähne?

Es gibt verschiedene Ursachen, warum die Zähne bei einigen Menschen schief, überlappend oder verdreht wachsen. Oft ist der Kiefer einfach zu klein für die Anzahl der Zähne, die dort versuchen, sich Ihren Platz zu sichern. Dann kommt es zu Verschiebungen und Fehlstellungen durch Verdrängung auf engstem Raum.

Andere Probleme können durch unterschiedlich große Unter- und Oberkiefer entstehen, was zu einem Unter- oder Überbiss führen kann. Ein Unterbiss oder Überbiss wird durch Vererbung weitergegeben, genau wie die Farbe der Augen oder die Größe der Hände. Ein falsch ausgerichteter Biss zwischen Ober- und Unterkiefer kann ebenfalls durch den frühen Verlust von Milchzähnen oder Erwachsenenzähnen verursacht werden, durch unsachgemäßem Sitz von Zahnersatz und Zahnrestaurationen, Zahnfleischerkrankungen, übermäßigen Druck auf Zähne und Zahnfleisch, Verletzungen des Kiefers, sowie Tumore im Mund und Kieferbereich. Bei Kindern können das Daumenlutschen, Zungenstoßen oder der Gebrauch eines Schnullers oder einer Nuckelflasche über das dritte Lebensjahr hinaus für mundgesundheitliche Probleme sorgen. 

Welche Probleme können bei schiefen Zähnen und falsch ausgerichteten Bissen entstehen?

Krumme und schiefe Zähne und falsch ausgerichtete Bissstellungen können Folgendes bewirken:

  • das gründliche Kauen von Nahrungsmitteln kann erschwert sein
  • die Zahnpflege kann behindert werden, so dass sich das Risiko für Karies und Gingivitis erhöht
  • durch die Überlastung von Zähnen, Kiefer und Kiefermuskulatur kann es zu erhöhtem Verschleiß und Zahndefekten bis hin zum Bruch kommen
  • Menschen können aufgrund von Zahnfehlstellungen weniger selbstbewusst sein, sich zurückziehen und soziale Kontakte meiden
  • wenn Ihre Zähne falsch ausgerichtet sind, kann es auch zu Sprachproblemen kommen

In der Regel wird Ihr Zahnarzt Sie bei schwerwiegenden Zahnfehlstellungen an einen Kieferorthopäden überweisen, der sich auf die Behandlung von schiefen Zähnen spezialisiert hat. Die moderne Kieferorthopädie behandelt Fehlstellungen mit Zahnspangen, die durch aufgeklebte Brackets auf den Zähnen und einem durchgezogenen Draht die Zähne in die richtige Position bringen. Feste oder herausnehmbare Zahnspangen korrigieren die Zähne während der Tragedauer. In weniger schwerwiegenden Fällen kann Ihr Zahnarzt auch eine Behandlung mit einer Zahnkorrekturschiene begleiten.

Welche Möglichkeiten habe ich, um meine Zähne zu korrigieren?

Sobald der Kieferorthopäde eine Diagnose gestellt hat, können sie die verschiedenen Behandlungsmethoden zusammen mit ihm besprechen. Bei einigen Patienten reicht es schon aus, die neue Position der Zähne mit einer losen Zahnspange zu stabilisieren. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ein Zahn oder mehrere Zähne gezogen werden müssen, damit im Kiefer der erforderliche Platz geschaffen wird. Für die meisten Menschen sind festsitzende Zahnspangen notwendig, um das Problem zu beheben. Das gilt für die kieferorthopädische Frühbehandlung bei Kindern wie auch für die Behandlung von Erwachsenen. In extremen Fällen ist ein operativer Eingriff am Kieferknochen nötig, um einen starken Überbiss oder Unterbiss zu beseitigen.

Sollten schiefe Zähne gerichtet werden?

Die Entscheidung, krumme Zähne zu korrigieren, ist vor allem eine persönliche Entscheidung. Schiefe Zähne können unvergesslich und einzigartig sein. Bei vielen Models gelten schiefe Zähne als Schönheitsideal. In Japan gelten leicht gekrümmte Eckzähne als gewünschtes Attribut, um die Attraktivität zu steigern, vor allem bei Frauen.

Ein weiteres Argument kann die Finanzierbarkeit der Maßnahme sein. Zahnkorrekturschienen und kieferorthopädische Behandlungen müssen im Erwachsenenalter selbst finanziert werden. Nur die kieferorthopädische Behandlung von Kindern wird von der Krankenkasse übernommen. Die Behandlung kann bis zu drei Jahren dauern.

Gesundheitliche Probleme – zum Beispiel bestehende Erkrankungen – können ebenfalls die Entscheidung beeinflussen.

Welche Arten von Zahnspangen oder Zahnkorrekturschienen gibt es?

Die feste Zahnspange aus Metall

Feste Metallhalterungen (Brackets) werden auf den Zähnen befestigt. Ein Bodendraht aus Metall verbindet die Brackets und sorgt für den allmählichen Richtungswechsel der Zähne. Diese festsitzenden Zahnspangen sind meistens die bevorzugte Wahl für Personen mit komplexeren Zahnfehlstellungen.

Die dreidimensionale Zahnregulierung mit Brackets aus Metall wurde zum ersten Mal 1916 von Edward H. Angle entwickelt. Inzwischen werden deutlich kleinere Brackets (Mini-Brackets) verwendet. Gewöhnlich werden die Metallhalterungen aus rostfreiem Edelstahl hergestellt; es gibt sie aber auch aus Gold, Titan, Komposit oder – fast unsichtbar – aus zahnfarbener Keramik. Die Gummis, mit denen der Bogendraht in den Brackts verankert wird, gibt es in verschiedenen Farben, ganz nach persönlichem Geschmack.

Die feste Zahnspange aus Keramik

Der Hauptunterschied zur Zahnspange aus Metall liegt darin, dass die Brackets auf den Zähnen transparent oder zahnfarbend sind und deshalb nicht so auffallen wie die Zahnspangen aus Metall. Ansonsten ist die Behandlungsmethode dieselbe.

Unsichtbare Zahnspangen/Zahnkorrekturschienen

Unsichtbare Zahnspangen wie Invisalign oder iStraight sind nahezu unsichtbar. Leichte bis mittlere Zahnfehlstellungen bei Teenagern und Erwachsenen können mit diesen Zahnschienen unauffällig korrigiert werden.

Die durchsichtigen Kunststoff-Aligner sind exakt auf Ihre eigenen Zähne angepasst. Sie passen wie ein Mundschutz über jeden Zahnbogen und werden alle paar Wochen durch eine neue Schiene ersetzt. Dadurch kann eine sanfte Drehung der Zähne bewirkt werden. Schwerwiegende Zahn- oder Kieferfehlstellungen können durch die Zahnkorrekturschienen nicht behoben werden.

Fazit:

Schiefe Zähne sind ein betreffen viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie müssen nicht zwangsläufig behandelt werden, es sei denn, sie verursachen Gesundheitsprobleme oder Probleme mit dem Selbstwertgefühl.

Die Entscheidung, krumme Zähne zu korrigieren, treffen Sie immer mit Ihrem Zahnarzt. Eine Zahnkorrektur aus rein ästhetischen Gründen ist eine Privatleistung, die von Ihnen selbst getragen werden muss. Wenn zu hohe Kosten ein Problem darstellen, sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Behandlung zu finanzieren.