THIS IS THE PAGE RENDERED

Eingerissene Mundwinkel (Rhagaden): Ursachen, Symptome und Behandlungstipps

Erfahren Sie, warum eingerissene Mundwinkel (Rhagaden) entstehen und welche Ursachen, Symptome sowie wirksamen Behandlungstipps es gibt. Schmerzhafte Risse in den Mundwinkeln – medizinisch Mundwinkelrhagaden genannt – sind mehr als nur ein kleines Hautproblem. Sie können beim Lächeln, Essen, Sprechen oder Küssen brennen und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Umso belastender ist es, dass sie oft auch optisch stören. Umgangssprachlich sind die Einrisse als „Faulecken“ bekannt.

  • Doch was führt eigentlich dazu, dass die Haut in den Mundwinkeln einreißt?
  • Welche Symptome deuten auf eine ernsthafte Ursache hin – und wie können Sie die Beschwerden wirksam lindern?

 

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • welche Ursachen hinter eingerissenen Mundwinkeln stecken können,
  • wie sich die Symptome äußern,
  • welche Behandlungsmöglichkeiten wirklich helfen
  • und welche Vorbeugungsmaßnahmen sinnvoll sind, um die empfindliche Haut rund um den Mund langfristig zu schützen.

So behalten Sie nicht nur Ihr Lächeln, sondern sorgen auch für gesunde, gepflegte Haut.

 

Inhalt

Schnelle Hilfe bei entzündeten Mundwinkeln – Zahnarztpraxis in Ihrer Nähe finden:

Was sind eingerissene Mundwinkel (Rhagaden)?

Eingerissene Mundwinkel (Rhagaden), auch Mundwinkelrhagaden oder medizinisch Angular Cheilitis genannt, sind kleine, aber oft sehr schmerzhafte Risse an den Mundwinkeln. Diese Einrisse können bis in tiefere Hautschichten reichen und sind in den meisten Fällen entzündet. Durch die gestörte Hautbarriere haben Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze leichtes Spiel – die Entzündung im Mund kann sich dadurch verstärken und hartnäckig werden.

Besonders unangenehm ist der Kontakt mit sauren, scharfen oder salzigen Speisen, die ein starkes Brennen an den betroffenen Stellen auslösen können. Mundwinkelrhagaden sind daher nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern eine ernstzunehmende Hauterkrankung. Unbehandelt können sie leicht chronisch werden und immer wieder auftreten.

Unser Tipp:

Um eingerissenen Mundwinkeln vorzubeugen, ist es wichtig, die Hautbarriere zu stärken und die empfindlichen Bereiche geschmeidig zu halten. Achten Sie darauf, die Mundwinkel regelmäßig mit reichhaltigen, fetthaltigen Pflegeprodukten zu versorgen. Besonders empfehlenswert sind Lippencremes oder -salben, die zusätzlich entzündungshemmende Wirkstoffe wie Dexpanthenol oder Zink enthalten. Diese Kombination schützt nicht nur vor dem Austrocknen, sondern unterstützt auch die Regeneration der Haut und mindert das Risiko neuer Risse.

Welche Ursachen haben Mundwinkelrhagaden?

Die Entstehung von Mundwinkelrhagaden kann viele verschiedene Gründe haben – von äußeren Einflüssen bis hin zu inneren Erkrankungen. Einer der häufigsten Faktoren ist trockene Haut.

 

Trockene Haut als Hauptursache

Die Haut der Lippen und insbesondere der Mundwinkel ist besonders empfindlich, da sie im Gegensatz zur übrigen Haut keine Talgdrüsen besitzt. Dadurch fehlt ihr der schützende Fettfilm, der Feuchtigkeit speichert und die Haut geschmeidig hält. Vor allem im Winter, wenn kalte Luft draußen und trockene Heizungsluft drinnen zusammentreffen, verliert die Haut schnell an Elastizität. Kleinste Bewegungen wie Sprechen, Lachen oder Gähnen können dann bereits zu schmerzhaften Rissen führen.

Besonders anfällig sind zudem Menschen, die regelmäßig Lippenpflegeprodukte mit austrocknenden Inhaltsstoffen wie Menthol oder Kampfer verwenden. Diese Stoffe wirken zwar kurzfristig kühlend und erfrischend, entziehen der Haut jedoch bei häufiger Anwendung wichtige Feuchtigkeit – und begünstigen so die Bildung von Rhagaden.

Unser Tipp:

Gerade in der kalten Jahreszeit oder bei trockener Heizungsluft sollten Sie Ihre Lippen besonders gut pflegen. Verwenden Sie regelmäßig eine reichhaltige Lippenpflege, die feuchtigkeitsspendende und schützende Inhaltsstoffe wie Sheabutter, Bienenwachs oder Hyaluronsäure enthält. Diese natürlichen Pflegestoffe versorgen die empfindliche Lippenhaut mit wichtigen Fetten, halten sie geschmeidig und bewahren sie zuverlässig vor dem Austrocknen.

Krankheitserreger und Infektionen

Eine der häufigsten Ursachen für entzündete Mundwinkel ist die Besiedlung mit Krankheitserregern wie Pilzen (z. B. Candida albicans) oder Bakterien (z. B. Staphylokokken). Die Mundwinkel bieten durch ihre oft feuchte Umgebung ideale Bedingungen, damit sich Keime vermehren können. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich häufig über die Lippen lecken oder unter verstärktem Speichelfluss leiden. Durch die ständige Feuchtigkeit quillt die Haut auf, verliert an Widerstandskraft und wird anfälliger für schmerzhafte Risse. Zudem trocknet Speichel die Haut paradoxerweise weiter aus, da er die natürliche Fähigkeit der Lippen mindert, Feuchtigkeit zu speichern. Typische Anzeichen einer Pilzinfektion sind weißliche Beläge oder Krusten an den Mundwinkeln. Diese Symptome können leicht mit Herpes verwechselt werden, was eine eindeutige Diagnose erschwert. Deshalb ist es wichtig, bei anhaltenden Beschwerden rechtzeitig eine Zahnarztpraxis oder einen Hautarzt aufzusuchen. Dort kann die genaue Ursache festgestellt und eine gezielte Behandlung eingeleitet werden.

Unser Tipp:

Achten Sie darauf, dass Ihre Mundwinkel möglichst trocken bleiben. Sollten Lippen oder Mundwinkel dauerhaft feucht sein, tupfen Sie die Haut vorsichtig mit einem sauberen Taschentuch ab, anstatt sie zu reiben. Zusätzlich empfiehlt sich die regelmäßige Anwendung einer zinkhaltigen Creme: Zink wirkt beruhigend auf die gereizte Haut, unterstützt die Heilung und hemmt zugleich das Wachstum von Bakterien und Pilzen.

Vitaminmangel und Nährstoffdefizite

Ein Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen gehört zu den häufigsten Ursachen für Mundwinkelrhagaden. Besonders kritisch sind ein Defizit an Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B12, Eisen oder Zink, da diese Nährstoffe eine zentrale Rolle für die Hautgesundheit und die Zellregeneration spielen.

Fehlen sie über längere Zeit, wird die Haut dünner, trockener und deutlich anfälliger für Risse und Entzündungen.

  • Vitamin-B2-Mangel zeigt sich häufig durch gerötete, eingerissene Mundwinkel, oft begleitet von einem brennenden Gefühl.
  • Eisenmangel kann zu trockener Haut führen, die schon bei geringster Belastung einreißt.
  • Auch ein Zink- oder Vitamin-B12-Mangel schwächt die Regeneration der Haut und erhöht die Wahrscheinlichkeit für wiederkehrende Rhagaden.

Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Anämie oder Zöliakie, da ihr Körper die Nährstoffe schlechter aufnehmen oder verwerten kann.

Unser Tipp:

Setzen Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die Ihren Körper mit allen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen versorgt. Besonders empfehlenswert sind Lebensmittel wie Spinat, Mandeln, Eier und Vollkornprodukte – sie liefern reichlich Vitamin B2 und Eisen, die für eine gesunde Haut unverzichtbar sind. Durch den regelmäßigen Verzehr dieser Nährstoffquellen stärken Sie nicht nur Ihr Immunsystem, sondern beugen auch Mangelerscheinungen vor, die zu eingerissenen Mundwinkeln führen können.

Anatomische Faktoren und äußere Einflüsse

Nicht selten spielen auch anatomische Besonderheiten eine Rolle bei der Entstehung von Mundwinkelrhagaden. Menschen mit tiefen Hautfalten an den Mundwinkeln sind besonders gefährdet, da sich dort leicht Speichel und Feuchtigkeit ansammeln. Diese ständige Nässe schafft ein ideales Milieu für Reizungen und Infektionen, die wiederum schmerzhafte Einrisse begünstigen.

Auch schlecht sitzende Zahnprothesen oder Zahnspangen können mechanischen Druck auf die Mundwinkel ausüben und die empfindliche Haut zusätzlich belasten.

Darüber hinaus können bestimmte äußere Faktoren die Entstehung von Rhagaden fördern. Dazu zählt beispielsweise der übermäßige Gebrauch von Mundspülungen oder Zahnseide. Werden diese Produkte zu häufig oder mit aggressiven Inhaltsstoffen angewendet, reizen sie die empfindliche Schleimhaut und schwächen deren natürliche Schutzbarriere.

Unser Tipp:

Lassen Sie Ihre Zahnprothesen oder Zahnspangen in regelmäßigen Abständen von Ihrer Zahnarztpraxis kontrollieren. So stellen Sie sicher, dass sie optimal sitzen und keine zusätzlichen Reizungen an den Mundwinkeln verursachen. Verwenden Sie außerdem nur milde Mundspülungen ohne Alkohol, da aggressive Varianten die Haut austrocknen und die Schleimhäute reizen können. Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin berät Sie gerne, welche Produkte sich am besten eignen.

Wie werden Mundwinkelrhagaden behandelt?

Die Behandlung von eingerissenen Mundwinkeln hängt immer von der zugrunde liegenden Ursache ab. Während leichte Fälle oft mit einfachen Pflegemaßnahmen oder Hausmitteln gut in den Griff zu bekommen sind, können bei stärkeren Entzündungen medizinische Behandlungen notwendig werden.

 

Bewährte Hausmittel

  • Honig: Dank seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften ist Honig ein bewährtes Hausmittel. Direkt aufgetragen, beruhigt er die gereizte Haut und kann den Heilungsprozess beschleunigen.
  • Öle: Kokosöl spendet Feuchtigkeit, bildet eine natürliche Schutzbarriere gegen Keime und lindert Reizungen. Auch Olivenöl eignet sich gut, um die Haut geschmeidig zu halten und Rötungen zu mindern.
  • Heilkräuter: Kamille, Ringelblume oder Melisse wirken entzündungshemmend und beruhigend. Ein lauwarmer Kamillenaufguss eignet sich hervorragend, um die betroffenen Stellen sanft zu reinigen und die Heilung zu unterstützen.

 

Anwendungshinweis

Tragen Sie Honig, Kokosöl oder eine Kräuterauflage mehrmals täglich dünn auf die betroffenen Mundwinkel auf.

  • Wichtig: Vermeiden Sie es, die behandelten Stellen abzulecken – dadurch würde die Wirkung abgeschwächt und die Heilung verzögert.

 

Wie beugen Sie Mundwinkelrhagaden vor?

Vorbeugen ist besser als heilen – das gilt auch für eingerissene Mundwinkel. Mit ein paar gezielten Maßnahmen können Sie das Risiko deutlich verringern, dass es überhaupt zu schmerzhaften Rhagaden kommt.

  1. Regelmäßige Lippenpflege:
    Gerade in den Wintermonaten oder bei trockener Heizungsluft benötigen die Lippen besondere Aufmerksamkeit. Verwenden Sie regelmäßig pflegende Produkte mit Sheabutter, Kakaobutter oder Bienenwachs. Diese natürlichen Inhaltsstoffe spenden Feuchtigkeit, stärken die Hautbarriere und schützen vor dem Austrocknen.
     
  2. Gesunde Ernährung:
    Eine ausgewogene Ernährung liefert Ihrem Körper die Vitamine und Mineralstoffe, die er für gesunde Haut benötigt. Besonders wichtig sind die B-Vitamine (B2 und B12) sowie Eisen, da ein Mangel oft zu Hautproblemen und Rhagaden führt. Wer unsicher ist, kann nach Rücksprache mit dem Arzt oder Zahnarzt auch Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
     
  3. Allgemeine Vorsorge:
    Zusätzlich helfen einfache Gewohnheiten wie ausreichend Wasser trinken, das Vermeiden von Lippenlecken und der Verzicht auf stark austrocknende Pflegeprodukte, die Haut rund um den Mund gesund zu erhalten.

Unser Tipp:

Vermeiden Sie es, Ihre Lippen ständig mit der Zunge zu befeuchten – der Speichel entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit und begünstigt das Austrocknen. Achten Sie stattdessen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser, um Haut und Schleimhäute von innen zu versorgen und elastisch zu halten.

Weitere Komplikationen und Risikofaktoren

In manchen Fällen sind Mundwinkelrhagaden nicht nur ein lästiges Hautproblem, sondern ein Hinweis auf ernsthaftere Grunderkrankungen. Dazu zählen beispielsweise Diabetes mellitus, Neurodermitis oder Lebererkrankungen. Betroffene haben durch ein geschwächtes Immunsystem und eine empfindlichere Haut ein deutlich erhöhtes Risiko, wiederholt an entzündeten Mundwinkeln zu leiden.

Auch mechanische Belastungen können eine Rolle spielen: schlecht sitzende Zahnprothesen oder Zahnspangen üben Druck auf die Mundwinkel aus oder reiben ständig an der empfindlichen Haut. Dies begünstigt kleine Risse, die sich leicht entzünden und zu hartnäckigen Beschwerden entwickeln können.

Unser Tipp:

Leiden Sie an einer chronischen Erkrankung, sollten Sie regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. So kann sichergestellt werden, dass Ihr Körper ausreichend mit allen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen versorgt ist. Eine gute medizinische Betreuung trägt entscheidend dazu bei, Mangelzustände zu vermeiden und damit auch das Risiko für Mundwinkelrhagaden deutlich zu senken.

Was tun, wenn Hausmittel gegen eingerissene Mundwinkel nicht helfen?

In den meisten Fällen sind Mundwinkelrhagaden zwar unangenehm, aber harmlos – mit der richtigen Pflege verschwinden sie oft innerhalb weniger Tage. Bleibt die Besserung jedoch aus oder verschlimmern sich die Beschwerden, sollten Sie unbedingt einen Zahnarzt oder Zahnärztin, Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Halten die Risse länger als eine Woche an oder treten zusätzlich Symptome wie Fieber, ausgeprägte Müdigkeit oder Bläschenbildung auf, kann eine ernstere Ursache dahinterstecken. Dazu zählen etwa Vitaminmangel, Diabetes oder Infektionen.

In solchen Fällen ist eine gründliche Untersuchung notwendig. Neben einer ausführlichen Anamnese können auch Bluttests erforderlich sein, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren und eine gezielte Behandlung einzuleiten.

Unser Tipp:

Warten Sie nicht zu lange ab: Halten die Beschwerden länger als eine Woche an, sollten Sie unbedingt ärztlichen oder zahnärztlichen Rat einholen. Eine frühzeitige Diagnose bei einem Arzt oder Zahnarzt hilft, die richtige Behandlung einzuleiten und verhindert, dass sich die Entzündung verschlimmert oder sogar chronisch wird.

Schnelle Hilfe bei entzündeten Mundwinkeln – Zahnarztpraxis in Ihrer Nähe finden:

Fazit

Mundwinkelrhagaden sind zwar meist harmlos, können im Alltag jedoch sehr störend und schmerzhaft sein. Mit der richtigen Pflege und einem gesunden Lebensstil lässt sich das Risiko deutlich verringern. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Spurenelementen sowie die regelmäßige Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Lippenpflegeprodukten stärken die Haut und beugen Rissen vor.

Treten die Beschwerden jedoch wiederholt oder über einen längeren Zeitraum auf, sollten Sie unbedingt einen Zahnarzt oder Zahnärztin, Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Nur so lässt sich die Ursache abklären und eine gezielte Behandlung einleiten, um die Entzündung dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Hinweis: Dieser zahnmedizinische Artikel soll das Verständnis und Wissen über allgemeine Mundgesundheitsthemen fördern. Er ist kein Ersatz für professionelle Beratung, Diagnose oder Behandlung. Lassen Sie sich bei Fragen zu einer Erkrankung oder Behandlung immer von Ihrem Zahnarzt oder einem anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleister beraten.