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Marylandbrücke – Implantat-Alternative für die Frontzähne

Die Marylandbrücke (auch Adhäsivbrücke oder Klebebrücke) ist eine Zahnbrücke und gehört zum festsitzenden Zahnersatz. Mit ihr werden einzelne fehlende Zähne im Frontzahnbereich ersetzt. Das Besondere an diesem Zahnersatz ist, dass er im Gegensatz zu einer konventionellen Brücke an den Nachbarzähnen festgeklebt wird. 

Wie ist eine Marylandbrücke aufgebaut?

Die Klebebrücke basiert auf einem Gerüst, das aus Metall oder Keramik besteht. Die Krone besteht entweder aus Vollkeramik oder wird mit Keramik verblendet. Eine Adhäsivbrücke besitzt außerdem einen oder zwei Klebeflügel (ein- bzw. zweiflügelige Brücke), die zur Befestigung an den anderen Zähnen dienen. Nach dem Einsetzen sind die Flügel nicht mehr sichtbar, weil sie an der Zahnrückseite befestigt werden. Im Oberkiefer ist diese Brücke im Normalfall der Ersatz für einen einzelnen fehlenden Zahn, in Ausnahmefällen bis zu zwei. Im Unterkiefer kann eine Marylandbrücke dagegen bis zu vier Zähne ersetzen, die nebeneinander fehlen, wenn die anatomischen Voraussetzungen dazu geeignet sind.

In welchen Fällen wird eine Klebebrücke eingesetzt?

Die Klebebrücke dient dem Lückenschluss im Frontzahnbereich, wenn kein Implantat eingesetzt werden kann oder soll. Das kann bei Erwachsenen der Fall sein, wenn eine Zahnfleischerkrankung oder eine Parodontitis zum Zahnverlust geführt hat. Der Kieferknochen ist dann nicht geeignet, ein Implantat aufzunehmen. Die Marylandbrücke fungiert als gute Alternative zum Implantat.

Bei Jugendlichen, deren Zahn- und Kieferwachstum noch nicht abgeschlossen ist, werden gewöhnlich keine Zahnimplantate in den Kiefer eingesetzt. Für eine konventionelle Zahnbrücke (Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkasse) müssten die benachbarten Zähne stark beschliffen werden, das kann besonders beim jugendlichen Zahn den Zahnnerv reizen oder schädigen. Eine Klebebrücke wird dagegen minimalinvasiv und schonend für den Patienten eingesetzt und ist für Jugendliche Kassenleistung. Der Zahnersatz kann auch als Platzhalter im Milchgebiss dienen, um eine vorzeitig entstandene Zahnlücke für den nachwachsenden Zahn offenzuhalten. 

Die Klebebrücke kommt auch als hochwertiges Langzeitprovisorium zum Einsatz. Wenn Patienten auf ihre Implantate warten müssen, zum Beispiel während eines langwierigen Kieferknochenaufbaus, ist die Adhäsivbrücke ein idealer Platzhalter zur Überbrückung des Zeitraums bis zur Implantation.

Warum gibt es zweiflügelige und einflügelige Adhäsivbrücken?

Mit der Entwicklung der Säure-Ätz-Technik in 1955 erreichte man erstmalig einen guten Haftverbund zwischen Kleber und Zahnschmelz. In den 1970er Jahren wurden zum ersten Mal einzelne zu ersetzende Zähne mit Klebebrücken behandelt. Zu Beginn befestigte man die Klebebrücken stets mit zwei Klebeflügeln für mehr Halt.

Es stellte sich jedoch heraus, dass sich die Klebeflügel durch die verschiedenen Belastungen, die auf die Zähne wirken, oft auf einer Seite ablösten. Viele Patienten bemerkten dies überhaupt nicht. Bei Metallgerüsten löste sich der Befestigungskleber, bei den spröderen vollkeramischen Adhäsivbrücken entstanden materialbedingt einseitige Frakturen der Flügel. An diesen Stellen bildete sich häufig Karies. Seit Mitte der Neunziger Jahre wird empfohlen, Adhäsivbrücken in der Regel nur einseitig zu befestigen, um die Belastung durch Scherkräfte zu reduzieren und die Komplikationen durch einen abgelösten Flügel zu verhindern. Dass einflügelige Adhäsivbrücken deutlich länger und besser halten als die zweiflügelige Version, wurde inzwischen in diversen klinischen Studien bestätigt. 

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Wie wird eine Marylandbrücke eingesetzt?

Vor der Behandlung führt der Zahnarzt mit dem Patienten ein Anamnesegespräch, dem eine gründliche Untersuchung folgt. Voraussetzung für eine Adhäsivbrücke sind gesunde Nachbarzähne neben der Lücke, die kariesfrei sind und keine großen Füllungen haben. Mangelt es an Zahnschmelz, kann auch das problematisch sein, da die Befestigung gefährdet ist. Ein Gebissabdruck dient dem Zahnlabor als Basis für die Präparation des neuen Zahnersatzes.

Der Zahnarzt arbeitet in den Zahnschmelz an der rückwärtigen Seite des Pfeilerzahns Rillen ein, damit die Klebeflügel besser haften. Dabei wird der Zahnschmelz minimal abgetragen. Kleine Auflageflächen, die auf den Kauflächen eingearbeitet werden, dienen der Fixierung der Zahnbrücke. Zahnarzt und Patient stimmen sich über die Zahnfarbe ab. Anhand eines weiteren Zahnabdrucks wird im Dentallabor der Zahnersatz hergestellt und in der Zahnfarbe des Patienten verblendet. Die Haftfläche für den Flügel wird mit der Säure-Ätz-Technik angeraut. Die Adhäsivbrücke wird eingepasst und der Sitz, die Farbe und die Form überprüft. Dann kann die Brücke mithilfe eines zahnärztlichen Klebstoffs am Pfeilerzahn befestigt werden. Die Vorbereitung und das Einsetzen dieses Zahnersatzes erfolgt völlig schmerzfrei und ist schonend für den Patienten und seine natürlichen Zähne. Ein weiterer Vorteil: Die Brücke ist sofort belastbar. 

 

Wie lange hält eine Marylandbrücke?

Die Haltbarkeit wird durchschnittlich mit fünf bis zehn Jahren angegeben. Falls sich der Befestigungsflügel nach einigen Jahren lösen sollte, kann der Zahnarzt diesen wieder anbringen. Die Tragedauer verkürzt sich allerdings nach einer vorherigen Ablösung. 

Für wen eignen sich Klebebrücken nicht?

Das Gebiss darf nicht zu viele rotierte oder gekippte Zähne aufweisen. Damit bei der adhäsiven Befestigung genug Halt vorhanden ist, sollten die Nachbarzähne keine großen Füllungen besitzen oder durch Karies geschädigt sein; eine ausreichende Schicht Zahnschmelz muss vorhanden sein. Bei Menschen, die einen tiefen Biss haben, Kontaktsportarten ausüben oder mit den Zähnen knirschen und pressen, kann die Belastung für eine Klebebrücke zu groß sein. In jedem Fall muss die Zahnlücke größer sein als die Breite des künstlichen Zahns. 

 

Was kostet eine Marylandbrücke?

Je nach Honorar des Zahnarztes, der Laborkosten und des gewählten Materials entstehen Kosten von 1.500 bis 2.000 Euro. Einflügelige Klebebrücken gehören zur Regelversorgung bei Versicherten im Alter zwischen 14 und 20 Jahren. Eine Adhäsivbrücke für Erwachsene ist normalerweise keine Regelversorgung und muss privat bezahlt werden. In Ausnahmefällen beteiligt sich die Krankenkasse mit einem Zuschuss, die Vorlage des Heil- und Kostenplans kann sich also lohnen. 

Fazit

Kleben statt implantieren: Für Zahnlücken im Bereich der vorderen oder seitlichen Schneidezähne gilt in der zahnärztlichen Prothetik die Versorgung mit einflügeligen Adhäsivbrücken als eine gute und günstigere Alternative zu einem Implantat. Marylandbrücken sind hoch ästhetisch, lange haltbar und im Rahmen einer minimalinvasiven Behandlung einsetzbar. Die minimale Präparation des Halterzahns schont im Gegensatz zu einer herkömmlichen Zahnbrücke die Substanz der eigenen gesunden Zähne.