Pilzinfektion im Mund – Symptome und Behandlung einer Candidose

Wenn im Mund und im Rachenraum weiße Beläge zu sehen sind und der Mund sich ständig pelzig anfühlt, deutet das auf eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut hin. Ein Mundpilz – eine orale Candidose – ist zwar nur selten gefährlich, kann aber sehr unangenehm sein und ist meistens ein Anzeichen für eine geschwächte Immunabwehr. Der hauptsächliche Verursacher sind Pilze der Gattung Candida.

Woran erkennt man eine Pilzinfektion der Mundhöhle?

Betroffene haben trotz guter Mundhygiene ein brennendes und pelziges Gefühl im Mund und auf der Zunge und leiden häufig unter Mundgeruch. Auf den Schleimhäuten in Mund und Rachen und auf der Zunge zeigen sich weißliche Beläge, die sich mit einem Spatel abstreifen lassen. Darunter kommt gereizte und entzündete Haut zum Vorschein, die auch leicht bluten kann. Rhagaden – eingerissene Mundwinkel – können als weiteres Symptom einer Candidose auftreten. Die Lymphknoten schwellen an, weil der Körper gegen die Infektion ankämpft. Der Geschmackssinn kann sich verändern und das Essen und Trinken erschwert sein. In ausgeprägten Fällen einer Candidose wird außerdem das Sprechen und Schlucken behindert, wenn sich der Pilz auf die Speiseröhre ausbreitet. 

Wissenswertes zum Pilz Candida albicans

Bei rund 50 Prozent der Bevölkerung kann der harmlose Hefepilz Candida albicans in Schleimhäuten oder auf der Haut nachgewiesen werden. Er ist bei Erwachsenen die am meisten vorkommende Pilzart und bereitet gesunden Menschen normalerweise keinerlei Probleme, da das Immunsystem eine übermäßige Ausbreitung verhindert. Erst, wenn bestimmte Bedingungen eine starke Vermehrung des Hefepilzes ermöglichen, kann er eine Infektion verursachen: die orale Candidose, die häufigste Form von Mundpilz. Der Pilz liebt feuchtwarme Örtlichkeiten und fühlt sich auf der Mundschleimhaut daher sehr wohl. In Ausnahmesituationen kann der Hefepilz über die Blutgefäße auch innere Organe befallen. Diese systemische Candidose kommt selten vor, kann aber lebensbedrohliche Folgen haben. 

Welche Ursachen kann eine Pilzinfektion im Mund haben?

Eine akute Candidose ist eine opportunistische Infektion. Das bedeutet, der Candida Pilz nutzt das geschwächte Abwehrsystem des Körpers aus, um sich zu vermehren und auszubreiten. Babys in den ersten sechs Lebensmonaten oder alte und pflegebedürftige Menschen verfügen generell über wenig Immunabwehr und werden sehr oft von der Erkrankung befallen. Eine Infektion mit Candida albicans tritt auch bei Grunderkrankungen wie HIV-Infektionen, Tumoren, Leukämie, Lymphomen, Diabetes mellitus oder bei Mangelzuständen auf. Sie wird begünstigt durch Antibiotika-Behandlungen, Chemotherapien oder Bestrahlungen bei Hals-Kopf-Tumoren, Cortisonsprays gegen Asthma und Bronchitis oder die Einnahme von Immunsuppressiva. Hinzu kommen lokale Faktoren wie Mundtrockenheit oder schlecht sitzende Zahnprothesen, die ebenfalls Candida-Infektionen auslösen können. 

Wie wird eine Infektion mit Candida albicans behandelt?

Bei einem Verdacht auf eine Pilzinfektion im Mund suchen Sie Ihren Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder den Zahnarzt auf. Die Ursache für die Infektion mit dem Hefepilz sollte unbedingt festgestellt werden, um eine Ausbreitung auf die Speiseröhre oder den Blutkreislauf zu verhindern. Dafür nimmt der Arzt einen Abstrich, der untersucht wird. Die Behandlung der Infektion erfolgt topisch (äußerlich auf der Mundschleimhaut) mit sogenannten Antimykotika, zum Beispiel den pilztötendem und rezeptfreien Mitteln Nystatin oder Miconazol in Form von Lutschtabletten, Suspensionen oder Mundgelen. Reicht das zur Bekämpfung nicht aus, kann der Arzt das Anti-Pilzmittel Amphotericin B verschreiben. Patienten müssen diese Medikamente so lange wie möglich im Mund behalten, auch wenn der Geschmack zu wünschen übrigen lässt. Die Therapie muss konsequent durchgeführt werden, bis die Pilzinfektion völlig verschwunden ist.

Herausnehmbare Zahnprothesen sollten oft und gründlich gereinigt werden, da sich Candida-Hefepilze unter ihnen besonders gut ansiedeln können. Patienten mit einem erhöhten Risiko für Pilzinfektionen sollten zur Vorbeugung den Sitz ihrer Prothese beim Zahnarzt überprüfen lassen, damit keine Druckstellen oder Entzündungen entstehen. Entfernen Sie Ihre herausnehmbare Prothese vor der Anwendung eines pilztötenden Medikaments.

Eine sorgfältige Mundhygiene ist Pflicht, denn der Pilz verbirgt sich auch an Zähnen, die von Karies befallen sind. Die Zahnbürste sollte besonders bei Hefepilz-Infektionen regelmäßig ausgewechselt werden. Auf zucker- oder hefehaltige Lebensmittel verzichten Sie besser, sie fördern das Pilzwachstum. Säuerliche oder scharf gewürzte Nahrung oder Getränke verursachen Schmerzen, wenn die Mundschleimhaut von einer Pilzinfektion betroffen ist.

Fazit:

Ein eigentlich harmloser Pilz kann bei geschwächtem Immunsystem ungehemmt wachsen und die Schleimhäute in der gesamten Mundhöhle befallen. Die unangenehmen Symptome wie ein brennendes Gefühl in Mund und Rachen, Schmerzen beim Essen und weiße Beläge lassen sich mit Antipilzmitteln bekämpfen, dennoch sollte die eigentliche Ursache für den Pilzbefall unbedingt mit dem HNO- oder Zahnarzt abgeklärt werden.


Dieser Artikel soll das Verständnis und Wissen über allgemeine Mundgesundheitsthemen fördern. Er ist nicht als Ersatz für professionelle Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Lassen Sie sich bei Fragen zu einer Erkrankung oder Behandlung immer von Ihrem Zahnarzt oder einem anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleister beraten.