Zahnversiegelung mit Mikrokristallen

Zahnschmelzverlust und Zahnfleischrückgang treten mit steigendem Lebensalter immer häufiger auf. Täglicher mechanischer und chemischer Verschleiß nutzt den Zahnschmelz ab, und zurückweichendes Zahnfleisch führt zu Schmerzempfindlichkeiten. Die Zähne werden gelblicher, weil das dunklere Dentin durchschimmert. Ein innovativer Schutzfilm aus Mikrokristallen für die Zähne kann vor vielen dieser Probleme schützen und fehlende Zahnstruktur wieder auffüllen. 

Ein kristalliner Mantel für die Zähne?

Die Zahnversiegelung mit dem Namen Dentcoat wurde in Dresden von der Andjana Medical Germany UG entwickelt. In 2009 fanden die ersten Behandlungen mit dem schützenden Mantel für den Zahn statt. 2019 kontrollierte man bei einer Nachuntersuchung diese ersten Patienten und stellte fest: Keiner von ihnen hatte in den zehn Jahren Karies entwickelt. Verantwortlich dafür ist ein flüssiges Bioglas, das die Zähne komplett versiegelt und zahlreiche gute Effekte erzielt. Seit 2014 wird es auch in Zahnarztpraxen eingesetzt und ist mittlerweile in 25 Ländern eingeführt worden.

Was ist Dentcoat?

Es handelt sich um einen flüssigen SiO2-Komplex (SiO2 = Siliziumdioxid). Silizium findet man überall in der Natur, im menschlichen Körper ist es das dritthäufigste Spurenelement nach Eisen und Zink. Silizium trägt entscheidend zum Aufbau von Knorpeln, Knochen und Bindegewebe bei. Auf die Zähne aufgetragen bilden die Mikrokristalle für bis zu 12 Monate eine Schutzschicht, indem die SiO2-Kristalle sich mit der Struktur des Zahnschmelzes dauerhaft fest verbinden. Sie erzeugen dabei eine sehr glatte und ebenmäßige Zahnoberfläche, die leicht glänzt. Die Schutzschicht hat zwar eine nachhaltige Wirkung, muss aber auf besonders beanspruchten Flächen einmal jährlich aufgefrischt werden. 

Was bewirkt eine Schutzhülle aus Siliziumdioxid?

Mit der Versiegelung der gesamten Zahnoberfläche wird der Zahn sehr glatt, erhält einen seidigen Glanz und eine einheitliche, hellere Zahnfarbe. Schmelzrisse und andere kleine Defekte schließen sich, Schmerzen bei empfindlichen Zähnen oder Zahnhälsen werden verringert oder sogar beseitigt. Der Zahn wird säurebeständig und kratzfest. Durch die ebenmäßige Oberfläche können Bakterien, Nahrungsmittelreste und Verfärbungen von Rotwein oder Kaffee viel schlechter anhaften und sehr leicht entfernt werden. Der Zahnschmelz verdichtet sich nachhaltig durch den mineralischen Schutz, ist widerstandsfähiger und nutzt nicht so schnell ab. Damit wird der natürliche Alterungsprozess der Zähne verlangsamt. Das gilt auch für Veneers, Implantate, Kronen und Brücken.

Auf dem Gebiet der Kieferorthopädie kann die Versiegelung vor dem Einsetzen einer festen Spange die Bildung von "White Spots" verhindern. Das sind entmineralisierte Bereiche auf den Zähnen, die sich nach dem Entfernen der orthopädischen Geräte als unschöne weiße Flecken auf den Zähnen zeigen. Die Siliziumdioxidbeschichtung schützt den Zahnschmelz vor Entkalkung unter den Brackets und beugt der Anhaftung von Plaque auf den Elementen und Drähten vor.

Bei Implantaten können die Abutments entsprechend mit einer Schutzschicht versehen werden, wodurch das Risiko für eine Keimbesiedelung und eine Periimplantitis (Entzündung des Implantatbetts) verringert wird. 

Nach einem Bleaching remineralisiert das Mittel die Zähne, schützt vor erneuten Verfärbungen aus Getränken oder Lebensmitteln und verhindert Heiß-Kalt-Empfindlichkeiten nach dem Aufhellen. 

Wie läuft die Behandlung mit der Zahnversiegelung ab?

Vor der Anwendung von Dentcoat müssen die Zähne in der Praxis professionell gereinigt werden, damit die Zahnoberflächen blitzsauber sind und das Mittel sich mit dem Zahnschmelz verbinden kann. Der Patient bekommt anschließend einen Wangenhalter eingesetzt, der Platz schafft, gleichzeitig Speichel absaugt und die Zunge hält. Eine erfolgreiche Kristallisation benötigt trockene, speichelfreie Flächen. Alle Zahnoberflächen werden mit der mineralischen Verbindung getränkt, das dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Die zweite Anwendung erhält der Patient innerhalb der nächsten zwei Wochen. Im ersten Jahr kann eine Auffrischung nach sechs Monaten erfolgen, im weiteren Verlauf reicht eine Auffrischung mit der Substanz pro Jahr. Die Behandlung kann mit der regelmäßigen individuellen Prophylaxe in der Zahnarztpraxis kombiniert werden.

Für derart versiegelte Zähne muss eine spezielle Zahnpasta verwendet werden, die die Schutzschicht und den Glanz der Zähne nicht zerkratzt. Das Unternehmen bietet für die häusliche Mundhygiene ein Zahnpulver an, das nur einen sehr niedrigen Schleifpartikelanteil und kein Fluorid enthält. Das Pulver reinigt die Zähne bei der täglichen Zahnpflege mit Mikrozellulose-Fasern und poliert die Oberflächen.

Wie viel kostet eine Dentcoat Zahnversiegelung?

Eine Zahnversiegelung mit Siliziumdioxid ist eine reine Privatleistung, die nach der Gebührenordnung der Zahnärzte (GOZ) abgerechnet wird. Die Kosten richten sich individuell nach dem Umfang der entsprechenden Behandlung und nach den eingesetzten Produkten, daher lässt sich keine pauschale Kostenangabe machen. Ein Kostenvoranschlag, in Form eines Heil- und Kostenplans, von einer zertifizierten Praxis gibt Ihnen einen detaillierten Überblick. Die vorhergehende professionelle Zahnreinigung muss zu den Kosten hinzugerechnet werden. Im DentNet erhalten Sie die Zahnreinigung unter zwei Voraussetzungen übrigens kostenlos: Sie werden bei einem DentNet Zahnarzt behandelt und sind bei einer Krankenkasse versichert, die mit dem DentNet kooperiert.

Fazit:

Säuren, Karies und Zahnstein haben kaum Chancen, den Zahnschmelz anzugreifen, wenn er rundum geschützt ist. Die innovative Methode zur Remineralisierung und Stärkung des Zahns zeigt Bakterien die kalte Schulter und sorgt für ein helleres, strahlendes Lächeln. Die Zahnversiegelung mit Dentcoat eignet sich ab 12 Jahren und ist ausschließlich in zertifizierten Zahnarztpraxen erhältlich. 


Dieser Artikel soll das Verständnis und Wissen über allgemeine Mundgesundheitsthemen fördern. Er ist nicht als Ersatz für professionelle Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Lassen Sie sich bei Fragen zu einer Erkrankung oder Behandlung immer von Ihrem Zahnarzt oder einem anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleister beraten.