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Zähne aus Gold: Ist die Goldkrone noch zeitgemäß?

Müssen Sie bei dem Wort Goldzahn auch gleich an ein finsteres Piratenlächeln denken? Gold ist ein schon seit langem ein bewährtes Zahnersatzmaterial, aber aus verschiedenen Gründen inzwischen nicht mehr sehr populär. Das liegt nicht nur an dem auffälligen edelmetallischen Glanz, der zwischen dem Weiß der natürlichen Zähne sehr hervorsticht. 

Was ist Gold?

Gold ist eines der ersten Metalle, die schon vor Jahrtausenden von Menschen verarbeitet wurden. Davon zeugen zahllose Kunst- und Schmuckgegenstände als alter Zeit. Das glänzende Edelmetall kommt in der Erdkruste vor, rund 2.700 Fundorte für gediegenes Gold sind dokumentiert. Goldfunde lockten immer wieder Scharen von Abenteurern an, die gierig danach suchten. Gold ist schwerer als Eisen, korrodiert nicht und lässt sich sehr gut bearbeiten und legieren. Aufgrund der hervorragenden Eigenschaften des Materials ersetzte Gold schließlich auch fehlende Zähne oder diente als Füllung, um Karieslöcher zu stopfen. 

Warum eignet sich Gold als Zahnersatz?

Reines Gold ist zwar recht weich, lässt sich aber ausgezeichnet verarbeiten und formen. Für goldene Zähne oder Füllungen wird es in Form einer hochgoldhaltigen Legierung verwendet. Diese Mischung besteht zu 70–80 Prozent aus Gold und zu 20–30 Prozent aus anderen Metallen (Silber, Platin, Zink, Kupfer, Iridium). Damit ist das Material widerstandsfähig genug, um hohen Kaubelastungen standzuhalten, schädigt aber gleichzeitig nicht den gegenüberliegenden Zahn im Gebiss. Goldzähne sind biologisch gut verträglich, bruchfest und sehr haltbar. Neben ihrer exzellenten zahnmedizinischen Eignung waren goldene Zähne lange Zeit auch ein sichtbares Zeichen für den Reichtum ihres Trägers. Noch bis 1995 haben Zahnärzte weltweit jährlich rund 60 Tonnen Gold in den Zahnersatz ihrer Patienten verbaut. Die nachweislich haltbarste Zahnfüllung ist die aufwendige Goldhämmerfüllung, die schon im 17. Jahrhundert angewendet wurde. 

Werden auch heute noch Goldzähne hergestellt?

Zahnfarbene Ästhetik und weiße Zähne liegen heute mehr im Trend als das gelbe Metall. Nicht jeder schätzt es, wenn es zwischen den weißen Zähnen golden glänzt. Besonders an den Frontzähnen lässt sich Zahngold schlecht verbergen. Wenn Patienten Wert auf Zähne aus Gold legen, aber dennoch keine auffällige Farbe wünschen, kann der edle Zahnersatz auch mit Keramik verblendet werden.

In der Hip Hop und Rapper Szene sieht das etwas anders aus, hier zeigt man gern, was man (im Mund) hat. Die großen Stars veredeln ihr Lächeln gern mit vergoldeten Grillz, die zusätzlich noch mit Edelsteinen verziert werden. Dieser Zahnschmuck bedeckt manchmal den gesamten Zahnbogen im Ober- und Unterkiefer und ist alles andere als dezent. 

Wie werden Goldzähne hergestellt?

Die Anfertigung von Zahnkronen oder Inlays aus Gold erfolgt wie jeder andere Zahnersatz im Dentallabor. Vorher wird beim Zahnarzt eine Abformung der Zähne erstellt, die der Zahntechnik als Blaupause für die Ersatzzähne dient. Je nach Art der Verwendung wird die Goldlegierung in unterschiedlichen Härtestufen erzeugt und daraus der Zahnersatz gegossen. Nach der Fertigstellung wird der Goldzahn, die Brücke oder das Inlay in der Praxis anprobiert, falls notwendig nachbearbeitet und schließlich eingesetzt. 

Vor- und Nachteile von Goldzähnen

Goldzähne sind robust und langlebig, Allergien gegen Gold sind extrem selten. Besonders für Zähneknirscher oder Menschen mit Kiefergelenksproblemen sind Kronen oder große Füllungen aus Gold im Seitenzahnbereich besser geeignet als Keramik, da sie ungefähr die gleiche Härte haben wie der natürliche Zahnschmelz. Goldzähne haben aber ihren Preis: Die Kosten für Zähne und Füllungen aus Gold sind deutlich höher, da der Goldpreis in den letzten 20 Jahren erheblich gestiegen ist und stetig weiter ansteigt. Ein weiterer Nachteil ist die Wärmeleitfähigkeit des Metalls, die unangenehme Nebenerscheinungen erzeugen kann. 

Kann man Goldzähne verkaufen?

Patienten haben ein Recht auf die Aushändigung ihres Zahngolds, das entfernt wurde. Wenn Sie über Goldzähne oder goldene Füllungen verfügen, können Sie es zum Beispiel leicht an Juweliere, Goldhändler oder Recyclingbetriebe für Edelmetalle verkaufen. Der Anteil an reinem Gold in der Legierung geht aus dem Begleitschein des Zahnlabors hervor, das den Zahnersatz angefertigt hat. Im Internet finden Sie auch Zahngoldrechner, die anhand des gesamten Gewichts einer Krone den Wert des Goldanteils errechnen können. Alternativ sammeln manche Zahnärzte das Zahngold, um den Gegenwert Hilfsorganisationen zukommen zu lassen.

Fazit

Gold-Zähne sind in Zeiten der natürlichen zahnfarbenen Ästhetik nicht mehr sehr populär. Auch der Goldpreis veranlasst immer mehr Patienten, sich Zahnersatz aus Keramik oder Kunststoff einsetzen zu lassen. Wer auf seine Goldkrone nicht verzichten möchte, kann sie in Zahnfarbe verblenden lassen.