Elektrische Zahnbürsten – für jeden das passende Modell

Zähne und Zahnfleisch brauchen gute Pflege. Auch Handzahnbürsten reinigen mit der richtigen Putztechnik gründlich das Gebiss. Elektrische Zahnbürsten können aber noch mehr und erleichtern die tägliche Zahnpflegeroutine mit ganz unterschiedlichen Techniken. Rotierend, Schall oder Ultraschall: Für jeden Bedarf, Geschmack und Geldbeutel ist in der breiten Angebotspalette elektrischer Zahnbürsten etwas dabei. Und wer mag, kann sich beim Zähneputzen sogar von seiner Zahnbürste zu Yoga-Atemübungen anleiten lassen. 

Putzen elektrische Zahnbürsten wirklich besser?

Beim Zähneputzen mit einer Handzahnbürste muss der Anwender auf einiges achten, damit alle Zähne wirklich gründlich gereinigt werden, aber dabei keinen Schaden nehmen. Der Anpressdruck darf nicht zu hoch sein, die Borsten nicht zu hart, und die Putztechnik muss stimmen. Motorisch eingeschränkte Menschen können Probleme damit haben, den länglichen und statischen Bürstenkopf richtig zu handhaben. Elektrische Zahnbürsten sind akkubetrieben, messen den Putzdruck und die Putzzeit und putzen praktisch fast von allein in der richtigen Technik. Zähne und Zahnfleisch werden dabei geschont, erhalten aber eine gründliche Reinigung.

Im Rahmen der Greifswalder Gesundheitsstudie (Quelle: Pitchika V et al. Long-term impact of powered toothbrush on oral health: 11-year cohort study. J Clin Periodontol. 2019) untersuchten Zahnmediziner elf Jahre lang an 2.819 Erwachsenen den Zusammenhang zwischen dem Putzen mit einer elektrischen Zahnbürste und Erkrankungen wie Karies und Parodontitis. Auch die Anzahl der vorhandenen Zähne wurde festgehalten und mit denen von manuellen Putzern verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass die Verwender elektrischer Zahnbürsten im Schnitt 20 Prozent weniger Zahnfleischtaschen und Zahnverlust aufwiesen. 

Vor- und Nachteile: elektrisch oder nicht?

Handzahnbürsten erzeugen keine Geräusche, brauchen keinen Strom und kosten wenig in der Anschaffung. Für eine gute Reinigung der Zähne muss der Benutzer die richtige Putztechnik anwenden. Lesen Sie mehr darüber, wie man am besten mit einer herkömmlichen Zahnbürste putzt, in unserem Ratgeberartikel Richtig Zähneputzen. Den Putzdruck auf die Zähne muss der Anwender selbst einschätzen und auch die zwei Minuten Mindest-Putzzeit eigens kontrollieren. Für Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, kann es problematisch sein, mit der Zahnbürste auch schwer erreichbaren Stellen sorgfältig zu putzen.

Elektrische Zahnbürsten bedeuten grundsätzlich mehr Komfort: Andruck und Putzzeit werden vom Gerät gemessen und gemeldet. Die E-Zahnbürsten nehmen dem Anwender viel Arbeit ab und haben – je nach Modell und System – einen kleinen runden Bürstenkopf, der problemlos auch an den hinteren Backenzähnen eingesetzt werden kann. Oszillierend-rotierende Bürstenköpfe putzen schon in der korrekten Technik und müssen nur noch mit leichtem Druck an die Zähne gehalten werden. Ultraschall-Zahnbürsten kommen sogar ganz ohne bewegliche Bürstenköpfe oder Druck aus. Smarte Zahnbürsten können sogar Daten über das Putzverhalten an das Smartphone senden. Geräuschentwicklung, Strombedarf und die höheren Anschaffungs- und Folgekosten der elektrischen Zahnbürsten sind eher ein Nachteil. Die Stiftung Warentest kürt in jedem Jahr einen Testsieger unter den elektrischen Zahnbürsten, die Ergebnisse der Untersuchungen können bei der Auswahl des passenden Modells helfen.

Ein Überblick über die verschiedenen elektrischen Modelle

Elektrische Zahnbürsten mit oszillierend-rotierenden Borsten

Der Bürstenkopf ist fast immer klein und rund und rotiert beim Putzen mit schnellen Kreisbewegungen immer abwechselnd nach rechts und links (Oszillation). Dafür muss die Bürste nur mit etwas Druck an jedem einzelnen Zahn entlang geführt werden. Die schnellen Putzbewegungen der Zahnbürste wischen weichen Zahnbelag mechanisch weg und massieren das Zahnfleisch. Wird die Bürste etwas geschwenkt, gelangen einzelne Borsten auch tiefer in die Zahnzwischenräume. Einige Modelle pulsieren zusätzlich, damit sollen Zahnbeläge besser gelockert werden. Fast alle rotierenden Zahnbürsten haben einen Drucksensor, meistens ein visuelle Andruckkontrolle, die aufleuchtet, wenn beim Putzen zu viel Druck angewendet wird.

Elektrische Schall-Zahnbürsten

Elektrische Zahnbürsten mit Schall-Technologie reinigen die Zähne nicht mit Schall, sondern auf mechanische Weise. Durch einen Schallerzeuger werden ausschließlich die Borsten in eine hohe Bewegungsfrequenz versetzt, der Bürstenkopf selbst bleibt statisch. Schallzahnbürsten haben einen länglichen Bürstenkopf. Die längliche Form der Bürste ist zwar nicht ganz so handlich, dafür reinigt sie mehr Fläche auf einmal. Geputzt wird nur mit leichtem Druck, das schont besonders empfindliche Zähne und das Zahnfleisch. Putzbewegungen sind nicht notwendig, die Zahnbürste muss nur an jeden Zahn gehalten werden. Mit bis zu 60.000 Schwingungen wird die Mischung aus Zahnpasta und Speichel auch in die Zahnzwischenräume gedrückt. (Die Zahnzwischenräume benötigen trotzdem eine Reinigung mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen). Diese Schwingungen der elektrischen Schallzahnbürste übertragen sich beim Putzen teilweise auch auf die Zähne und erzeugen ein Kribbeln, das kann zunächst sehr ungewohnt sein. Für Menschen mit motorischen oder körperlichen Einschränkungen kann eine Schallzahnbürste eine große Erleichterung darstellen.

Elektrische Ultraschallzahnbürsten

Echte Ultraschallzahnbürsten säubern die Zähne ohne Druck und mechanische Bewegungen, sondern mit Ultraschallwellen. Das Handstück einer Ultraschall-Zahnbürste erzeugt bis zu 1,6 Millionen Schwingungen pro Sekunde und arbeiten mit 1,6 MHz im nicht wahrnehmbaren Bereich. In Kombination mit einer speziellen Zahnpasta erzeugt die Ultraschallwellen Mikrobläschen, die an und zwischen den Zähnen platzen und damit Bakterien, Beläge und Verfärbungen gründlich entfernen.

Die Wirkung einer Ultraschallzahnbürste erstreckt sich bis in die engen Zahnzwischenräume und tief ins Zahnfleisch, ohne Irritationen hervorzurufen. Die Zahnbürste benötigt zum Putzen eigentlich keine Borsten, allerdings machen sie es einfacher, die Zahnpasta auf den Zähnen zu verteilen. Eine Ultraschallzahnbürste ist aufgrund der intensiven und schonenden Reinigung besonders für Patienten geeignet, die unter Parodontitis oder freiliegenden Zahnhälsen leiden, frische Implantate oder eine feste Zahnspange erhalten haben. Sogar auf die Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten kann in vielen Fällen verzichtet werden, wenn mit Ultraschall geputzt wird. Für Kinder sind Ultraschallzahnbürsten allerdings nicht geeignet.

Auf dem Markt gibt es viele irreführende Produktbezeichnungen, in denen besonders Schallzahnbürsten und Ultraschallzahnbürsten in einen Topf geworfen werden. Kontrollieren Sie vor einem Kauf diese Angebote genau. Elektrische Zahnbürsten, die mit Ultraschall putzen, haben ihren Preis und sind nicht bei vielen Herstellern im Programm. Wird Ihnen eine vermeintlich echte Ultraschallzahnbürste für 20 oder 50 Euro angeboten, können Sie sicher sein, dass es keine ist.

Worauf sollten Sie bei der Wahl der elektrischen Zahnbürste achten?

Die Akku-Laufzeit ist ein wichtiger Faktor bei elektrischen Zahnbürsten. Wenn Sie für eine Reise nicht jedes Mal die Ladestation einpacken möchten, sollten Sie auf eine gute Laufzeit auch nach längerer Verwendung achten. Preiswerte Modelle haben häufig einen schwächeren Akku und geben früher auf. Bei den wenigsten Zahnbürsten lässt sich der Akku austauschen, dann muss das Gerät komplett entsorgt werden. Hinweis: Die Akkus von elektrischen Zahnbürsten müssen vor dem Wegwerfen herausgenommen und in den entsprechenden Sammelboxen in Supermärkten oder Drogerien entsorgt werden. 

Auch die Art der Stromversorgung sollten Sie berücksichtigen. Die Lithium-Ionen-Akkus in hochwertigen Modellen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch bei geringer Ladung mit voller Leistung putzen. NiMH-Akkus verschleißen schneller, entladen sich relativ schnell und putzen dann auch mit verminderter Leistung.

Viele akkubetriebene Zahnbürsten haben spezielle Reinigungsprogramme, die auf bestimmte Bedürfnisse bei der Zahnreinigung eingehen. Bei der Wahl Ihrer Zahnbürste können Sie entscheiden, ob Sie diese Funktionen brauchen oder auf sie verzichten können. Einige Premiumgeräte bieten auch eine mobile Aufladung des Geräts in einem USB-Reise-Ladeetui oder eine UV-Desinfektion über ein integriertes Reinigungsgerät an. Einige fungieren als Zahnputz-Coach, indem sie das Putzverhalten per Bluetooth in einer App auf dem Handy darstellen oder leiten während des Putzvorgangs zu achtsamer Yoga-Atmung an. 

Auch die Bürstenköpfe von elektrischen Zahnbürsten müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Hier lohnt sich ein Preisvergleich zwischen den diversen Anbietern und Bürstensorten. 

Elektrische Zahnbürsten speziell für Kinder machen das meist ungeliebte Zähneputzen zu einer spielerischen Angelegenheit. Sie sind oft bunt und mit Motiven aus Comics oder Filmen verziert. Über eine App auf dem Handy lassen sich bei manchen Geräten witzige Fotofilter freischalten, wenn die empfohlene Putzzeit eingehalten wurde. 

Wenn Sie eine oszillierend-rotierende oder eine Schallzahnbürste verwenden, wählen Sie die richtige Zahnpasta. Stark schmirgelnde Produkte können Ihren Zähnen schaden. In unserem Ratgeber Zahnpasta – die Putzhilfe aus der Tube helfen wir Ihnen bei der Orientierung. Fast alle Ultraschallzahnbürsten benötigen eine spezielle Zahnpasta, die den reinigenden Schaum im Mund bilden kann und ohnehin keine schmirgelnden Anteile enthält.

Welche Bürste ist die richtige für Ihre Zähne?

Falls Sie unsicher sind, welche Zahnbürste für Sie die richtige ist, fragen Sie Ihren Zahnarzt um Rat. Er kennt Ihre Zähne und Ihre individuelle orale Gesundheitssituation am besten und kann Ihnen eine Empfehlung geben. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Wahl auch immer die Folgekosten, die besonders bei einer Ultraschallzahnbürste recht hoch sind (Zahnpasta, Bürstenköpfe).

Wie viel kosten elektrische Zahnbürsten?

Sehr einfache E-Zahnbürsten erhalten Sie schon ab drei bis vier Euro. Diese Modelle sehen fast aus wie eine normale Handzahnbürste, haben eine herausnehmbare Batterie im Griff und keinerlei zusätzliche Funktionen. Die günstigsten Versionen der rotierend-oszillierenden Zahnbürsten mit Ladestation beginnen schon etwa bei sieben Euro, für das teuerste Modell mit allerlei Zusatzfunktionen und zwei Handstücken vom Marktführer Oral-B muss man schon fast 400 Euro locker machen. 

Die Preise von Schallzahnbürsten bewegen sich von etwa acht Euro für die bescheidensten Versionen bis hin zu rund 400 Euro für die Premiumgeräte namhafter Hersteller. 

Ultraschall-Zahnbürsten gibt es ab etwa 130 Euro aufwärts, die teuersten Modelle kosten rund 300 Euro. Die spezielle Zahncreme oder das Gel für die Zahnbürste schlägt mit fünf bis 15 Euro pro Tube zu Buche, die Bürstenköpfe kosten pro Stück etwa vier bis sieben Euro.

Fazit:

Eine sorgfältige tägliche Reinigung ist – neben den Kontrollbesuchen in der Zahnarztpraxis – wichtig für gesunde Zähne. Ob Sie eine Handzahnbürste verwenden, die 60.000 Schwingungen einer Schallzahnbürste bevorzugen oder Ultraschall für die Reinigung verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Alle Zahnbürsten erzielen gute bis sehr gute Reinigungsergebnisse, wobei sich Technik und Preis deutlich unterscheiden. Für Menschen mit Bewegungseinschränkungen können Schall- und Ultraschall-Zahnbürsten die tägliche Zahnpflege sehr erleichtern. Die Stiftung Warentest nimmt in jedem Jahr elektrische Zahnbürsten unter die Lupe und kann dabei helfen, in der schwer überschaubaren Produktvielfalt einen Überblick zu bekommen.


Dieser Artikel soll das Verständnis und Wissen über allgemeine Mundgesundheitsthemen fördern. Er ist nicht als Ersatz für professionelle Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Lassen Sie sich bei Fragen zu einer Erkrankung oder Behandlung immer von Ihrem Zahnarzt oder einem anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleister beraten.