Backenzähne – die stärksten Zähne im Gebiss

Sie sind die kräftig gebauten, fest verwurzelten Zermalmer im Mund. Ausgestattet mit breiten Kauflächen und Höckern und Mulden auf den Zahnkronen, verbergen sich die kleinen und großen Backenzähne weiter hinten seitlich im Gebiss und sorgen für die Zerkleinerung der Nahrung. Wir haben Wissenswertes über die größten Zähne im menschlichen Kiefer zusammengetragen.

Warum heißt es Backenzahn?

Der Name bezeichnet die Position im Gebiss, da diese Zähne sich seitlich in der Backe befinden. Das ist aber nur einer der Namen für die stärksten Vertreter in unserem Zahnschema. Die Backenzähne werden auch Mahlzähne, Prämolaren oder Vormalzähne (die kleinen, vorderen Backenzähne) oder Molaren (die großen hinteren Backenzähne) oder auch schlicht zusammenfassend Seitenzähne genannt. Die Molaren – oder Molarzähne – haben ihren ihren Namen aus dem Lateinischen: Molaris bedeutet Mühlstein. Der erste große Backenzahn wird auch Sechsjahrmolar genannt, da er im Alter von sechs Jahren bei Kindern in die Mundhöhle durchbricht. 

Wie setzt sich das Zahnschema zusammen?

Wenn man die Weisheitszähne mitzählt, hat jeder Mensch 32 Zähne, sofern alle vier Weisheitszähne überhaupt erscheinen. Auch die Weisheitszähne gehören zu den Backenzähnen; sie werden allerdings als Überbleibsel aus der Steinzeit und als überflüssig für die Funktion des Gebisses bewertet. Das Gebiss wird nach einem international einheitlichen Zahlensystem in vier Quadranten eingeteilt (links, rechts, Oberkiefer und Unterkiefer). Ganz vorn sitzen die Schneidezähne, dort wird genau in der Mitte mit der Zählung bei 1 begonnen und Richtung Backenzähne weitergezählt. Je nachdem, ob es sich um den linken oder rechten Quadranten oder um den Ober- oder Unterkiefer handelt, wird der Zahnnummer eine 1, 2, 3 oder 4 vorangestellt. Die Backenzähne tragen in diesem Schema die Nummern 4–7, die Weisheitszähne als letzte in der Reihe sind immer die Nummer 8. In sehr seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ein neunter Backenzahn, also ein vierter Molar, in der Zahnreihe wächst. Dann hängt es vom Zustand der restlichen Zähne und dem Platz im Kiefer ab, ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist.  

Wodurch unterscheiden sich die Backenzähne von anderen Zähnen?

Im Gegensatz zu den Schneidezähnen, die scharfe Kanten zum "Schneiden" besitzen, oder den Eckzähnen, die lang und spitz geformt sind, sind die Backenzähne breit und kraftvoll. Ihr Zweck ist es, die Nahrung zu zermahlen und zu verkleinern, die vorher von den Frontzähnen in kleinere Stücke zerteilt wurde. Sie haben eine große Kaufläche, die mit Grübchen und Zahnhöckern ausgestattet ist. Beim Kauen werden Speisen vom Aufeinanderreiben dieser Höcker zerrieben und können dann problemlos geschluckt werden. Die kleinen Backenzähne haben 1 bis 2 Zahnwurzeln, die hinteren Backenzähne im Oberkiefer 3, im Unterkiefer meistens 2 Wurzeln. Damit sind sie im Kiefer fest verankert und können große Belastungen aushalten. Die Wurzeln der Weisheitszähne können in sehr verschiedenen Formen erscheinen – zum Beispiel stark verkrümmt oder wie ein Widerhaken gebogen, manchmal kommen auch bis zu 5 Zahnwurzeln vor. Das erschwert unter Umständen ein Entfernen des Zahns. Daher wird der Zahnarzt immer erst ein Röntgenbild zu Rate ziehen, um das weitere Vorgehen zu beurteilen. 

Welche Backenzähne gibt es?

Die kleinen Backenzähne oder Vormahlzähne – Nummer 4 und 5 im Kiefer – sitzen direkt hinter den Eckzähnen. Diese Zähne sind auch im Milchgebiss von Kindern schon vorhanden und fallen später aus, um den bleibenden Zähnen Platz zu machen. Die großen Backenzähne haben keinen "Milchplatzhalter" und erscheinen im Alter von 6 Jahren gleich als bleibende Zähne im Kindermund. Daher wird ihr Auftritt meistens gar nicht bemerkt, weil dafür keine Milchzähne ausfallen müssen. Die Weisheitszähne – die dritten Molaren – erscheinen als letzte im bleibenden Gebiss, etwa im Alter von 17 bis 25 Jahren. Dann ist die restliche Zahnreihe schon komplett, und es wird eng im Mund. Wenn Weisheitszähne Probleme machen, zum Beispiel im Zahnfleisch steckenbleiben oder andere Zähne verschieben, werden sie gezogen oder operativ entfernt. Sie werden nie durch Zahnersatz ersetzt, denn sie sind in unserem Kiefer nicht wichtig für eine gesunde Kaufunktion. Mehr über Weisheitszähne erfahren Sie hier: Alles was Sie über Weisheitszähne wissen müssen

Müssen gezogene Backenzähne ersetzt werden?

Wenn eine Wurzelbehandlung oder Wurzelspitzeresektion einen Backenzahn nicht mehr retten kann, muss er vom Zahnarzt gezogen werden. Eine Lücke in der Zahnreihe wirkt sich auch auf andere Zähne und den Kieferknochen aus und kann Fehlstellungen verursachen, deshalb muss der Zahn ersetzt werden. Eine Brücke oder ein Implantat stellt die Kaufunktion wieder komplett her und sorgt auch dafür, dass andere Zähne nicht in die Lücke kippen oder sich der Kieferknochen zurückbildet. Denn Kiefer und Zahnhalteapparat leben vom Gegendruck, ohne den sich auf Dauer der Knochen zurückbildet und der Verlust weiterer Zähne droht. Hier erhalten Sie detaillierte Information dazu: Warum müssen fehlende Zähne ersetzt und Zahnlücken geschlossen werden?

Fazit:

Die Backenzähne sind durch ihre Form und ihre Stärke essentiell für das Zerkleinern von Nahrung. Ohne sie könnten die restlichen Zähne den Speisebrei nicht ausreichend für das Schlucken und die Verdauung vorbereiten. Trotz ihrer kräftigen Statur können auch Backenzähne von Karies befallen werden. Versäumen Sie also nicht, zwei Mal täglich gründlich die Zähne zu putzen, Zahnseide zu verwenden und regelmäßig ihren Zahnarzt zur Kontrolle aufzusuchen.