Zahnschmuck – Bling-Bling für die Zähne

Wenn es bei einem strahlenden Lächeln golden glänzt, glitzert oder gar das Logo des Lieblings-Fußballvereins auf einem Frontzahn leuchtet, dann ist Zahnschmuck im Spiel. Namen wie Grillz, Dazzler, Rap Caps oder Skyces sagen Ihnen nichts? Dann lesen Sie einfach weiter und erfahren Sie alles über die dentalen modischen Accessoires. Eins haben sie aber alle gemeinsam: Jede Art von befestigtem Zahnschmuck sollte von der kompetenten Hand eines Zahnarztes angebracht werden, sonst drohen dauerhafte Schäden.

Zur Geschichte des Zahnschmucks

Zahnschmuck ist ein moderner Trend mit sehr alten Wurzeln. Auch im Altertum glitzerte es bereits im Mund. In Grabanlagen in Abu Dhabi aus der Zeit um 2700 v. Chr. wurden mit Blattgold verzierte Zähne aus der Umm al-Nar-Kultur gefunden. Schon um etwa 1000 v. Chr. verwendeten die Chinesen Blattgold, um damit Karieslöcher zu füllen. Die Mayas verzierten ihre Frontzähne um das Jahr 900 herum mit Schmucksteinchen aus Jade, Pyrit, Cinnabarit oder Hämatit und bohrten dafür präzise passende Löcher in die Zähne. In Japan hingegen galten geschwärzte Zähne bei verheirateten Frauen als erotisch und als Symbol ehelicher Treue. 

Ist Zahnschmuck schädlich?

Der heute verwendete Zahnschmuck wird sehr zahnschonend angebracht. Abhängig von der Art des Schmucks ist meistens ein leichtes Aufrauhen des Zahnschmelzes mit Säure erforderlich, damit die Verzierung aufgeklebt werden und mehrere Jahre halten kann. Das Anbringen und Entfernen von Zahnschmuck sollte immer beim Zahnarzt erfolgen, damit Sie die größtmögliche Sicherheit haben, dass die Zähne nicht mehr als nötig angegriffen werden. Nach dem Entfernen von aufgeklebtem Zahnschmuck muss der Zahnarzt die Stelle polieren und fluoridieren, um den Zahnschmelz wieder zu stärken.  

Warum sollte nur der Zahnarzt Zahnschmuck anbringen?

Zahnschmuck sollte nur auf einem gesunden, unbeschädigten und kariesfreien Gebiss befestigt werden. Diese Diagnose kann nur Ihr Zahnarzt nach einer gründlichen Untersuchung stellen. Er verwendet außerdem einen professionellen Kleber für die Befestigung, der deutlich haltbarer ist als im Handel gekaufte Produkte. 

Individueller Zahnschmuck für jeden Geschmack

Das Angebot für Zahnverzierungen ist vielfältig. Von dezent funklenden Glitzersteinchen bis hin zur goldenen Rapper-Zahnleiste ist alles möglich. 

Zahn-Tattoos – geklebt oder gemalt

Gestochen wird hier nichts: Aufgeklebte Tattoos für die Zähne sind die schonendste Variante des Zahnschmucks. Kleine Abziehbilder mit farbigen Miniaturbildchen werden auf die Zähne geklebt. Die Haltbarkeit beträgt dabei nur ein bis drei Tage; mit einer anderen Klebetechnik kann das Tattoo aber auch einige Wochen halten. Eine dauerhafte Methode, kleine Motive auf Zähne aufzubringen, ist das Bemalen einer Krone. Während der Anfertigung des Zahnersatzes im Labor verziert der Zahntechniker die Krone mit dem gewünschten Motiv und brennt es in der Keramikverblendung ein.  

Twinkles

Twinkels sind winzige Halbreliefs oder Symbole – oft aus dünner Goldfolie, Gold oder Weißgold –, die auf die Zähne geklebt werden. Für die Befestigung wird der Zahnschmelz mit einer Säure leicht angeraut und die Twinkles mit einem speziellen Kleber auf dem Zahn angebracht. Auf diese Weise angebrachter Zahnschmuck kann bei fachmännischer Anbringung durch den Zahnarzt mehrere Jahre lang halten und rückstandlos wieder entfernt werden.

Skyces

Damit bezeichnet mal kleine Schmucksteine, die aus hochwertigem Kristallglass, Strass oder sogar aus echten Brillanten, Saphiren oder Rubinen angefertigt sind. Die glitzernden Steinchen sind relativ flach, und der Untergrund des Schmucks ist verspiegelt, um bei Lichteinfall das Glitzern zu erzeugen. Auch diese Schmuckstücke für die Zähne werden dauerhaft auf den Zahnoberfläche geklebt.

Dazzler

Dieser Zahnschmuck besteht aus dünner Goldfolie und wird in Form von Figuren, Symbole oder Buchstaben auf die Zähne geklebt und unter Licht ausgehärtet. Die Haltbarkeit beträgt ebenfalls mehrere Jahre, eine problemlose Entfernung ist jederzeit möglich.

Rap Caps

Dieser Trend stammt aus der Hip Hop und Rap Szene in den USA. Rap Caps sind goldene Kappen, die über einzelne Zähne geschoben werden. Meistens werden die Schneide- oder Eckzähne damit verziert. Die Rap Caps werden als Pseudokronen angefertigt und sind meistens weich unterfüttert, um die Zähne nicht zu schädigen. Solche falschen Kronen wirken im Mund etwas größer, da anders als bei einer echten Krone der Zahn nicht beschliffen wird und die Caps nur über den Zahn gestülpt werden. Sie lassen sich nach Belieben einsetzen und wieder herausnehmen. 

Grillz

Dezent geht anders: Wer die volle Ladung Bling im Mund haben möchte, setzt auf Grillz. Bei dieser Schmuckvariante werden gleich mehrere Zähne hinter einer auffälligen Leiste aus Edelmetallen und Edelsteinen versteckt, der oft über die gesamte Frontzahnreihe reicht, und zwar oben und unten. Die kostspieligere Variante wird nach einem Gebissabdruck beim Zahnarzt hergestellt und genau auf die eigenen Zähne angepasst. Die preiswertere Version, nur mit Wachs im Innenbereich auf Passform gebracht, kann sich unangenehmer und unsicherer im Mund anfühlen. Die laut Guinness Buch der Rekorde teuersten Grillz besitzt die Sängering Katy Perry, deren Zahnschmuck einen Wert von einer Million US Dollar hat. 

Vampirzähne

Freunde der Gruselgeschichten um Graf Dracula können sich beim Zahnarzt besonders spitze und lange Eckzähne anfertigen lassen. Für eine permanente Befestigung an den eigenen Eckzähnen werden diese beschliffen und die künstlichen Verlängerungen mit Zement darauf befestigt. Alternativ gibt es auch durchsichtige Schienen, in denen die Vampir-Eckzähne fest eingebaut sind. Für diese zahnschonende Variante müssen die Zähne nicht angeraut werden, und die Schiene lässt sich einfach einsetzen und wieder herausnehmen.

Was kostet Zahnschmuck?

Das Verzieren der Zähne mit Schmuck ist eine rein kosmetische Maßnahme, daher müssen alle Kosten selbst getragen werden. Der Schmuck selbst fällt je nach Material und Ausfertigung unterschiedlich ins Gewicht. Ein echter Edelstein ist entsprechend teurer als ein kleines Steinchen aus hochwertigem Kristallglas. Die professionelle Anbringung von Skyces, Twinkles oder Dazzlern kostet beim Zahnarzt etwa zwischen 30 und 100 Euro Arbeitsaufwand. Nach Gebissabdruck angefertigte Rap Caps oder Grillz variieren sehr stark in den Kosten (siehe Katy Perry), da nicht nur das Material und die Ausführung berücksichtigt werden muss, sondern auch der Abdruck beim Zahnarzt. 

Wie pflegt man geschmückte Zähne?

Das oberste Gebot ist eine sehr gute Mundhygiene und gründliche Pflege. Jede Art von fest angebrachtem Zahnschmuck – bis auf Zahntattoos – bedeutet mehr Oberfläche und mehr unregelmäßige Kanten, an denen sich bakterielle Zahnbeläge bilden können. Daher sollten Sie vor allem dem Bereich mit Zahnschmuck besondere Aufmerksamkeit widmen und ihn sorgfältig reinigen, damit sich keine Randkaries bildet. Vor dem Anbringen des Schmucks sollte unbedingt eine Professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden, damit der Untergrund bestens gesäubert und vorbereitet ist. 

Welche Risiken birgt Zahnschmuck?

Abgelöster Zahnschmuck kann versehentlich verschluckt werden. Trotz dauerhaften Aufklebens kann ein Schmucksteinchen abfallen und auch eingeatmet werden. Dann kann der Fremdkörper nur noch mit einer Bronchoskopie wieder entfernt werden. Rap Caps oder Grillz, die nicht individuell in der Zahnarztpraxis angepasst wurden, können durch schlechten Sitz das Zahnfleisch reizen und entzünden. Bei schlechter Mundhygiene kann daraus eine Parodontitis entstehen. Wenn Zahnschmuck abplatzt, kann dabei auch der Schmelz beschädigt werden. 

Fazit:

Wer schöne weiße Zähne hat, kann mit individuellem Zahnschmuck einen zusätzlichen Hingucker erzeugen. Ob es sich um ein dezentes Kristallsteinchen oder eine ganze goldene Zahnreihe handelt, für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei. 

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