• Zahnpflege

Die Achillesferse der Spitzensportler: Zahngesundheit

Im Sport entscheiden oft nur Millimeter – oder Millisekunden – über Sieg oder Niederlage. Um die beste sportliche Leistung zu erzielen, werden Muskeln geformt und gedehnt, die Ausdauer trainiert und der athletische Körper von Kopf bis Fuß für die jeweilige Sportart optimiert. Wenn dann schon beim Aufwärmen eine Zerrung die Aussicht auf den Sieg vereitelt oder einem schneller die Puste ausgeht als erhofft, vermuten die wenigsten die Ursache dafür im Mund. Dabei können sich in der Mundhöhle allerhand Gründe verbergen, warum Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit lieber in den Keller gehen anstatt aufs Siegertreppchen.   

Mikrobenkleine Ursache, große Wirkung

Bei aller Hingabe zum gestählten Körper und Geist sollte der Mensch mit sportlichen Ambitionen auch den regelmäßigen Besuch beim Zahnarzt nicht versäumen. Und zwar nicht nur deshalb, weil sich schöne und gesunde Zähne beim Lächeln vom obersten Podestplatz optisch einfach besser machen. Der Mund ist von Natur aus ein Bakterientummelplatz. Das ist nicht weiter schlimm, solange man den lästigen Mikroorganismen immer wieder zeigt, wo der Hammer hängt (beziehungsweise die Zahnbürste). Dürfen die Bakterien zu lange machen, was sie wollen, gibt es Ärger. Und den kann es dann nicht nur im Mund, sondern überall im Körper geben. 

Schlechte Zähne sind eine Leistungsbremse

Wer sportlich hoch hinaus will, muss auch auf sein Gebiss achten. Wenn es mal ein bisschen blutet beim Zähneputzen, ist das für einen Hochleistungs-Profi natürlich kein Beinbruch. Es könnte aber durchaus einer werden, wenn die Ursache nicht festgestellt und beseitigt wird. Stille und chronische Entzündungen schwächen den Körper und mindern die Leistungsfähigkeit. Das Immunsystem läuft dann bereits einen Marathon, um angriffslustige Keime und Bakterien zu beseitigen und kann nicht auch noch bei sportlichen Meisterleistungen unterstützen.  

Wird aus einer Zahnfleischentzündung unbemerkt eine Parodontitis, dann wackelt die Chance auf einen Sieg im Wettkampf erst recht. Das Gleiche kann übrigens auch schnell mit den Zähnen passieren. Wenn der Zahnhalteapparat sich entzündet, zieht sich das Zahnfleisch zurück (nicht schön), die Zähne verlieren ihren Halt im Knochenbett (das wird unangenehm und teuer), und über die Blutbahn kann sich die Infektion auf den ganzen Körper ausbreiten (das kann gefährlich werden). Die Bakterien können sogar Herzklappen besiedeln und stehen im Verdacht, Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Probleme und andere schwere Erkrankungen auszulösen. Zahnherde können auch Fieber oder unklare Beschwerden auslösen, deren Ursache nicht unbedingt im Mund vermutet wird. Der Sportzahnarzt nennt das leistungsmindernde Störfelder. Kurz gesagt: Wenn es unten weh tut, kann weiter oben ein infizierter Zahn daran schuld sein.

Was Spucke mit Energydrinks zu tun hat

Getränke, die wach und fit machen und den Flüssigkeitsverlust beim Sport ausgleichen, sind beliebt bei sportlichen Leistungsträgern. Bei intensivem Training oder Wettkämpfen steht der Körper aber so unter Stress, dass Triathleten, Läufern, Radsportlern oder Fußballern förmlich die Spucke wegbleibt. Beides zusammen ist eine äußerst ungünstige Kombination: Energydrinks oder isotonische Getränke enthalten oft viel Zucker und produzieren Säuren im Mund; der Speichel, der die Zähne normalerweise vor Säureangriffen schützt, bleibt weg. Die Zähne stehen praktisch ohne Manndeckung da und sind zerstörerischen Einflüssen hilflos ausgeliefert. Zahnschmelzerosionen und Karies sind die Folge. Autsch.

Sportlicher Erfolg braucht den richtigen Biss

Auch die Zähne haben gewissermaßen eine Mannschaftsaufstellung, in der jeder einzelne Spieler im Kiefer seine Position und Aufgabe hat. Anders als beim Fußballspiel reichen aber schon kleine Fehlstellungen, und der Zusammenbiss von Ober- und Unterkiefer – die Okklusion – ist gestört. Die Kiefermuskeln strengen sich an, das anatomische Ungleichgewicht zu korrigieren. Die negativen Auswirkungen dieser Versuche äußern sich in Form von Kopf- oder Rückenschmerzen, Tinnitus oder Schwindelanfällen. Über Muskeln und Nerven ist der Kiefer mit der Wirbelsäule verbunden; Probleme mit dem Gebiss wirken sich also auch auf Bewegungsabläufe und die Körperstatik aus. 

Sportliche Leistungsoptimierung beim Zahnarzt

Die Sport-Zahnmedizin ist in den USA schon seit rund 30 Jahren eine feste Größe. In Deutschland ist die Zertifizierung zum Zahnarzt für Sportler:innen erst seit einigen Jahren möglich. Die Aufgaben in der zahnärztlichen Betreuung von Sportler:innen beinhalten weit mehr, als nur am Spielfeldrand ausgeschlagene Zähne zu retten. Qualifizierte Sportmediziner:innen erhalten ein erweitertes Spezialwissen in der Traumatologie, ermitteln und beseitigen Störfaktoren im Mundraum wie Entzündungen oder Fehlbisse und können mit speziellen Performance-Zahnschienen sogar zur Leistungssteigerung beitragen. Das kommt Profis wie Amateuren zugute.

Hier finden Sie zahnmedizinische Experten in Ihrer Umgebung:

Tipps für Amateur-, Hobby- und Leistungssportler:innen

Bitte gleich im Trainingsplan eintragen: Für eine gute Zahngesundheit zweimal täglich Zähneputzen, Zahnzwischenräume reinigen, Termin mit dem Zahnarzt zur Kontrolle und zur professionellen Zahnreinigung machen. Gegen Probleme durch Fehlstellungen im Biss gibt es individuelle Zahnschienen, bei leichten Zahnfleischentzündungen hilft regelmäßige und gründliche Zahnpflege. Wenn schon zuckerhaltige Energydrinks verzehrt werden, dann lieber mit einem Strohhalm, das belastet die Zähne weniger. Danach sollte der Mund mit Wasser ausgespült werden, um zahnschädigende Säuren zu neutralisieren. Gegen Mundtrockenheit beim Sport besser ungesüßte Tees oder Mineralwasser trinken. Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker wirkt sich nicht nur positiv auf die Leistungsfähigkeit aus, sondern hilft auch den Zähnen, gesund zu bleiben. Und gesunde Zähne stören garantiert nicht beim Gewinnen. 

Fazit

Sport ist gesund – und mit gesunden Zähnen noch erfolgreicher. Lassen Sie sich nicht von Karies, Gingivitis oder Parodontitis aus der Bahn werfen. Eine gute Zahngesundheit fördert die körperliche Fitness und das Wohlbefinden. Fragen Sie Ihren (Sport-) Zahnarzt.