Mundgeruch – wenn schlechter Atem einsam macht

Wenn man von Mundgeruch spricht, meint man in der Regel nicht den Geruch, der als Ausdünstung den Mund nach einem ausgiebigen Abend beim Italiener in Form einer Knoblauchfahne verlässt. Gemeint ist damit auch nicht die Nikotinausdünstung nach der letzten Zigarette oder der pelzige Geschmack im Mund morgens nach dem Aufstehen. Mundgeruch beschreibt anhaltend faulig riechenden Atem aus dem Mund. Medizinisch spricht man von Foetor ex ore, was wörtlich übersetzt "übler Geruch aus dem Mund" bedeutet, oder man spricht von einer Halitosis, wenn der üble Geruch auch aus der Nase bei geschlossenem Mund austritt. Häufig weist genau dieser Geruch darauf hin, dass irgendetwas in unserem Körper nicht richtig funktioniert. Das kann ein Bakterienüberschuss im Mund durch mangelnde Mundhygiene sein oder ein entzündlicher Prozess im Mund und Rachenraum oder der inneren Organe. Es ist wie das Symptom einer Erkrankung zu betrachten. Sehen wir es also nicht als Belästigung an, sondern als Warnsignal. Es gilt den Ursachen auf den Grund zu gehen – möglichst mit ärztlicher Hilfe.

Wie entsteht Mundgeruch eigentlich?

Die Luft, die wir ausatmen, besteht zum überwiegenden Teil aus Stickstoff. Ein Restbestand von ca. 20% unverbrauchtem Sauerstoff und ca. 5% Kohlendioxid bildet neben nur 1% anderer Gase den messbaren Rest. Bei den anderen Gasen können Schwefelverbindungen auftreten, die trotz Ihrer geringen Konzentration im Ganzen das Gesamtergebnis bedeutend nach unten ziehen können. Schwefel riecht übel und kann unserem gesamten Atem einen unangenehmen Geruch verleihen. Schwefelverbindungen entstehen beim Zersetzungsprozess durch Bakterien. Nahrungsreste, Entzündungsherde im Mund oder im ganzen Körper bilden den perfekten Lebensraum. Findet eine große Population an Bakterien ausreichend Arbeit in unserem Mund, ist das Ergebnis Mundgeruch. 

Was sind Ursachen für Mundgeruch?

  • Mangelnde Mund-, Zahn- und Zungenhygiene (bakterieller Zahnbelag (Plaque), bakterieller Zungenbelag)
  • Karies und andere Zahnprobleme (z.B. offene Wurzelkanäle)
  • Abszesse, Aphthen und Fisteln im Mund, Mundschleimhautentzündungen
  • Entzündungen des Zahnfleischs – Gingivitis und Parodontitis
  • Pilzinfektion oder Tumoren in der Mundhöhle
  • Zahnimplantate, Kronen und Brücken sowie schlecht gereinigte Prothesen
  • Mundtrockenheit, verminderter Speichelfluss (z. B. durch Stress, Schnarchen, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme oder Medikamente)
  • Ernährungsumstellung, Hunger oder Mangelernährung
  • Refluxerkrankung, Sodbrennen (Magensäure gelangt in den Mundraum)

5 Wege, um Mundgeruch festzustellen:

Das Gefühl, Mundgeruch zu haben, kann sehr verunsichern. Man kommuniziert automatisch seltener und kann weniger selbstbewusst auftreten. Die Verunsicherung geht bei einigen Menschen sogar so weit, dass sie sich einbilden, Mundgeruch zu haben, obwohl dies gar nicht stimmt. Diese Angst vor Mundgeruch nennt man auch Halitophobie oder Pseudo-Halitosis. Aber wie kann man feststellen, ob der Atem aktuell nicht gut riecht? Das oft praktizierte In-die-hohle-Hand-atmen funktioniert leider in den meisten Fällen nicht. Hier ein paar Tipps:

  • Fragen Sie eine Person Ihres Vertrauens.
  • Atmen Sie in eine leere Plastiktüte und riechen anschließend an der ausgeatmeten Luft.
  • Der Schleck-Test: Lecken Sie mit der ganzen Zunge z.B. an Ihrem Unterarm oder am Handgelenk und riechen anschließend an der getrockneten Stelle.
  • Der Stäbchen-Riechtest: Nehmen Sie z.B. mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe aus ihrem Mund und riechen Sie anschließend daran.
  • Der Halimeter-Test: Das Halimeter ist ein medizinischer Messapparat zur Bestimmung von Mundgeruch, den die meisten Privatpersonen wahrscheinlich nicht zur Verfügung haben werden. Wenn Sie sich in Behandlung in eine Zahnarztpraxis begeben, kann dort meistens ein Messwert bestimmt werden.

7 Tipps, die gegen Mundgeruch helfen

  • Beugen Sie dem Mundgeruch durch eine tadellose Mundhygiene vor. Zähne putzen reduziert die Anzahl der Bakterien im Mund und ist so die beste Prävention.
  • Gehen Sie zur Vorsorgeuntersuchung zu Ihrem Zahnarzt und lassen Sie Ihre Zahnfüllungen, Kronen und Brücken auf versteckte Karies untersuchen, oder gönnen Sie sich gleich eine Professionelle Zahnreinigung. Ihr Zahnarzt kann am besten die Ursache für Mundgeruch herausfinden.
  • Achten Sie auf Ihren Lifestyle. Vermeiden Sie Nikotin, Alkohol und Lebensmittel, die dafür bekannt sind, Mundgeruch zu verursachen.
  • Reinigen Sie auch Ihre Zunge mit einem Zungenschaber oder mit der Rückseite Ihrer Zahnbürste, die oftmals für diese Aufgabe ausgestattet wurde.
  • Zitronensaft oder Kaubonbons wirken gegen einen trockenen Mund und regen den Speichfluss an. Ein angeregter Speichelfluss reduziert die Bakterien in unserem Mund. Achten Sie bitte auf zuckerfreie Bonbons, da Zucker von Bakterien zersetzt wird und dadurch wiederum Mundgeruch entsteht.
  • Zuckerfreier Kaugummi reduziert ebenfalls die Bakterien im Mund und regt den Speichelfluss an.  
  • Benutzen Sie Mundspüllösungen, vor allem solche mit antibakterieller Wirkung

Nutzen Sie diese Lebensmittel gegen Mundgeruch:

  • Grüner Tee hat antibakterielle Eigenschaften.
  • Ähnliches gilt für Zimt, der ätherische Öle enthält und Mundgeruch bekämpft. Verfeinern Sie einfach Ihr Frühstücks-Müsli mit einer Prise Zimt.
  • Das Kauen von Früchten und frischem Gemüse, wie Sellerie oder Äpfeln, beseitigt gleich zweifach Mundgeruch: Es fördert den Speichelfluss, und die feste Konsistenz schrubbt festsitzende Bakterien auf den Zähnen einfach weg.
  • Das Zerkauen von Kaffeebohnen soll beim Mundgeruch helfen, der aus dem Magen kommt.
  • Das Kauen von Anis, Fenchel, Dill oder Petersilie soll den Atem reinigen. 
  • Essen Sie Natur-Joghurt oder trinken Sie Milch. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien verhindern die Ausbreitung von Fäulnisbakterien.

Welche Arten von Munderuch gibt es?

Die Art des Mundgeruchs lässt mitunter auch Rückschlüsse auf die jeweilige Ursache zu. Eine genaue Diagnose sollte natürlich immer der Arzt bzw. Zahnarzt stellen.

  • Ein süßlicher Mundgeruch deutet oftmals die Zuckerkrankheit Diabetes oder Diphtherie hin.
  • Ein alkoholischer Aceton-Mundgeruch (ähnlich dem Geruch nach Nagellackentferner) deutet auf Diäten oder Fastenkuren hin oder bei Diabetes-Patienten auf Unterzuckerung. Die Anwesenheit von Ketonen erzeugt diesen Geruch.
  • Ein starker Ammoniakgeruch im Atem lässt auf ein schwere Leber- oder Nierenerkrankung schließen.
  • Ein säuerlicher Mundgeruch lässt auf einen Reizmagen oder Sodbrennen schließen.
  • Mundgeruch am Morgen lässt auf einen trockenen Mund in der Nacht schließen. Auch Schnarchen kann eine Ursache sein.

In mehr als 90 Prozent aller Fälle liegt die Ursache für Mundgeruch im Bereich der Mundhöhle. Daher erfolgt nach der Einstufung des Mundgeruchs in der Regel die Inspektion der Mundhöhle durch einen Zahnarzt.

 

Eine kohlenhydratarme Ernährung kann auch "Ketonatem" verursachen. Diese Diäten bewirken, dass der Körper Fett als Energiequelle verbrennt. Das Endprodukt bei der Herstellung dieser Energie sind Ketone, die beim Ausatmen einen fruchtigen acetonartigen Geruch im Atem verursachen. Dieser fruchtige Geruch bei einem Diabetiker könnte auf unkontrollierten Blutzucker hinweisen.

Fazit:

Betroffenen von unangenehmen Mundgeruch kann oft durch eine Behandlung in der Zahnarztpraxis geholfen werden. Die häufigste Ursache ist eine unzureichende Mundhygiene. In seltenen Fällen liegt die Ursache für starkem Mundgeruch im Hals-Nasen-Ohren-Bereich oder an Magen-Darm-Erkrankungen, die dann von einem HNO-Arzt oder einem Internisten behandelt werden. Mundgeruch Ursachen sind flüchtige Schwefelverbindungen, die von geruchsbildenden Bakterien erzeugt werden. Schlechter Atem und der unangenehme Geruch sind oftmals Symtome für eine Erkrankung, die von einem Arzt untersucht werden sollte.