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Zahnkorrektur mit der unsichtbaren Zahnspange (Clear Aligner)

Autorin: Dr. Mandana Chavoosh-Zadeh, DentNet Zahnärztin in Geesthacht

Der Wunsch nach schönen Zähnen ist allgegenwärtig. Weiß, ebenmäßig und gerade sollen sie sein. Stehen bei Kindern die Zähne schief, bekommen sie vom Zahnarzt eine feste Zahnspange. Bunte Brackets, Drähte und Gummischlaufen auf den Zähnen machen sich jedoch beim Lächeln von Erwachsenen nicht ganz so gut. Unsichtbare Zahnschienen (Clear Aligner) sollen helfen und den Zähnen im beruflichen Alltag unauffällig wieder Haltung geben. Wie funktioniert das und was kostet es? Kann damit jede Zahnfehlstellung behandelt werden?

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Seit wann gibt es Clear Aligner?

Schon im Jahr 1945 gab es erste Ansätze für die unsichtbare Zahnschiene. In den USA erzielte Kieferorthopäde Dr. Harold Kesling Behandlungserfolge mit elastischen Geräten, die in aufeinanderfolgenden Schritten angewendet wurden. Er glaubte bereits damals daran, dass größere Zahnbewegungen mit einer Reihe von Tooth Positionern erreicht werden können. In den 1970er Jahren entwickelte Dr. Osamu Yoshii in Japan den Dynamic Positioner. Das Gerät auf Silikonbasis diente zur Umformung ganzer Zahnbögen bei Heranwachsenden in der zweiten Wechselgebissphase.

In Deutschland führte Professor Dr. Hinz in Herne den Elasto-Aligner mit einem verbesserten Silikon ein. Dieser musste nur zwei Stunden täglich und über Nacht getragen werden. Das Verfahren der bekannten Invisalign Aligner wurde 1997 in den USA entwickelt und 2001 zum ersten Mal in Deutschland vorgestellt. 2017 liefen die Patente der Firma Align Technology aus, und zahlreiche Start-ups brachten seitdem ihre eigenen Aligner auf den Markt. Heute bestehen die transparenten Zahnschienen aus hauchdünnem, hochwertigen Kunststoff. 

Wie funktionieren die unsichtbaren Zahnspangen?

Vor Beginn einer Aligner-Therapie steht eine eingehende Untersuchung und Beratung durch einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden. Dabei wird geklärt, ob die Zahnfehlstellung mit den Schienen behandelt werden kann. Falls ja, wird ein Digital-Scan oder ein Gebissabdruck vom Ausgangszustand der Zähne angefertigt. Aus diesen Daten wird mit 3D-Computertechnologie ein individueller Behandlungsplan errechnet, der auch das gewünschte Endergebnis beinhaltet. Der Patient kann sich seine begradigten Zähne sogar vorher als digitale Simulation auf dem Bildschirm ansehen. Auf Basis des Plans stellt das Zahnlabor einen kompletten Satz Zahnschienen her, die der Patient nacheinander tragen muss. 

Die herausnehmbaren Zahnschienen werden 18 bis 22 Stunden täglich getragen und nur zum Essen, zur Zahnpflege und bei einigen sportlichen Aktivitäten herausgenommen. Je nach Behandlungsplan wird die Schiene nach etwa sieben bis vierzehn Tagen gewechselt und die nächste Phase eingesetzt. Die unsichtbaren Zahnspangen üben einen sanften Druck auf die Zähne aus und schieben sie nach und nach in die gewünschte Position.

Die Dauer einer Behandlung mit den Schienen hängt vom Ausmaß der Fehlstellungen und von der Disziplin des Trägers ab. Eine Zahnkorrektur mit Alignern kann sich von einigen Monaten bis zu zwei oder drei Jahren bei sehr komplexen Fällen hinziehen. Eine zahnärztliche oder kieferorthopädische Betreuung während der Behandlung ist wichtig, um unerwünschte Zahnbewegungen oder sonstige Komplikationen rechtzeitig zu erkennen. 

Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, ist ein Retainer nötig, der die Zähne daran hindert, sich wieder in die Ursprungsposition zurückzubewegen.

Welche Fehlstellungen können mit der unsichtbaren Zahnspange behandelt werden?

Die Therapie eignet sich für Kinder mit bleibenden Zähnen und Erwachsene. Erwachsene haben einen fertig ausgebildeten Kiefer, und die Zähne stehen fest in ihren Positionen, was eine Korrektur erschwert. Schneidezähne lassen sich grundsätzliche leichter bewegen als Backenzähne

Mit der Aligner-Therapie können leichte bis mittlere Zahnfehlstellungen korrigiert werden. Sogar einen einzelnen Zahn, der aus der Reihe tanzt, kann eine Zahnschiene wieder richten. Die Zahnschienen eignen sich sehr gut zum Ausrichten schiefer Zähne und zum Schließen von Zahnlücken bis zu einem gewissen Ausmaß. Wenn der Befund des Zahnarztes es erlaubt, ist mit Alignern in vielen Fällen auch eine Korrektur bei Fehlstellungen wie KreuzbissUnterbiss und offenem Biss möglich. Kleine Verankerungspunkte aus Kompositmaterial, die auf die Zähne geklebt werden, verstärken den Effekt der Zahnschienen bei ausgeprägteren Fehlstellungen.

In welchen Fällen sind Aligner ungeeignet?

Die Form der Zähne kann die Wirkung der unsichtbaren Zahnspange beeinflussen. Bei runden, sehr spitzen oder kurzen Zähnen können die Schienen manchmal nicht richtig greifen, und eine Korrektur ist nicht möglich. Backenzähne, die um mehr als 20 Grad gedreht sind, können Aligner nicht bewegen, ebenso wie zu stark nach vorn oder hinten geneigte Schneide- oder Eckzähne. Zur Zahnkorrektur ist dann eine feste Zahnspange notwendig. Wenn schon Zahnersatz im Gebiss vorhanden ist – zum Beispiel eine Brücke –, kann das die Zahnkorrektur durch Aligner erschweren oder unmöglich machen. Die Neuausrichtung der Zähne benötigt Platz, daher kann auch die Behandlung von Zahnengständen zur Herausforderung werden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Zahnspange und einer Zahnschiene?

Zahnspangen üben eine Zugkraft aus, die die Zähne nach und nach in die ideale Position bringen. Mit festen Zahnspangen können auch schwere Fehlstellungen behandelt werden. Schienen aus Kunststoff verwenden dagegen Druckkraft zur Zahnkorrektur, um die Zähne zu bewegen. Jeder Aligner bewirkt völlig unauffällig eine glatte, sehr milde Zahnrotation. Bei Erwachsenen ist diese Art der Zahnkorrektur sehr beliebt, sie eignet sich aber auch für Kinder mit bleibendem Gebiss. Zahnschienen beseitigen leichte Fehlstellungen ohne Zahnfleischbluten und Schmerzen.

Was kostet eine Aligner-Therapie?

Die Behandlung ist eine Privatleistung und kostet je nach Anbieter, Dauer und Umfang der Behandlung zwischen 3.500 und 6.500 Euro. Die Krankenkassen übernehmen keine Kosten für unsichtbare Zahnspangen. Abhängig vom versicherten Tarif tragen private Krankenversicherungen in der Regel einen Teil oder die gesamten Kosten der Aligner-Therapie, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorhanden ist. 

Aligner-Therapie im DentNet

Die Behandlung mit unsichtbaren Zahnschienen erfolgt im DentNet immer unter zahnärztlicher Aufsicht. Die Bewegung der Zähne wird während der Aligner-Therapie in der Praxis kontrolliert, um Schäden zu verhindern und Patienten Sicherheit zu geben. Festpreise für die Behandlung machen den Kostenaufwand überschaubar, und der Preis für die begleitete Behandlung hält problemlos auch mit den Online-Angeboten mit. Je nachdem, wie aufwendig sich die Korrektur darstellt, ist schon ab 50 Euro pro Monat ein schöneres Lächeln möglich: 

Leichte Zahnkorrektur ab 50,– Euro monatlich oder einmalig 1.990,– Euro
Mittlere Zahnkorrektur ab 63,– Euro monatlich oder einmalig 2.490,– Euro
Komplexe Zahnkorrektur ab 75,– Euro monatlich oder einmalig 2.990,– Euro

Vorteile und Nachteile der Aligner-Therapie

Vorteile

Die durchsichtigen Schienen sind leicht herausnehmbar und kommen ohne Drähte und Brackets aus. Das erleichtert die tägliche Zahnpflege und die Reinigung der Schiene. Die Aligner Zahnkorrektur mit ist praktisch schmerzfrei und schonend für Zahnwurzel und Zahnschmelz, und der Tragekomfort der Schienen ist höher als bei einer festsitzenden Zahnspange. Patienten können den Behandlungsverlauf mitverfolgen, da die Zahnschiene auch aus der Nähe praktisch unsichtbar ist und den Blick auf die Zähne nicht verbirgt. Ästhetische Beeinträchtigungen entstehen durch die Behandlung nicht.

Nachteile

Eine unsichtbare Zahnschiene ist nicht so wirkungsvoll wie eine feste kieferorthopädische Zahnspange. Die Zahnschienen müssen jeden Tag 20 bis 22 Stunden auf die Zähne einwirken. Wirkt der Patient nicht aktiv mit und unterschreitet die Tragezeit, verlängert sich die Therapie oder führt zum Misserfolg. Zum Essen und zum Reinigen werden die Schienen herausgenommen. Bevor sie wieder eingesetzt werden, müssen die Zähne geputzt oder wenigstens mit klarem Wasser gründlich gespült werden, da sich sonst unter der Schiene Kariesbakterien vermehren können. Aus demselben Grund sollten während der Tragephase nur ungesüßte Getränke verzehrt werden. Die Krankenkassen übernehmen für kieferorthopädische Maßnahmen mit festen Zahnspangen bei Kindern und Jugendlichen die Kosten bis zum 18. Lebensjahr. Eine Therapie mit unsichtbaren Zahnspangen wird dagegen von den Krankenkassen nicht übernommen.

Fazit:

Aligner können vieles bewirken, sind aber nicht für jede Fehlstellung geeignet. Schwierigere Fälle kann nur die feste, herkömmliche Zahnspange begradigen. Vor jeder Behandlung mit den transparenten Zahnspangen steht eine eingehende Untersuchung durch den Zahnarzt, und während der Therapie verhindert die Kontrolle durch den Fachmann, dass unerwünschte Schäden an den Zähnen entstehen. Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist die Tragedisziplin des Patienten.  

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