Zahnaufhellung: was sich hinter dem Begriff Bleaching verbirgt

Zahnaufhellung macht weißere Zähne und hilft, Flecken und Verfärbungen zu entfernen.

Bleaching gehört zu den beliebtesten kosmetischen Zahnbehandlungen, welche das Aussehen deiner Zähne erheblich verbessern kann. Die meisten Zahnärzte führen Zahnaufhellungen als private Zusatzleistung durch. Bleichen ist kein einmaliges Verfahren. Es muss von Zeit zu Zeit wiederholt werden, wenn du die hellere Zahnfarbe beibehalten möchtest. Die Farbe natürlicher Zähne entsteht durch die Lichtreflexion des Schmelzes in Verbindung mit der Farbe des darunter liegenden dunkleren Dentins, dem Zahnbein oder auch Zahnmark. Deine Gene beeinflussen die Dicke und Glätte des Zahnschmelzes. Bei dünnerem Schmelz wird mehr von der Farbe des Zahnbeins sichtbar, glatterer oder rauerer Zahnschmelz wird schwächer reflektiert, was sich wiederum auch auf die Zahnfarbe auswirkt. Jeden Tag bildet sich eine dünne Schicht (Pellikel) auf dem Schmelz und nimmt Flecken auf. Zahnschmelz enthält auch Poren, die Flecken verursachen können.

Die häufigsten Gründe warum Zähne sich verfärben

Rauchen

Zigarettenrauch schädigt deine Mundgesundheit. Er begünstigt nicht nur die Entstehung von Mundgeruch und empfindlichen Zähnen, sondern sorgt auch für gelbe Zähne. Ein weiterer Grund mit dem Rauchen aufzuhören.

Kaffee, Cola, Tee oder Rotwein

Hier lagern sich Farbpigmente auf den Zähnen ab. Wer viel Kaffee, Cola, Tee oder Rotwein trinkt, bekommt ebenfalls leichter gelbe Zähne. Diese Ablagerungen lassen sich reduzieren, indem man während des Genusses dieser Lebensmittel den Mund mit Wasser spült oder sich die Zähne regelmäßig putzt.

Eine vernachlässigte Mundhygiene oder falsches Zähneputzen

Wer seine Zähne gar nicht oder unregelmäßig putzt hat Probleme mit Ablagerungen und Plaque. Wer seine Zähne direkt nach jeder Mahlzeit putzt, putzt sich bei säurehaltigen Lebensmitteln nach und nach den Zahnschmelz von den Zähnen und das darunter liegende dunklere Dentin wird sichtbar. Warte mindestens 30 Minuten nach der Mahlzeit mit dem Zähneputzen.

Die Einnahme von bestimmten Medikamenten

Antibiotika kann ebenso die Zähne verfärben, wie die Einnahme von eisenhaltigen Präparaten. Andere Medikamente, wie z.B. Ibuprofen können einen trockenen Mund verursachen, was ebenfalls Ablagerungen auf den Zähnen begünstigt.

Das Alter

Auch mit dem Alter werden Zähne gelblicher oder dunkler, da der Zahnschmelz dünner wird und das darunterliegende Dentin, welches dunkler ist als der Zahnschmelz, stärker durchscheint. Das ist eine ganz normale Abnutzungserscheinung.

Der eigene Körper

Flecken innerhalb des Zahns werden als intrinsische Flecken bezeichnet. Diese können durch die Einwirkung von zu viel Fluorid während der Zahnentwicklung im Kindesalter verursacht werden. Eine andere Ursache können Tetracyclin-Antibiotika sein, wenn sie von der Mutter in der zweiten Schwangerschaftshälfte oder vom Kind im Alter von 8 Jahren oder jünger eingenommen werden. Auch ein Trauma kann einen Zahn dunkel werden lassen. Eine Zahnaufhellung ist am wirksamsten bei Oberflächenflecken (extrinsischen Flecken).

Vorbereitung des Bleachings

Zahlreiche Faktoren können den Erfolg der Zahnaufhellung beeinflussen. Zum Beispiel müssen Hohlräume versiegelt werden, bevor mit dem Bleaching gestartet wird. Das Bleaching-Gel sollte auf keinen Fall das Innere des Zahns erreichen und dort wirken. Wenn dein Zahnfleisch zurückgegangen ist, können die freiliegenden Zahnwurzeln gelb oder verfärbt erscheinen. Bleaching-Produkte machen sie nicht wieder weißer. Wenn du Zahnkaries oder Zahnfleischschwund hast, kann die Zahnaufhellung deine Zähne empfindlich machen. Bleichen funktioniert auch nicht bei Keramik-, Porzellan-Kronen oder Inlays. Das Bleichen kann in der Zahnarztpraxis oder zu Hause erfolgen. Vor der Zahnaufhellung sollte dein Zahnarzt deine Zähne zuerst fotografieren, damit er später den Fortschritt der Behandlung überwachen kann. Er wird deine Zähne untersuchen und Fragen stellen, um herauszufinden, was die Verfärbung oder Flecken auf deinen Zähnen verursacht hat. Fast alle Zahnaufheller verwenden Bleichmittel auf Peroxid-Basis. Heimanwendungen enthalten 3 bis 20 Prozent Peroxid (Carbamid oder Wasserstoffperoxide). Anwendungen in der Zahnarztpraxis enthalten 15 bis 43 Prozent Peroxid. Je länger Sie eine stärkere Lösung an Ihren Zähnen haben, desto weißer werden Ihre Zähne. Je höher der Peroxid-Anteil in der Aufhellungslösung ist, desto kürzer sollte er auf die Zähne aufgetragen werden. Wenn Sie das Gel länger wirken lassen, wird der Zahn dehydriert und seine Empfindlichkeit erhöht. Es gibt Vor- und Nachteile für die Anwendung in der Zahnarztpraxis oder zu Hause, aber bevor Sie selbst Zahn-Bleaching-Kits ausprobieren, sprechen Sie vorher unbedingt mit Ihrem Zahnarzt. Nicht alle Anwendungen werden für Ihre Zähne geeignet sein und Ihnen gute Ergebnisse liefern.

Zahnaufhellung in der Praxis

Eine professionelle Zahnaufhellung durch Ihren Zahnarzt kann die Zähne schneller heller werden lassen. Die Bleichlösung ist normalerweise stärker als bei Heim-Kits. Wärme, Licht oder eine Kombination aus beiden kann eingesetzt werden, um den Weißungsprozess zu beschleunigen und zu intensivieren. Für gut sichtbare Ergebnisse – die Zähne werden im Allgemeinen um drei bis acht Schattierungen heller – muss die Behandlung 30 bis 60 Minuten dauern. Einige Zahnärzte verwenden Techniken, die in einem einzigen 2-stündigen Termin durchgeführt werden können (z. B. das Zoom-System). Die Kosten für die Zahnaufhellung in der Praxis variieren, können jedoch zwischen 400 und 900 Euro liegen.

Zahnaufhellung zu Hause

Zahnaufhellungsstreifen und -gele

Diese Zahnbleichmittel auf Peroxid-Basis werden direkt mit einem Pinsel oder einem dünnen Streifen auf die Zähne aufgetragen und müssen normalerweise ein- bis zweimal täglich für 10 bis 14 Tage aufgetragen werden. Das Ergebnis dauert etwa vier oder mehr Monate an und kann zwischen 10 und 50 Euro kosten.

Zahnbleichsysteme auf Tray-Basis

Bei diesem Bleaching-Verfahren wird ein mundschutzähnlicher Einsatz mit einem auf Peroxid basierenden Bleichgel oder einer Paste gefüllt und bis zu vier Wochen lang ein bis mehrere Stunden pro Tag über die Zähne gelegt. Du kannst Zahnaufhellungssysteme auf Tray-Basis rezeptfrei kaufen oder sie dir von deinem Zahnarzt individuell anpassen lassen. Die Kosten liegen zwischen 150 und 500 Euro.

Zahnaufhellungszahnpasten

Da sie leicht abrasiv sind, hilft jede Zahnpasta, Flecken von Zähnen zu entfernen. Bleaching-Zahnpasten enthalten jedoch auch Chemikalien oder Poliermittel, die helfen, Zahnflecken ohne die Hilfe eines Bleichmittels zu entfernen. Zahnaufhellende Zahnpasten sind relativ kostengünstig und hellen die Zähne um etwa eine Nuance auf. Einige Whitening-Zahncremes enthalten Peroxide, die jedoch nicht lange genug auf den Zähnen verbleiben, um einen Whitening-Effekt zu erzielen.

Wie kann man die Zähne nach einem Bleaching weiß halten?

Egal, ob du ein Bleachingsystem für zu Hause verwendest oder deine Zähne von einem Zahnarzt bleichen lässt – du kannst die Ergebnisse durch tägliches Bürsten, Zahnseiden und Spülen aufrechterhalten. Vermeide säurehaltige und tanninreiche Lebensmittel und Getränke wie:

Schwarze Tees und Kaffee
Weiß- und Rotwein
Sportgetränke
Kohlensäurehaltige Getränke (dunkle und helle Limonaden)
Beeren und andere stark gefärbte Lebensmittel
Saucen (Soja, Tomaten, Currys)

Vor einer Zahnaufhellung mit dem Zahnarzt sprechen

Eine Zahnaufhellung kann Zähne vorübergehend empfindlich machen und vor allem für Menschen, die bereits empfindliche Zähne haben, unangenehm sein. Bei unsachgemäßer Verwendung können Heim-Kits auch Schmerzen bereiten und zu Verbrennungen am Zahnfleisch führen. Zahnaufhellung funktioniert am besten bei gelben Zähnen. Sind die Zähne bereits braun, so ist ein Bleaching weniger effektiv. Wenn deine Zähne grau oder violett sind, funktioniert Bleaching höchstwahrscheinlich überhaupt nicht. Um sicherzugehen, ob und welche Zahnaufhellung für dich geeignet ist, sprich mit deinem Zahnarzt, vor allem bevor du ein rezeptfreies Zahnaufhellungsset verwenden.