Zahnschmerzen - Was tun? Schnelle Hilfe

Wir vergessen leicht, wie schmerzhaft Zahnschmerzen sind, bis wir (wieder) davon getroffen werden. Studien haben gezeigt, dass mehr als 95 % der Bevölkerung mehrmals im Leben an Zahnschmerzen leiden.
Grundsätzlich sollte jeder, der durch Zahnschmerzen gepeinigt wird, umgehend einen Zahnarzt aufsuchen. Zahnschmerzen sind ernst zu nehmen und haben in den meisten Fällen einen eindeutigen Grund. Eine professionelle Behandlung schafft schnell Abhilfe. Aber was tun, wenn der Zahnschmerz unverhofft auf Reisen oder am Wochenende kommt oder durch Arbeit und Familie eine umgehende Behandlung nicht möglich ist? Hier haben wir Ihnen einige Geheimtipps und Hausmittelchen zusammengestellt, um Schmerzen temporär in den Griff zu bekommen. Suchen Sie so schnell wie möglich Ihren Zahnarzt auf. Durch unsere Tipps erfahren Sie Erleichterung, aber wahrscheinlich keine Heilung oder eine vollständige Lösung des Problems.

Was sind mögliche Ursachen von Zahnschmerzen?

  • Zahnverletzung
  • Karies
  • Abszessiver (vereiterter) Zahn
  • Infiziertes Zahnfleisch
  • Zahnbrüche oder Zahnverfall
  • Extreme Mundbewegungen (Malmen) wie Kauen und Schleifen
  • Beschädigte Füllung
  • Kiefergelenkserkrankungen
  • Zahnunfall und Zahneruption

Zahnschmerzen können sich auch als Symptome von Herzkrankheiten (Angina pectoris, Herzinfarkt), Ohrinfektionen oder anderen Nebenhöhlenerkrankungen manifestieren.

Welche Art von Zahnschmerz haben Sie?

Versuchen Sie Ihren Zahnschmerz einzuordnen

Zahnschmerzen können Symptome für größere Probleme in Ihrem Mund sein, wie zum Beispiel Karies. Versuchen Sie zunächst, den Schmerz zu lokalisieren und einzuordnen.

  • Ist es ein scharfer stechender Schmerz, der sich anfühlt, als ob jemand mit einem spitzen Gegenstand auf Ihren Zahn einschlägt?
  • Ist es ein pochender Schmerz, der sich anfühlt, als ob der Zahn einen eigenen Herzschlag hat?
  • Ist es eine Entzündung um den Zahn herum, mit ggf. rotem, gereiztem Zahnfleischrand?
  • Ist es ein genereller Schmerz in Mund und Kiefer, der schwer zu lokalisieren ist?

Kurzzeitige Zahnempfindlichkeiten können immer wieder auftreten und werden häufig mit Zahnpasta für besonders empfindliche Zähne erfolgreich behandelt. Scharfe Schmerzen deuten oftmals auf einen Defekt am Zahn oder auf eine Verletzung hin, die Sie auf jeden Fall von einem Zahnarzt untersuchen lassen sollten, ebenso wie lang anhaltender Schmerz von mehr als 30 Sekunden nach dem Verzehr von warmen oder kalten Speisen. Konstante und starke Schmerzen in Verbindung mit Druckgefühl, Schwellung des Zahnfleisches und Empfindlichkeit gegenüber Berührung, sprechen für eine Infektion im Kiefer oder des umliegenden Gewebes. Auch hier sollte Ihr erster Weg zu einem Zahnarzt führen und Ihre Aktivität in der Bekämpfung der Schmerzen bis zu diesem Termin liegen. Dumpfe Zahnschmerzen und Druck in der oberen Zahnreihe kann entweder auf eine Form von Zähneknirschen – auch Bruxismus genannt – hinweisen oder auf eine Ausstrahlung von Stirnhöhlenkopfschmerz, der auch im Gesicht und in den Zähnen spürbar ist.

Schlecht schmeckende Drainage aus dem infizierten Zahn oder sogar Fieber, Ohren- oder Kopfschmerzen sind Anzeichen, die Sie ernstnehmen sollten. Bitte suchen Sie so schnell wie möglich Ihren Zahnarzt auf, wenn Ihre Zahnschmerzen länger als 1 oder 2 Tage anhalten.

Ist Alkohol ein geeignetes Hausmittel gegen Zahnschmerzen?

Alkohol ist durchaus ein geeignetes Hausmittel bei einem schmerzenden Zahn. Allerdings nur wenn Sie hochprozentigen Alkohol als Mundspülung benutzen und ihn nachher wieder ausspucken. Hochprozentiger Alkohol hat eine desinfizierende Wirkung, die Keime und Bakterien an der schmerzenden Stelle beseitigen kann.

Kann man vom Stress Zahnschmerzen bekommen?

Menschen, die unter großem Stress leiden, neigen dazu, ihre Zähne unter Anspannung fest zusammen zu pressen oder nachts mit den Zähnen zu knirschen. Beides kann aus gesunden Zähnen kranke Zähne machen.

Können Zahnschmerzen vom Ohr kommen?

Starke Ohrenschmerzen strahlen innerhalb des Kopfes so weit aus, dass der Eindruck entsteht, dass die Ursache bei den Zähnen liegt. Oft ist der Schmerz mit dem Abklingen der Ohren-Erkrankung jedoch ebenfalls behoben und muss nicht mehr separat behandelt werden.

Welche Art von Zahnerkrankungen könnten Sie haben?

Karies

Karies sind Hohlräume oder Löcher in den Zähnen, die durch Fäulnis verursacht werden. Nicht alle Löcher schmerzen, und nur Ihr Zahnarzt kann feststellen, ob Sie Karies haben. Wenn der Schmerz nur in einem Zahn auftritt, kann der Zahn ein Loch haben. Karies kann durch schlechte Zahnhygiene und durch den Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln verursacht werden. Sie kann auch durch Medikamente ausgelöst werden, die einen trockenen Mund verursachen, wie Antazida, Antihistaminika und Blutdruck Medikamente.

 

Zahnfleischentzündungen

Ein Abszess oder eine Eitertasche können an verschiedenen Teilen des Zahnes auftreten. Abszesse werden durch bakterielle Infektionen verursacht. Sie können von Parodontitis oder nicht behandelten Hohlräumen herrühren. Es gibt zwei Arten von Abszessen: parodontale Abszesse, die neben einem Zahn in der Nähe des Zahnfleisches – häufig auch in den Zahnfleischtaschen – auftreten, und periapikale Abszesse, die normalerweise durch Fäulnis oder Verletzung verursacht werden und sich an der Zahnwurzel befinden.

 

Dünner oder verletzter Zahnschmelz

Ihre Zähne werden durch den Zahnschmelz geschützt – eine harte Schicht, die die Nervenenden schützt. Wenn diese Schicht sich abnutzt oder verletzt wird, werden Ihre Zähne empfindlich für heiße und kalte Speisen und kalte Luft. Saure, süße und klebrige Nahrungsmittel können auch dazu führen, dass Ihre Zähne schmerzen. Ursache für den Abrieb und Verlust des Zahnschmelzes kann das Zähneputzen mit zu viel Druck oder mit einer harten Zahnbürste sein, nächtliches Zähneknirschen oder die Reibung an der gegenüberliegenden Zahnreihe.

 

Zahnfleischrückgang (Gingivarezession)

Dies tritt auf, wenn das Zahnfleischgewebe zurückgeht und sich vom Zahn wegbewegt. Zurücktretendes Zahnfleisch setzt die Zahnwurzel frei und verursacht Überempfindlichkeit und einen ziehenden Schmerz. Eine häufige Ursache für die freiliegenden Zahnhälse ist das zu starke Zähneputzen mit einer zu harten Zahnbürste. Aber auch ein Mundtrauma, schlechte Mundhygiene oder die Genetik können dafür verantwortlich sein.

 

Pulpitis

Pulpitis ist eine Entzündung des Gewebes innerhalb eines Zahnes, wo sich die Nerven und Blutgefäße des Zahns befinden. Wenn eine Pulpitis unbehandelt bleibt, kann es dazu kommen, dass ein Zahn abstirbt, was ebenfalls starke Schmerzen verursachen würde.

 

Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis)

Gingivitis ist eine leichte Form von Parodontitis, eine Art von Zahnfleischerkrankung. Bei unbehandeltem Zahnfleisch kann es zu einer Eskalation der Gewebe- und Knochenstützzähne im Kiefer kommen, was zu anhaltenden Zahnschmerzen führt. Entzündungen und Reizungen können ebenfalls auftreten.

Was kann mir gegen Zahnschmerzen helfen?

Für die zu überbrückende Zeit bis zu Ihrem Termin beim Zahnarzt haben wir für Sie die besten Tipps und bewährte Hausmittel zusammengestellt, damit Sie Ihre Schmerzen temporär lindern können.

Spülen Sie mit warmen Salzwasser

Diesen Tipp erhalten Sie nicht selten direkt von Ihrem Zahnarzt, um Schmerzen bis zur Behandlung zu stoppen. Dies ist nicht nur eine sehr effektive Art und Weise den Schmerz zu stoppen, sondern auch eine sehr einfache.

Lösen Sie einfaches Speisesalz solange in warmes Wasser auf, bis sich das ganze Salz gelöst hat und das Wasser einen intensiven salzigen Geschmack erhalten hat. Spülen Sie mit diesem Salzwasser gründlich Ihren Mund und vor allem die schmerzende Stelle. Spucken Sie das Wasser danach aus. Wiederholen Sie den Vorgang mehrmals hintereinander und erneut nach ein paar Stunden. Sie werden eine Schmerzlinderung erfahren. Bei dieser Erste-Hilfe-Maßnahme wird die antibakterielle Wirkung des Salzes genutzt, um die akuten Schmerzen zu beseitigen.

Verwenden Sie einen Eisbeutel

Wenn die Ursache des Schmerzes eine Schwellung oder die berühmte "dicke Backe" ist, wie es oft bei entzündeten Weisheitszähnen der Fall ist, kann die Anwendung eines Eisbeutels eine gute Erste Hilfe sein. Füllen Sie einfach Eiswürfel aus ihrem Gefrierschrank in einen Plastikbeutel und wickeln Sie eine Handtuch darum. Drücken Sie den Eisbeutel direkt von außen an die schmerzende Wange. Das Handtuch verhindert die Verletzung der Haut durch die Kälte. Das Eis lindert nicht nur den Schmerz durch die betäubende Wirkung der Kälte, sondern lässt auch die ggf. vorhandene Entzündung zurückgehen. Die Kälte drosselt die Blutzufuhr am Schmerzursprung.

Der Geheimtipp: Die Gewürznelke

Die Gewürznelke ist das am besten gehütete Geheimnis, wenn es um die Linderung von Zahnschmerzen geht. Sie ist eines der besten Hausmittel, die sogar eine Doppelwirkung mitbringen. Erstens wird der Schmerz durch die anästhetischen Eigenschaften der Nelke betäubt, während eine Infektion aufgrund der antibakteriellen und antiseptischen Eigenschaften verhindert wird.

Nehmen Sie etwas Nelkenöl und träufeln Sie es auf einen Wattebausch. Halten Sie den Wattebausch direkt auf den betroffenen Zahn und das umliegende Zahnfleisch. Halten Sie den Wattebausch an Ort und Stelle, bis die akuten Zahnschmerzen nachlassen.

Für manche Menschen ist der Geschmack von Nelkenöl zu intensiv und unangenehm. Wenn dies der Fall ist, mischen Sie es mit ein wenig Olivenöl. Dies verdünnt das Nelkenöl und macht es geschmacklich milder. Wiederholen Sie diese Behandlung mehrmals täglich nach Bedarf. Nelkenöl ist ein pflanzliches Mittel mit einer sehr guten Wirkung.

Verwendung von Schmerzmitteln

Auch rezeptfreie Schmerzmittel wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen können Schmerzen und Schwellungen lindern und sind legitime Mittel, Sie nachts gut schlafen zu lassen und um die Wartezeit bis zur zahnärztlichen Behandlung zu überbrücken. Sie stellen jedoch nur eine kurzfristige Lösung dar und können Nebenwirkungen verursachen; daher ist äußerste Vorsicht bei der Dosierung und ein gründliches Lesen der Packungsbeilage empfohlen. Vor eventuellen zahnärztlichen Eingriffen sollte die teils blutverdünnende Wirkung von Schmerzmitteln wie z. B. der Acetyl-Salicyl-Säure (Aspirin) nicht außer Acht gelassen werden. Magenbeschwerden, Durchfall und eine Belastung der Leber sowie eine Begünstigung von Herzinfarkten und Schlaganfällen sind mögliche Risiken dieser Medikamente. Suchen Sie Ihren Zahnarzt möglichst zeitnah auf, damit er die Ursache für Ihre plötzlichen Zahnschmerzen ermitteln kann.

Menschen, die keine Schmerzmittel vertragen, sollten auf homöopatische Mittel oder Hausmittel ausweichen, die am besten gegen Schmerzen wirken.

Mundspülung mit Tee

Kamille, Johanniskraut, Pfefferminze, Baldrian, Melisse und Salbei: Nutzen Sie die entzündungshemmende Wirkung dieser Kräuter, um Ihre Schmerzen einzudämmen, einzeln als Tee aufgegossen oder auch gemischt. Diese natürlichen Hausmittel haben noch viele andere gesundheitsfördernde Eigenschaften. Spülen Sie nur nicht länger als eine Woche, da sie – Vorsicht bei Salbei in der Schwangerschaft! – auch Nebenwirkungen entfalten können.

Zwiebeln

Die Verwendung dieses wirksamen Hausmittels klingt zwar etwas seltsam, kann aber unter Umständen eines der zuverlässigsten sein. Zwiebeln waren schon immer ein Hausmittel, um Schmerzen und Entzündungen von Arthritis zu lindern. Aus diesem Grund liegt es nahe, dass auch Schmerzen und Entzündungen im Mundraum auf diese Art und Weise behandelt werden können.

Die Zwiebel ist wirksam, weil sie Phytochemikalien enthält, die auf die Keime abzielen, die für die Infektion verantwortlich sind. Allein die Tatsache, dass man bei der Anwendung auf rohen Zwiebeln kauen muss, lässt viele Schmerzpatienten vor dieser Behandlung zurückschrecken. Vor allem, weil die Schmerzlinderung umso besser wirkt, wenn der Geschmack der Zwiebel besonders intensiv und penetrant ist. Milde und süße Zwiebeln funktionieren nicht so gut wie die roten und gelben Zwiebeln.

Bei den ersten Anzeichen von Zahnschmerzen schneiden Sie ein Stück Zwiebel ab und kauen Sie es auf der Seite des Mundes, die am meisten schmerzt. Dadurch kann der Saft der Zwiebel in Ihren Zahn eindringen. Wenn Sie feststellen, dass der Schmerz beim Kauen zu stark ist, können Sie mit Ihrem Finger das Stück Zwiebel direkt gegen die schmerzende Stelle an Zahn und Zahnfleisch halten.

Nikotin und Zucker gefährden Ihre Zahngesundheit

Um es erst gar nicht zu Zahnschmerzen kommen zu lassen, können Sie sinnvoll vorbeugen. Nikotin schadet Ihren Zähnen ebenso wie Zucker. Während Sie das Rauchen aufgeben können, lässt sich Zucker in vielen Lebensmitteln nicht immer identifizieren. Leben Sie gesund, vermeiden Sie Risikofaktoren und behandeln Sie Ursachen für drohende Erkrankungen schon bei den ersten Anzeichen.

Fazit:

Die Vorsorge

Gute Zahnpflege ist der beste Weg, um viele Ursachen für Zahnschmerzen zu vermeiden. Zahnbürste und Zahnseide in der täglichen Anwendung sind eine effiziente Lösung, um viele der genannten Probleme und Komplikationen zu vermeiden. Benutzen Sie keine zu harten Zahnbürsten und reinigen Sie Ihre Zähne nicht mit zu viel Krafteinsatz. Lassen Sie zweimal im Jahr eine Professionelle Zahnreinigung durchführen. Hausmittel wirken bei Erkrankungen unterschiedlich intensiv und meistens nur temporär. Starke Zahnschmerzen haben eine breite Palette von Ursachen. Wenn Ihre Schmerzen konstant sind oder sich nicht schnell beheben lassen, suchen Sie unbedingt einen Zahnarzt auf. Nur er ist in der Lage, eine professionelle Einschätzung Ihrer Schmerzursachen zu treffen und schnelle Abhilfe zu schaffen.

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