Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Zahnarztangst?
Je nach Ausprägung der Angst kommen unterschiedliche Wege in Frage. Oft ist eine Kombination sinnvoll: eine Behandlung der Angst selbst und eine zahnärztliche Versorgung, die auf Ihre Situation Rücksicht nimmt.
Kognitive Verhaltenstherapie: die Angst an der Wurzel behandeln
Die kognitive Verhaltenstherapie gilt als die wissenschaftlich am besten belegte Methode bei Zahnbehandlungsangst. In wenigen Sitzungen lernen Sie, angstauslösende Gedanken zu erkennen und zu verändern und sich schrittweise an die Behandlungssituation zu gewöhnen. Im DentNet erhalten Versicherte teilnehmender Krankenkassen diese Therapie kostenlos – in Zusammenarbeit mit dem Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum. Der Einstieg ist der Selbsttest auf dieser Seite.
Einfühlsame Behandlung und klare Absprachen
Viele Zahnarztpraxen haben Erfahrung mit ängstlichen Patientinnen und Patienten. Bewährt haben sich ein ausführliches Vorgespräch ohne Behandlung, ein vereinbartes Stopp-Zeichen, kurze Termine zu Beginn und die genaue Erklärung jedes einzelnen Schritts. Sprechen Sie Ihre Angst schon bei der Terminvereinbarung offen an – für Praxen ist das Alltag, nicht Ausnahme.
Lachgas-Sedierung
Lachgas (Distickstoffmonoxid) wird über eine Nasenmaske eingeatmet und wirkt entspannend und angstlösend. Sie bleiben die ganze Zeit ansprechbar, und die Wirkung klingt nach der Behandlung innerhalb weniger Minuten ab. Lachgas ist in der Regel eine Privatleistung; ob eine Praxis es anbietet und was es kostet, erfahren Sie direkt bei der Praxis.
Dämmerschlaf (Sedierung) und Vollnarkose
Bei einer Sedierung erhalten Sie ein Beruhigungsmittel, das die Angst dämpft und die Erinnerung an die Behandlung meist abschwächt. Eine Vollnarkose schaltet das Bewusstsein vollständig aus und wird von einem Anästhesieteam begleitet. Beide Verfahren erleichtern eine einzelne, oft umfangreiche Behandlung – die Angst selbst lösen sie nicht. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen eine Vollnarkose beim Zahnarzt nur bei medizinischer Notwendigkeit, zum Beispiel bei nachgewiesener schwerer Zahnbehandlungsangst; die Praxis klärt das vorab mit Ihnen.
Hypnose und Entspannungsverfahren
Zahnärztliche Hypnose sowie Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung oder Atemübungen können helfen, die Anspannung während der Behandlung zu senken. Sie eignen sich vor allem bei leichter bis mittlerer Angst und als Ergänzung zu einer Therapie.
Welcher Weg zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie stark Ihre Angst ist und welche Behandlung ansteht. Der Selbsttest gibt Ihnen eine erste Einschätzung.