Zahnbrücken – festsitzender Zahnersatz, der die Lücke schließt

Wenn Sie eine Brücke benötigen, wird Ihr Zahnarzt Sie dahingehend beraten, was das Beste für Sie ist. Entscheidend ist zunächst einmal die Tatsache, ob die Brücke im sichtbaren Bereich Ihrer Zahnreihen eingesetzt werden soll oder im Seitenzahnbereich, der von außen nicht zu sehen ist. Nachdem diese wichtige Frage geklärt ist, stellt sich die Frage nach dem Material. Abhängig vom verwendeten Material, kann er Ihnen verschiedene Arten der Brückenversorgung vorschlagen und die Behandlung wählen, die für Sie als Patient am vorteilhaftesten ist.

Was ist eine Zahnbrücke?

Eine Zahnbrücke ist eine Überbrückung einer Zahnlücke, die durch einen oder mehrere fehlender Zähne entsteht. Eine Zahnbrücke ist in der Regel ein festsitzender Zahnersatz, der fest auf den beiden außenliegenden Pfeilerzähnen angebracht wird. Die Pfeilerzähne sind zwei oder mehrere Kronen auf beiden Seiten der Zahnlücke, die als Träger des Konstruktes der Zwischenglieder dienen. Alternativ können Brücken auch auf Implantaten angebracht werden, falls keine natürlichen Zähne die Zahnlücke einschließen oder die benachbarten Zähne zu instabil sind die Brücke zu tragen. Eine Brücke besteht also immer aus dem Pfeilerzahn, der ein natürlicher, beschliffener Zahn für die Zahnkrone oder ein Implantatsockel sein kann, der Trägerkrone, die auf den beschliffenen Zahn oder das Implantat gesetzt wird und aus dem Brückenkörper bzw. Brückengliedern, die eingeschlossen von den Kronen, die Zahnlücke schließen. Brücken und Kronen sind in Deutschland der am meisten verwendete Zahnersatz und haben einen Marktanteil von über 60 Prozent.

Aus welchem Material sind Zahnbrücken?

Brücken können aus verschiedenen Materialien gefertigt werden. Sie können aus Nicht-Edelmetall (NEM), Edelmetall oder Keramik hergestellt werden oder aus einer Kombination daraus. Die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen sieht Metallbrücken oder Vollgussbrücken vor. Metallbrücken sind aufgrund ihrer Festigkeit sehr gut geeignet den Belastungen des Kauens im Seitenzahnbereich zu bestehen. Das gleiche gilt für Gold. Gold hat eine bessere Körperverträglichkeit, kostet dafür natürlich deutlich mehr. Im Frontzahnbereich wird aus ästhetischen Gründen das Nicht-Edelmetall oder Edelmetall mit einer Keramikschicht verblendet oder Zahnersatz aus Vollkeramik verwendet, da dies der Farbe und dem natürlichen Aussehen des Zahns am nächsten kommt.

Welche Arten von Zahnbrücken gibt es?

Zahnbrücken gibt es in verschiedenen Ausführungen und in unterschiedlichen Materialien. Hier die 4 gängisten Brücken-Arten:

Die konventionelle Zahnbrücke ist gleichzeitig auch die am meisten verwendete und beliebteste Art einer Zahnbrücke und gilt als beste Lösung. Sie besteht aus zwei außenliegenden Zahnkronen und mindestens einem Brückenglied. Voraussetzung für diese Lösung ist, dass die beiden angrenzenden Zähne der Zahnlücke eine gesunde Zahnsubstanz haben. Diese Zähne werden zur Überkronung beschliffen und müssen stabil genug im Kiefer sitzen um die Brücken-Konstruktion zu tragen. Im Seitenzahnbereich könnten so bis zu 3 nebeneinanderliegende, fehlende Zähne ersetzt werden, im Frontzahnbereich können es sogar 4 sein. Der Nachteil dieser Versorgung ist, dass der Zahnersatz nicht herausnehmbar ist und dass zwei unversehrte Zähne für die Überkronung und zur Verwendung als Pfeilerzahn beschliffen werden müssen.

Freiend- oder Extensionbrücken sind eine gute Lösung, wenn nur auf einer Seite der Zahnlücke gesunde Zähne, die als Pfeilerzähne dienen können, vorhanden sind. Es werden ein oder aufgrund der besseren Stabilität oftmals zwei Zähne auf einer Seite der Brücke präpariert und überkront. Diese Pfeilerkonstruktion hält das Brückenglied, das auf der anderen Seite freischwebend ist. Die Stabilität der Brücke ist auch dann zu 100% gewährleistet. Die Freiendbrücke wird oft bei fehlenden Backenzähnen am Ende der Zahnreihe eingesetzt. Diese Art der Brücke unterliegt im Kaubereich einer enormen Beanspruchung. Ein Implantat im Backenzahn-Bereich kann, den Umständen entsprechend, eine bessere Lösung sein.

Klebebrücken, auch Adhäsiv- oder Maryland-Brücken genannt, sind eine Alternative zu den herkömmlichen Zahnbrücken. Klebebrücken können ausschließlich im Frontzahnbereich eingesetzt werden. Der Vorteil besteht darin, dass die beiden angrenzenden Zähne, die die Zahnlücke einschließen, nur geringfügig an der Innenseite beschliffen werden müssen und so die gesunde Zahnsubstanz geschont wird. Die Brückenglieder befinden sich auf einem Metallrahmen, der auf der Rückseite der angrenzenden Zähne festgeklebt wird. Die Brückenpfeiler sind dementsprechend keine Kronen, sondern nur die Klebeverbindung auf der Rückseite des gesunden Zahns. Das geht natürlich zu Lasten der Stabilität. Der Halterahmen hinter den Zähnen kann zudem das Zahnfleich irritieren und den Biss stören. Klebebrücken werden oftmals bei jungen Menschen als Übergangslösung oder als provisorische Zahnbrücke eingesetzt und haben nur eine durchschnittliche Lebensdauer von ca. 5 Jahren.

Inlay-Brücken werden mit einem Inlay im den benachbarten Zähnen als Brückenpfeiler verankert, anstatt diese mit Kronen zu befestigen. Die Pfeilerzähne müssen nicht zu sehr beschliffen werden, als wenn ein Zahn überkront wird. Dafür kann sich die Befestigung schneller lösen, da Inlays mit Zahnfüllungen vergleichbar sind und aus Kunststoff, Keramik oder Gold bestehen.

Implantatgetragene Brücken haben ebenfalls links und rechts eine Zahnkrone, die ein oder mehrere Brückenglieder einschließen. Der Unterschied ist der, dass die Kronen nicht auf einem gesunden Zahn als Brückenpfeiler sitzen, sondern von einem Implantat getragen werden. Diese Behandlung ist sehr zeitintensiv, da zunächst die Implantate in einem Operationstermin gesetzt werden müssen und nach deren Abheilung erst die Brücke eingesetzt werden kann. Insgesamt gilt dies aber als eine optimale und sehr stabile Lösung. Bei einer größeren Lücke kann die implantatgetragene Zahnbrücke auch als herausnehmbare Brücke realisiert werden, wenn der Zahnersatz zukünftig noch verändert  und ggf. durch weitere künstliche Zähne erweitert werden soll. Sitzt eine Zahnbrücke mit einem Pfeiler auf einem Implantat und mit dem anderen Pfeiler auf einem echten Zahnstumpf, wird die Brücke Hybrid-Brücke genannt.

Wie viel Kostet eine Brücke?

Eine allgemeine Angabe zu den Zahnersatz Kosten ist nicht möglich, da viele Aspekte eine Rolle spielen. Die Zahnbrücken Kosten sind unterschiedlich hoch und ausschlaggebend ist die Anzahl der zu ersetzenden Zähne, ob es ein herausnehmbarer Zahnersatz oder eine festsitzende Zahnbrücke sein soll. Die Beschaffenheit der benachbarten Zähne ist ebenso wichtig, da bei schlechter Beschaffenheit eine künstliche Zahnwurzel (Implantat) gesetzt werden muss um die Brücke zu stabilisieren. Für eine genaue Angabe aller Kosten ist es wichtig einen Kostenvoranschlag zu verlangen.

Wie wird die Zahnbrücke eingesetzt?

An einem ersten Termin bei Ihrem Zahnarzt werden die gesunden Nachbarzähne präpariert. Dies geschieht indem sie kegelförmig abgeschliffen werden, um eine neue Krone aufnehmen zu können. Anschließend nimmt der Zahnarzt einen Abdruck des Gebisses damit die Brücke individuell auf den Patienten angepasst werden kann. Ebenso wird entschieden welche Farbe der Zahnersatz haben muss, damit die Zahnbrücke sich nicht von den anderen Zähne unterscheidet. Der Zahnarzt setzt dem Patienten für die Zeit der Herstellung der Brücke ein Provisorium auf die Pfeilerzähne. Die provisorische Zahnbrücke besteht aus Kunststoff und muss vorsichtig behandelt werden, da sonst ein vorzeitiges Herausfallen möglich ist. 

Die eigentliche Brücke wird in einem zweiten Termin, nach der Fertigstellung im zahntechnischen Labor, dem Patienten eingesetzt.

Wie lange hält eine Zahnbrücke?

Zahnbrücken können fünf bis 15 Jahre und noch länger im Mund verbleiben. Bei einer guten Mundhygiene und regelmäßigen Untersuchungen ist es nicht ungewöhnlich, dass die Lebensdauer einer festen Brücke mehr als 10 Jahre beträgt.

Wie lange habe ich Garantie auf eine Zahnbrücke?

Die gesetzlich vorgeschriebene Garantie für Zahnersatz beträgt in Deutschland zwei Jahre. Zahnersatzprodukte im DentNet haben aufgrund Ihrer hervorragender Qualität sogar eine erweiterte Garantie-Laufzeit von 5 Jahren.

Wer bezahlt die Zahnbrücke - was übernimmt die Krankenkasse?

Zahnbrücken finden sich im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen wieder und gehören damit zur Regelversorgung. Das bedeutet unterm Strich, dass sich Ihre Krankenkasse mit einem Festzuschuss von ungefähr 50 Prozent an den Kosten beteiligt. Haben Sie ein über 5 oder 10 Jahre lückenlos geführtes Bonusheft, dann erhalten Sie noch einmal einen Zuschuss von 20 bzw. 30 Prozent auf den Grundbetrag. Wenn Sie besondere Materialien wünschen, wie z.B. Gold oder Keramik, müssen Sie die Kosten dafür komplett übernehmen.

Wird es schwierig sein, mit einer Zahnbrücke zu essen?

Das Ersetzen fehlender Zähne durch eine Zahnbrücke sollte das Essen erleichtern. Bis Sie sich an die Brücke gewöhnt haben, essen Sie weiche Speisen oder schneiden Sie Ihr Essen in kleine Stücke.

Kann eine Zahnbrücke meine Aussprache verändern?

Beim Fehlen von Zähnen im Frontzahnbereich kann es sich nachteilig auswirken Wörter richtig auszusprechen. Das Schließen der Lücke durch eine Zahnbrücke wird Ihnen helfen Sprache in Ihrer gewohnten Form zu praktizieren.

Wie pflege ich eine Brücke?

Eine gute Mundhygiene ist für Ihre Zahnbrücke, Zahnersatz und Ihre eigenen Zähne von gleichgroßer Bedeutung. Es ist wichtig die verbleibenden Zähne gesund und stark zu halten, da der Erfolg der Brücke (abhängig von der gewählten Art) von gesunder Zahnsubstanz und einer soliden Basis abhängig ist.

Zweimal am Tag Zähne putzen, die Verwendung von Zahnseide und die tägliche Anwendung von antiseptischem Mundwasser beugen Karies vor und senken das Risiko für Zahnfleischerkrankungen. Halten Sie sich an einen regelmäßigen Reinigungsplan. Ihr Zahnarzt wird Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Zähne richtig pflegen und so Zahnverlust vorbeugen können. Durch regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt können Probleme frühzeitig diagnostiziert werden und Behandlungen haben eine höhere Chance auf Erfolg . Eine ausgewogene Ernährung für die richtige Ernährung ist ebenfalls wichtig.

Fazit:

Ihr Zahnarzt hilft Ihnen Vorteile und Nachteile zu bewerten, Zahnersatz-Kosten zu beziffern und Risiken abzuwägen, die beim Schließen Ihrer Lücke auftreten können. Zahnbrücken sind ein Zahnersatz, der sich im Aussehen nicht von Ihren natürlichen Zähnen unterscheiden wird. Weitere Informationen zu Brücken und Zahnersatz erhalten Sie in unserem DentNet Ratgeber unter dem Thema "Zahnersatz - unsere Antworten auf Ihre häufigsten Fragen".

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