Verhalten und Ernährung nach einem zahnärztlichen Eingriff: Das sollten Sie beachten

Jetzt ist es passiert: Der Weisheitszahn musste gezogen werden. Oder der Zahnarzt musste einen Knochenaufbau im Kiefer durchführen, um eine spätere Implantation vorzubereiten. Sogar eine Milchzahnentfernung ist ein – wenn auch kleiner – operativer Eingriff. Wie Sie sich nach einer zahnmedizinischen Operation richtig verhalten, was Sie essen oder trinken dürfen, um die Wundheilung nicht zu gefährden, lesen Sie hier. 

Die Anästhesie: Lokal oder total betäubt?

Um Ihnen bei der Entfernung eines Zahns oder anderen Eingriffen keine Schmerzen zu bereiten, verabreicht der Zahnarzt eine Lokalanästhesie. Sie betäubt ausschließlich das Areal, das behandelt werden soll. Auch wenn eine lokale Betäubung Sie vermutlich nicht umwirft und Sie bei klarem Verstand und vollem Bewusstsein bleiben, empfehlen Ärzte aus Sicherheitsgründen, auch nach einer örtlichen Betäubung nicht selbst mit dem Auto nach Hause zu fahren. Jeder Mensch reagiert anders auf Betäubungsmittel, und der Körper benötigt rund 24 Stunden, um das Mittel wieder abzubauen. Bei empfindlichen Personen kann auch nach einer örtlichen Betäubung die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt sein. Nach einer Vollnarkose herrscht absolutes Fahrverbot, ein Verstoß kann sogar mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden. Überschätzen Sie sich bitte nicht und sorgen Sie nach einer Operation beim Zahnarzt für eine Begleitung, die Sie nach Hause fährt, oder nehmen Sie sich ein Taxi.

Erst abwarten, dann essen

Bis die Betäubung abgeklungen ist, sollten Sie nichts essen. Sie könnten sich sonst verletzen, da Sie nicht spüren, wenn Sie sich auf die Wange, die Lippe oder die Zunge beißen. Geeignete Getränke sind Wasser oder lauwarmer Tee. Mit einem heißen Getränk könnten Sie sich unter Betäubung verbrühen. Wenn die betäubte Stelle wieder "auftaut", ist weiche und leicht verdauliche Kost ideal.

Verhalten nach der Zahnentfernung

Lagern Sie Kopf und Oberkörper nach chirurgischen Eingriffen im Mund oder Kiefer hoch, auch wenn Sie schlafen gehen. Der Kopf sollte höher als das Herz ruhen. Kühlen Sie Ihre Wange (oder die betroffene Stelle) von außen mit einem Gelkissen oder schlagen Sie Eiswürfel in ein Handtuch ein. So verhindern Sie starke Schwellungen – die "dicke Backe" – im Wundgebiet. Die Kühlung sollte nach Möglichkeit auch nachts erfolgen, während Sie schlafen. Verhalten Sie sich ruhig und schonen Sie sich, sprechen Sie wenig und bewegen Sie sich nicht viel. Die Durchblutung im Mundraum sollte in der ersten Zeit nach der OP so gering wie möglich gehalten werden. Ihr Zahnarzt hat Ihnen gegen mögliche Schmerzen wahrscheinlich Medikamente mitgegeben, die Sie nach seiner Anweisung einnehmen sollten. Bitte vermeiden Sie körperliche Anstrengungen, Saunagänge und pausieren Sie eine Woche lang mit dem Sport. Ist bei Ihnen im Oberkiefer ein Weisheitszahn entfernt worden, der Kontakt zur Kieferhöhle hatte, dürfen Sie sich zwei Wochen lang nicht schnäuzen, nicht fliegen und vier Wochen lang nicht tauchen. 

Wie verhalten Sie sich, wenn Blutungen auftreten?

Dass eine Wunde nach einer Operation etwas nachblutet, ist nicht ungewöhnlich. Wenn stärkere Blutungen auftreten, beißen Sie auf einen Tupfer, den Ihnen Ihr Zahnarzt mitgegeben hat. Sie können auch ein zusammengerolltes Stofftaschentuch verwenden. Beißen Sie etwa 10–20 Minuten darauf. Lässt die Blutung nicht nach oder halten starke Schmerzen länger an, kontaktieren Sie sicherheitshalber Ihren Zahnarzt. 

Zahnpflege nach einem Eingriff

Eine Wunde heilt am besten, wenn man sie in Ruhe lässt und sie nicht berührt. Dennoch sollten Sie natürlich auf Ihre Zahnpflege achten. 24 Stunden lang sollten Sie den Mund gar nicht spülen. Danach spülen Sie Ihren Mund nach dem Essen höchstens vorsichtig mit Wasser oder einer geeigneten Spülung (zum Beispiel Chlorhexamed) aus. Bitte auf gar keinen Fall zu kräftig spülen – der Blutpfropf auf der Wunde dient als Schutz vor Bakterien und Speiseresten und darf auf keinen Fall entfernt werden. Aus ihm wird später neuer Knochen und neues Gewebe gebildet. Verwenden Sie für die Reinigung des wunden Bereichs ein weiche Zahnbürste, lassen Sie den direkten Wundbereich aber aus. Die übrigen Zähne können Sie wie gewohnt gründlich putzen.  

Was darf man nach einem zahnmedizinischen Eingriff essen?

Entsagen Sie für ein bis zwei Tage Milchprodukten wie Quark, Joghurt, Pudding oder Käse. Die Milchsäurebakterien könnten in der frischen Wunde Entzündungen hervorrufen und den Schorf auflösen, der die Wunde schützt. Speisen, die viel gekaut werden müssen oder hart und krümelig sind, sollten Sie zunächst vermeiden. Die Wunde im Mund muss geschont werden, um in Ruhe heilen zu können. Die Brösel von Nahrungsmitteln wie Chips, Müsli, Nüssen oder Zwieback können in die Wunde geraten und Komplikationen verursachen. Empfehlenswert ist weiche Kost wie Suppen, weichgekochte Nudeln, gedünstetes Gemüse, Haferbrei, Kartoffelpüree (ohne Milch) und Rührei. Auf die scharfe Würze von Chili, Paprika oder Pfeffer sollten Sie ein paar Tage verzichten. Lutschen Sie Eiswürfeln oder Eis am Stiel, das kühlt die Wunde und schmeckt, aber auch hier gilt: bitte verzehren Sie in den ersten Tagen nach der OP kein Milchspeise-Eis, sondern ausschließlich Fruchteis.

Welche Getränke sollten nach einer Zahn-Operation vermieden werden?

Alkohol hat die Eigenschaft, die Blutgefäße zu erweitern, und ist daher nach einem Eingriff für einige Tage tabu. Es könnte sonst zu Nachblutungen oder Wechselwirkungen mit Schmerzmitteln oder Antibiotika kommen. Genauso sollten Sie auf Cola, schwarzen Tee oder Kaffee verzichten. Zitrussäfte sind aufgrund ihres hohen Säuregehalts ebenfalls nicht angeraten.  

Rauchen Sie?

Dann hören Sie am besten gleich ganz damit auf. Auch ohne eine vorhergehende Weisheitszahn-OP oder einen anderen Eingriff ist das Rauchen Gift für den ganzen Organismus. Mit einer frischen Wunde im Mund, an der der Rauch vorbeiziehen muss, erhöht sich das Risiko für Entzündungen des Zahnfleischs, Durchblutungsstörungen und Wundheilungsstörungen. Durch eine offene Wunde können Schadstoffe viel leichter in den Blutkreislauf und den Körper eindringen. Versuchen Sie, mindestens drei Tage nach dem Eingriff auf das Rauchen zu verzichten. Das gilt für herkömmliche Zigaretten übrigens genauso wie für E-Zigaretten, Pfeifen, Zigarren oder Zigarillos.

Fazit:

Nach einem zahnärztlichen Eingriff sind ein paar Dinge zu beachten. Auch wenn es sich nur um eine vergleichsweise kleine Operation handelt, sollte die Wundheilung ungestört ablaufen, damit es nicht zu Komplikationen kommt. Die richtige Verhaltensweise des Patienten ist wichtig für eine schnelle Heilung. Dann kann auch schneller wieder kraftvoll zugebissen werden. Wir wünschen Ihnen gute Besserung!