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Softdrinks und Zähne: Warum auch zuckerfreie Getränke schaden können

Cola, Limo und Energy-Drinks greifen die Zähne auf zwei Wegen an: mit Zucker und mit Säure. Warum zuckerfrei nur das halbe Problem löst und wie Sie Ihre Zähne trotzdem schützen.

Kurz gesagt: Softdrinks schaden den Zähnen auf zwei Wegen. Der Zucker füttert Kariesbakterien, die Säure greift den Zahnschmelz direkt an. Zuckerfreie Varianten wie Cola Zero oder Light-Limonaden lösen nur das erste Problem, denn die Säure bleibt. Am meisten schadet es, über den Tag verteilt immer wieder zu nippen. Wer Softdrinks eher zum Essen trinkt, danach mit Wasser nachspült und Zahnpasta mit Fluorid benutzt, schützt seine Zähne.

Inhalt

    Zucker und Säure: zwei Wege zum Zahnschaden

    Karies: Bakterien im Zahnbelag verarbeiten Zucker zu Säure. Sinkt der pH-Wert im Belag unter etwa 5,3 bis 5,5, löst sich Mineral aus dem Zahnschmelz. Passiert das oft genug, entsteht ein Loch. Mehr dazu unter Zucker und die Zähne.

    Erosion: Hier braucht es keine Bakterien. Die Säure im Getränk selbst, etwa Phosphorsäure in Cola oder Zitronensäure in Limonaden, löst die Oberfläche des Zahnschmelzes an. Wie stark, hängt nicht nur vom pH-Wert ab. Entscheidend ist vor allem, wie viel Kalzium das Getränk enthält. Kalziumreiche Lebensmittel wie Joghurt sind trotz Säure kaum erosiv, kalziumarme Getränke dagegen schon bei höherem pH-Wert. Diese Schäden entwickeln sich langsam und tun anfangs nicht weh.

    Welche Getränke besonders kritisch sind

    Als erosiv gelten vor allem Fruchtsäfte, Limonaden und Colagetränke, Eistees, isotonische Sportgetränke, Energy-Drinks und Alkopops. Orangensaft hat einen pH-Wert um 4 und ein hohes erosives Potenzial. Die Säuren in Energy-Drinks gelten als besonders aggressiv, aggressiver als die Phosphorsäure in Cola.

    Saftschorlen enthalten weniger Zucker als reiner Saft, aber weiterhin Fruchtsäure. Unproblematisch sind Wasser, auch mit Kohlensäure, solange kein Geschmack zugesetzt ist, sowie ungesüßter Tee und Milch.

    Light, Zero, zuckerfrei: Was sich ändert und was nicht

    Für die Karies ist zuckerfrei ein echter Fortschritt. Prof. Stefan Zimmer von der Aktion zahnfreundlich rät: Wenn schon süß, dann lieber mit Süßstoff als mit Zucker. Cola ohne Zucker ist für die Zähne deutlich besser als normale Cola.

    An der Säure ändert das aber nichts. Manche Hersteller setzen statt Zucker sogar mehr Säure zu, damit das Getränk erfrischend schmeckt. Deshalb erfüllen auch zuckerfreie Softdrinks meist nicht die Kriterien für das Zahnmännchen-Siegel. Der beste Durstlöscher für die Zähne bleibt Wasser.

    So trinken Sie zahnschonender

    • Nicht nippen: Trinken Sie Softdrinks lieber auf einmal als in kleinen Schlucken über Stunden. Jeder Schluck bringt neue Säure an die Zähne.
    • Zum Essen statt zwischendurch: Dann bleibt mehr Zeit ohne Säure, in der sich der Zahnschmelz erholen kann.
    • Nicht im Mund hin und her spülen: Das verlängert den Kontakt mit den Zähnen.
    • Kalt statt warm: Warme Flüssigkeiten wirken schneller auf den Zahnschmelz.
    • Mit Wasser nachspülen: Ein Schluck Wasser nach dem Softdrink hebt den pH-Wert an den Zähnen wieder an.
    • Fluorid nutzen: Zahnpasta mit Fluorid macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger, siehe Fluorid als Kariesschutz.
    • Nach dem abendlichen Putzen nur noch Wasser.

    Gleich Zähne putzen oder warten?

    Lange hieß es, nach sauren Getränken solle man 30 bis 60 Minuten mit dem Zähneputzen warten. Eine Auswertung von zwölf Studien aus dem Jahr 2020 fand für menschlichen Zahnschmelz jedoch keinen Vorteil des Wartens. Geschützt hat dagegen die Zahnpasta mit Fluorid. Auch der Zahnärztliche Dienst der Region Hannover rät nicht mehr grundsätzlich zum Warten.

    Putzen Sie also wie gewohnt, mit Fluoridzahnpasta und ohne starken Druck. Haben Sie bereits Erosionen, fragen Sie Ihre Zahnarztpraxis, was in Ihrem Fall sinnvoll ist.

    Kinder und Jugendliche

    Bei Kindern und Jugendlichen sind Softdrinks, Eistee und Energy-Drinks oft fester Teil des Alltags. Als Durstlöscher eignen sich Wasser und ungesüßter Tee. Softdrinks sind am besten die Ausnahme und kommen dann zum Essen auf den Tisch. Eine Praxis mit Schwerpunkt Kinderzahnheilkunde finden Sie über die Kinderzahnarzt-Suche.

    Woran Sie Säureschäden erkennen

    Frühe Erosionen machen meist keine Beschwerden. Hinweise können sein: Zahnkanten wirken glasig oder leicht durchsichtig, die Zähne sehen gelblicher aus, weil das Zahnbein durchscheint, oder sie reagieren empfindlich auf Kaltes und Süßes. Ihre Zahnarztpraxis erkennt solche Veränderungen bei der Kontrolle früh. Mehr dazu lesen Sie unter Zahnschmelz aufbauen und vor Erosion schützen.

    Einen Termin zur Kontrolle können Sie über die DentNet-Zahnarztsuche bei einer Partnerpraxis in Ihrer Nähe vereinbaren.

    Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Beratung. Stand: November 2026.

    Häufige Fragen

    Ist Cola Zero schlecht für die Zähne?

    Für Karies ist Cola Zero deutlich besser als normale Cola, weil der Zucker fehlt. Die Säure bleibt aber, und sie kann den Zahnschmelz anlösen. Als Ausnahme zum Essen ist das kein großes Problem, als Getränk für den ganzen Tag schon.

    Schadet Mineralwasser mit Kohlensäure den Zähnen?

    Nach heutigem Stand nicht. Die Region Hannover nennt Mineralwasser ohne Geschmackszusatz als unschädlich und Wasser als besten Durstlöscher. Vorsicht ist eher bei Wasser mit Fruchtgeschmack oder Zitrone geboten.

    Sind Energy-Drinks schlimmer als Cola?

    Für den Zahnschmelz oft ja. Die Säuren in Energy-Drinks gelten als aggressiver als die Phosphorsäure in Cola, und viele enthalten zusätzlich viel Zucker.

    Soll ich nach einer Cola mit dem Zähneputzen warten?

    Das ist umstritten. Eine Auswertung mehrerer Studien fand für menschlichen Zahnschmelz keinen Vorteil, wenn man mit dem Putzen wartet. Wichtiger ist eine Zahnpasta mit Fluorid und Putzen ohne starken Druck. Spülen Sie nach dem Getränk mit Wasser nach.

    Ist Apfelschorle besser für die Zähne als Limonade?

    Sie enthält weniger Zucker als viele Limonaden, aber weiterhin Fruchtsäure. Für den Alltag ist Wasser oder ungesüßter Tee die bessere Wahl, Schorle eher zum Essen.

    Wächst angegriffener Zahnschmelz nach?

    Nein. Ganz am Anfang kann der Speichel angelöste Oberflächen teilweise wieder härten. Verlorener Zahnschmelz bildet sich aber nicht neu. Wie Sie ihn schützen, lesen Sie unter Zahnschmelz aufbauen.

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