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Terminservicestelle 116117: Gibt es dort Zahnarzttermine?

Die 116117 vermittelt keine Zahnarzttermine. Welche Wege Kassenpatienten stattdessen schnell zum Zahnarzt führen, im Notfall und im Alltag.

Nein, die Terminservicestellen unter der Nummer 116117 vermitteln keine Termine bei Zahnärzten oder Kieferorthopäden. Das schreiben die Kassenärztlichen Vereinigungen ausdrücklich auf ihren Seiten. Bei akuten Zahnschmerzen außerhalb der Sprechzeiten hilft der zahnärztliche Notdienst Ihrer Region, einen regulären Termin vereinbaren Sie direkt mit der Praxis.

Viele Patientinnen und Patienten erfahren das erst, wenn sie mit pochendem Zahn in der Warteschleife der 116117 hängen. Verständlich: Die Nummer wird seit Jahren als zentrale Hilfe für schnelle Arzttermine beworben. Für die Zahnmedizin gilt aber ein eigenes System mit eigenen Zuständigkeiten.

In diesem Beitrag erklären wir, warum das so ist, wo Sie nachts und am Wochenende einen Zahnarzt finden und wie Sie im Alltag schneller an einen Termin kommen. Kurz gesagt: Der Weg ist ein anderer, aber er ist nicht schwerer.

Inhalt

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Warum vermittelt die 116117 keine Zahnarzttermine?

Die Terminservicestellen gehen auf § 75 Absatz 1a des Fünften Sozialgesetzbuchs zurück. Dort werden die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet, eine rund um die Uhr erreichbare Stelle unter einer bundesweit einheitlichen Nummer zu betreiben. Diese Stelle vermittelt Termine bei Haus- und Fachärzten sowie Psychotherapeuten, bei Facharztterminen mit Überweisung in der Regel innerhalb von vier Wochen. Zahnärzte sind in dieser Regelung nicht genannt.

Das hat einen einfachen Grund: Zahnärzte rechnen nicht über die Kassenärztlichen Vereinigungen ab, sondern über die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) der Länder. Die Terminservicestellen haben deshalb keinen Zugriff auf freie Zahnarzttermine. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg und die KV Schleswig-Holstein stellen klar, dass sie keine Termine bei Zahnärzten oder Kieferorthopäden vermitteln.

Auch die geplante Reform der Notfallversorgung ändert daran nichts. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom Dezember 2025 begrüßen Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer, dass die neuen Regeln ausdrücklich nicht für den vertragszahnärztlichen Bereich gelten sollen. Der zahnärztliche Notdienst bleibt also bei den KZVen.

Wo finde ich nachts oder am Wochenende einen Zahnarzt?

Außerhalb der Sprechzeiten ist der zahnärztliche Notdienst zuständig. Den Sicherstellungsauftrag dafür tragen die KZVen. Welche Praxis gerade Dienst hat, finden Sie auf der Website der KZV des Bundeslandes, in dem Sie sich gerade aufhalten, in manchen Ländern auch über die Zahnärztekammer. Darauf weist zum Beispiel auch die Techniker Krankenkasse hin.

Rufen Sie die Notdienstpraxis möglichst vorher an, außer der Eintrag sagt ausdrücklich, dass Sie ohne Anmeldung kommen können. So vermeiden Sie, vor verschlossener Tür zu stehen, weil das Team gerade mit einem anderen Notfall im Behandlungszimmer ist. Bringen Sie Ihre Gesundheitskarte mit.

Der Notdienst behandelt das akute Problem: Er öffnet einen entzündeten Zahn, versorgt einen abgebrochenen Zahn provisorisch oder stillt eine Nachblutung. Die eigentliche Behandlung folgt danach in Ihrer Praxis. Wie der Ablauf genau aussieht, lesen Sie in unserem Beitrag zum zahnärztlichen Notdienst.

Wann sofort zum Zahnarzt?

  • starke, pochende Schmerzen, die sich mit Hausmitteln nicht beruhigen lassen
  • eine dicke Backe, vor allem zusammen mit Fieber oder Abgeschlagenheit
  • ein abgebrochener oder ausgeschlagener Zahn nach einem Unfall
  • eine Blutung nach einer Zahnentfernung, die trotz Druck auf einen Tupfer nicht aufhört

Bei Atemnot, Schluckbeschwerden oder einer Schwellung, die sich rasch Richtung Auge oder Hals ausbreitet, rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112.

Wie komme ich als Kassenpatient schneller an einen regulären Termin?

Für Zahnarzttermine gibt es keine gesetzliche Frist wie die vier Wochen bei vermittelten Facharztterminen. Umso mehr lohnt es sich, geschickt vorzugehen. Aus dem Praxisalltag wissen wir: Wer gleich morgens zur Öffnungszeit anruft und klar sagt, worum es geht, bekommt oft schneller einen Platz. Ein Satz wie „Seit gestern schmerzt der Zahn unten links beim Kauen“ hilft dem Team mehr als „Ich hätte gern einen Termin“.

Fragen Sie außerdem, ob die Praxis eine Liste für kurzfristige Absagen führt. Wer zeitlich flexibel ist, rückt so manchmal schon in derselben Woche nach. Viele Praxen bieten inzwischen eine Online-Terminbuchung an, bei der Sie freie Zeiten auch abends oder am Wochenende sehen und direkt reservieren können.

Einige Praxen haben feste Zeiten, in denen Schmerzpatienten ohne Termin kommen dürfen. Wie eine offene Sprechstunde funktioniert und mit welchen Wartezeiten Sie rechnen sollten, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Was tun, wenn meine Praxis keine neuen Patienten aufnimmt?

Als gesetzlich Versicherte haben Sie freie Zahnarztwahl. Sie sind also nicht an eine bestimmte Praxis gebunden und brauchen für den Zahnarzt keine Überweisung. Nimmt Ihre Wunschpraxis gerade niemanden auf, suchen Sie gezielt nach Alternativen in Ihrer Nähe.

Die KZBV verweist dafür auf die Zahnarztsuchen der Länder, die von den KZVen und Zahnärztekammern betrieben werden. Dort können Sie nach Ort und oft auch nach Schwerpunkten filtern. Auch die DentNet-Zahnarztsuche zeigt Ihnen Praxen in Ihrer Umgebung mit Kontaktdaten und Öffnungszeiten.

Ein Tipp aus Gesprächen mit Patienten: Fragen Sie bei der Anmeldung, ob ein Ersttermin auch bei einer anderen Zahnärztin oder einem anderen Zahnarzt derselben Praxis möglich ist. In größeren Praxen sind die Kalender unterschiedlich voll.

Wer hilft mir, wenn ich nicht weiterweiß?

Für Fragen rund um Behandlung, Kosten oder eine Zweitmeinung gibt es die Zahnärztliche Patientenberatung. Sie wird von den Zahnärztekammern und den KZVen der Länder getragen, ist kostenlos und fachlich unabhängig. Sie steht gesetzlich und privat Versicherten offen, die Beratung läuft meist telefonisch und auf Wunsch auch anonym.

Einen Termin vermittelt die Patientenberatung nicht. Sie kann Sie aber als Lotse an die richtige Stelle weiterleiten, etwa wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Problem ein Notfall ist oder bis zur nächsten Woche warten kann.

Woran erkenne ich, wie dringend mein Termin ist?

Nicht jeder Zahnschmerz braucht den Notdienst. Ein kurzer Kälteschmerz an einem freiliegenden Zahnhals ist unangenehm, aber selten eilig. Ein Schmerz, der nachts pulsiert und Sie aus dem Schlaf reißt, gehört dagegen zeitnah in zahnärztliche Hände. Eine Übersicht typischer Warnsignale finden Sie in unserem Notfall-Check: Wann zum Zahnarzt?.

Wenn es nicht akut ist, aber trotzdem bald sein sollte, ist der direkte Weg meist der schnellste: Praxis in der Nähe heraussuchen, anrufen oder online buchen. Mit der Zahnarztsuche von DentNet finden Sie Praxen in Ihrer Umgebung, bei vielen auch mit der Möglichkeit, eine Terminanfrage direkt zu stellen.

Unser Tipp:

Speichern Sie die Notdienst-Seite Ihrer KZV oder Zahnärztekammer schon heute als Lesezeichen im Handy. Im Ernstfall, am Samstagabend mit geschwollener Wange, sucht es sich deutlich entspannter.

Häufige Fragen

Vermittelt die 116117 auch Termine beim Kieferorthopäden?

Nein. Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen vermitteln weder Termine bei Zahnärzten noch bei Kieferorthopäden. Für eine kieferorthopädische Untersuchung wenden Sie sich direkt an eine Fachpraxis. Bei Kindern kann auch die Hauszahnarztpraxis einschätzen, ob und wann eine kieferorthopädische Abklärung sinnvoll ist, und eine Praxis empfehlen.

Gibt es für Zahnarzttermine eine Frist wie beim Facharzt?

Eine gesetzliche Vermittlungsfrist wie beim Facharzt gibt es für Zahnarzttermine nicht, weil die Regeln für die Terminservicestellen nur für Ärzte und Psychotherapeuten gelten. Bei akuten Schmerzen sollten Sie der Praxis das am Telefon deutlich sagen. Außerhalb der Sprechzeiten ist der zahnärztliche Notdienst Ihres Bundeslandes zuständig.

Wie finde ich am Wochenende den zahnärztlichen Notdienst?

Die diensthabenden Praxen stehen auf der Website der Kassenzahnärztlichen Vereinigung oder der Zahnärztekammer Ihres Bundeslandes. Maßgeblich ist das Land, in dem Sie sich gerade aufhalten. Rufen Sie die Praxis vorher an, sofern der Eintrag nicht ausdrücklich einen Besuch ohne Anmeldung vorsieht, und nehmen Sie Ihre Gesundheitskarte mit.

Kann ich mit Zahnschmerzen den ärztlichen Bereitschaftsdienst rufen?

Die 116117 ist die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Ärztinnen und Ärzte dort behandeln keine Zähne. Für Zahnschmerzen ist der zahnärztliche Notdienst die richtige Anlaufstelle. Bei Atemnot, starken Schluckbeschwerden oder einer sich schnell ausbreitenden Schwellung im Gesicht wählen Sie dagegen sofort den Notruf 112.

Ist die zahnärztliche Patientenberatung kostenlos?

Ja. Die Patientenberatungsstellen der Zahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen beraten kostenlos und fachlich unabhängig, gesetzlich wie privat Versicherte. Die Beratung erfolgt meist telefonisch und auf Wunsch anonym. Einen Termin vermitteln die Stellen nicht, sie helfen aber bei Fragen zu Behandlung, Kosten und Zweitmeinung weiter.

Brauche ich für den Zahnarzt eine Überweisung?

Nein. Als gesetzlich Versicherte gehen Sie mit Ihrer Gesundheitskarte direkt zu einer Zahnarztpraxis Ihrer Wahl. Eine Überweisung brauchen Sie nur, wenn Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt Sie an eine spezialisierte Stelle weiterschickt, etwa an eine Kieferchirurgie. Das gilt auch für den zahnärztlichen Notdienst.

Eine Praxis in Ihrer Nähe finden Sie mit der DentNet-Zahnarztsuche.

Hinweis: Dieser zahnmedizinische Artikel soll das Verständnis und Wissen über allgemeine Mundgesundheitsthemen fördern. Er ist kein Ersatz für professionelle Beratung, Diagnose oder Behandlung. Lassen Sie sich bei Fragen zu einer Erkrankung oder Behandlung immer von Ihrem Zahnarzt oder einem anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleister beraten.

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Fachlich geprüft durch: Zahntechnikermeister Uwe Landsberger

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