Was macht einen guten Zahnarzt aus?

Zum Zahnarzt gehen meistens nur die Menschen gern, die keinerlei Probleme mit ihren Zähnen oder ihrer Mundgesundheit haben. Der Rest hat oft ein mulmiges Gefühl oder sogar große Angst vor den spitzen Geräten, Bohrern und Absaugvorrichtungen, die unangenehme Geräusche oder Schmerzen verursachen. Der Gedanke an eine Spritze, die ins Zahnfleisch oder den Mundraum gesetzt werden muss, um die Behandlung schmerzfrei zu gestalten, kann beänstigend sein. Ein guter Zahnarzt weiß aber auch, wie mit er mit tiefsitzenden Ängsten seiner Patienten umgehen muss.

Ist ein Zahnarzt immer ein Doktor?

Der Beruf des Zahnarztes fällt in Deutschland unter die sogenannten "freien Berufe". Das Studium der Zahnmedizin dauert regulär 10 Semester und setzt sich aus einem vorklinischen und einem klinischen Teil zusammen. Nach der Approbation darf der Zahnarzt seinen Beruf ausüben. Nur rund die Hälfte der Absolventen des Studiums promoviert zum Dr. med. dent. Zahnärzte sind zur fachlichen Fortbildung verpflichtet, damit sie stets auf den neuesten Wissenstand bleiben, und müssen dies alle fünf Jahre bei der Zahnärztekammer nachweisen. 

Was ist ein Fachzahnarzt?

Die Angabe Fachzahnarzt auf dem Praxisschild gibt Auskunft über eine qualifizierte berufsbezogene Weiterbildung in einer bestimmten Fachrichtung. Diese Ausbildung dauert drei bis vier Jahre, von denen mindestens ein Jahr in einer Klinik absolviert werden muss. Nach erfolgreicher Weiterbildung – zum Beispiel in den Bereichen Oralchirurgie, Kieferorthopädie oder öffentliches Gesundheitswesen – darf der Zahnarzt sich mit der Berufsbezeichnung "Fachzahnarzt" schmücken. 

Welche Aufgaben hat ein Zahnarzt?

Zu den täglichen Aufgaben des Arztes gehören die Diagnose und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen und die Vorsorge vor Erkrankungen im Mundraum. Nach der Anamnese des Patienten, mit der eventuelle Vorerkrankungen abgeklärt werden, erfolgt eine gründliche Untersuchung der Zähne, des Zahnfleischs und des gesamten Mundraums. Dann werden – je nach Befund – Karies- oder Wurzelbehandlungen durchgeführt, Zahnstein entfernt, eine Gingivitis oder Parodontitis behandelt oder Zähne vorbereitet, um Zahnersatz herzustellen. Das können Kronen, Brücken, Teil- oder Totalprothesen oder Implantate sein. Gebissabdrücke oder Oralscans zur Erstellung von Schienen, Zahnspangen oder Zahnersatz gehören ebenfalls zu den Tätigkeiten eines Zahnmediziners, der dazu eng mit einem Zahntechniker im eigenen oder fremden Zahnlabor zusammenarbeitet. Mithilfe von digitalen Röntgenaufnahmen kann der Zahnarzt auch tiefsitzende, von außen nicht erkennbare Erkrankungen der Zahnwurzeln oder des Zahnhalteapparats feststellen. Ästhetische Behandlungen wie das Verblenden der Zähne mit Veneers oder das Bleachingverfahren für weißere Zähne werden ebenfalls angeboten. Ihr Zahnarzt kann Ihnen auch nützliche Tipps zur häuslichen Mundpflege und der richtigen Putztechnik geben. Eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) wird meistens durch die Prophylaxe-Assistenz der Praxis durchgeführt und sorgt für blitzsaubere Zähne und nachhaltige Reinheit. 

Aufgaben der verschiedenen Fachzahnärzte

Bereich Kieferorthopädie: 
Der Fachzahnarzt ist spezialisiert auf die kieferothopädische Zahn- und Kieferregulierung, diagnostiziert und korrigiert Zahnfehlstellungen und Zahnkontakte (Okklusion) beim geschlossenen Gebiss. Bei schief gewachsenen Zähnen oder Kieferanomalien werden zur Behandlung regulierende festsitzende Zahnspangen oder Schienen verordnet, um eine gesunde Beiß- und Kaufähigkeit wieder herzustellen.

Bereich Oralchirurgie:
Der Zahnarzt führt chirurgische Eingriffe und den Aufbau von Kieferknochen im Mundraum durch. Auch das operative Entfernen von Zähnen oder Zahnresten und Wurzelspitzenresektionen fallen unter diesen Fachbereich. Ein Oralchirurg ist auch Fachmann für Zahnimplantate, bei denen eine künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen eingebracht wird, die mit dem Knochen verwächst. Dann kann auf dieser festen Grundlage Zahnersatz angebracht werden.

Bereich Öffentliches Gesundheitswesen:
Diese Fachzahnärzte sind hauptsächlich in den zahnärztlichen Diensten von Behörden und Verwaltungen tätig. Sie benötigen ein fundiertes Wissen in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, aber auch auf dem Gebiet der Sozialmedizin und sind organisatorisch und verwaltend tätig. Sie besuchen zum Beispiel Schulen und Kindergärten, führen dort prophylaktische Untersuchungen durch, klären über Zahn- und Mundgesundheit auf und stehen Rede und Antwort zu zahnmedizinischen Fragen.

Bereich Parodontologie: 
Dieser Bereich der Zahnmedizin befasst sich mit der Vorbeugung, Therapie und Nachsorge von parodontalen Erkrankungen wie der Parodontitis. Der Schwerpunkt liegt auf den Erkrankungen des Zahnbetts, dem Parodontium. Wenn das Zahnbett sich entzündet hat, drohen Zahnverlust oder die Lockerung von Zahnimplantaten, der Schwund des Kieferknochens und schwerwiegende körperliche Erkrankungen durch die Wechselwirkung der chronischen Entzündung. Mit speziellen mehrstufigen Therapiemaßnahmen kann der Parodontologe die Entzündung erfolgreich therapieren.  

Spezialisierung in anderen Bereichen

Außerhalb der Fachzahnarztausbildung gibt es Zahnmediziner, die sich zum Beispiel auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert haben. Wer schon beim Gedanken an den Besuch in der Praxis Schweißausbrüche oder Herzrasen bekommt, wird auch auf dem Behandlungsstuhl nicht ruhig sitzen bleiben können. Diese Patienten benötigen besondere Zuwendung und viel Einfühlungsvermögen. Eventuell sind auch beruhigende oder anästhetische Maßnahmen nötig, die über eine örtliche Betäubung hinausgehen. 

Eine weitere Spezialisierung findet sich immer öfter im Bereich der ästhetischen Zahnmedizin. Damit ist nicht zwangsläufig die ebenmäßige und blendend weiße Hollywoodzahnreihe gemeint. Wenn Zähne durch ständiges Knirschen oder hohes Lebensalter abgeschliffen oder dauerhaft verfärbt sind, können Veneers – hauchdünne Keramikschalen, die auf die Zähne geklebt werden – die Optik entscheidend verbesser und für mehr Selbstbewusstsein sorgen. Zurückgehendes Zahnfleisch kann mit chirurgischen Maßnahmen wieder hergestellt, abgebrochene Zahnteile mit bestimmten Füllungen ersetzt werden. 

Habe ich den richtigen Zahnarzt?

Über 70.000 Zahnärzte praktizieren in Deutschland, darunter werden sicher auch Sie den richtigen finden. Sie sollten jedoch auf ein paar Dinge achten bei der Auswahl des Behandlers, dem Sie langfristig Ihr Vertrauen schenken möchten. Wir haben ein paar Punkte zusammengestellt:

Wie finde ich meinen Zahnarzt?

Eine persönliche Empfehlung durch Freunde oder Bekannte ist immer Gold wert. Auch im Internet finden Sie in jedem Ort in Ihrer Nähe eine Praxis. Online-Bewertungen können zwar bei der Entscheidung helfen, sind aber durchaus mit Vorsicht zu genießen; nicht alle Bewertungen sind echt oder wahr. Eine schlechte Bewertung kann auch manipulativ abgegeben worden sein und dadurch eine ganze Praxis in Verruf bringen. Im Zweifelsfalle rufen Sie einfach die Zahnarztpraxis Ihrer Wahl an und fragen, ob Sie einmal vorbeischauen dürfen, bevor Sie sich entscheiden.

Der erste Eindruck der Praxis

Ist die Zahnarztpraxis sauber und ordentlich und macht sie einen guten Eindruck? Ist das Team in der Praxis freundlich und nimmt sich Zeit für Sie und ihr Anliegen? Ein verstaubtes Wartezimmer, herumliegende Instrumente oder gebrauchte Handschuhe deuten auf eine gewisse Lässigkeit in Umgang mit Hygienevorschriften hin. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl: Wenn Sie sich aus verschiedenen Gründen schon beim ersten Betreten der Praxis nicht wohlfühlen, wird sich das vermutlich nicht mehr ändern.

Erstgespräch und Eingangsuntersuchung

Beim ersten Kennenlernen mit einem neuen Arzt sollten Sie darauf achten, ob er sich die Zeit für ein ausführliches Anamnesegespräch nimmt. Bestehende oder frühere Erkrankungen der Zähne oder des Zahnfleischs werden dabei abgeklärt, eventuelle Therapiewünsche können bereits dort besprochen werden. Eine eingehende Untersuchung vermittelt dem Zahnarzt ein detailliertes Bild vom Zustand Ihrer Zähne und von Ihrer Mundgesundheit; eventuell wird für einen besseren Überblick auch schon beim ersten Termin eine Röntgenaufnahme angefertig. Der Zahnarzt sollte während der Untersuchung stets Mundschutz und Handschuhe tragen.

Die erste Behandlung

Wenn eine konkrete Behandlung ansteht, sollte der Zahnarzt Sie ausführlich und verständlich über den Verlauf und die Risiken beraten und alle Ihre Fragen beantworten können. Ein Zahnarzt mit Kassenzulassung ist verpflichtet, die Leistungen der Kasse detailliert zu erläutern. Wenn Ihr neuer Zahnarzt nicht ausschließlich am Geldverdienen interessiert ist, wird er Ihnen auch kostenfreie Therapien oder preiswertere Versorgungen anbieten können und Sie auch über mögliche Qualitätsunterschiede aufschlussreich informieren. 

Prophylaxe in der Praxis und zu Hause

Eine Professionelle Zahnreinigung in der Praxis – mindestens einmal järlich – ist ein wichtiger Bestandteil der Zahnprophylaxe. Ein guter Zahnarzt wird es aber nicht bei der meist kostenpflichtigen Zahnreinigung belassen, sondern Ihnen bei den regelmäßigen Kontrollterminen auch Tipps zur besseren Zahnpflege für zu Hause geben. Denn die tägliche Mundhygiene liegt in Ihrer Hand und sollte auch außerhalb der Zahnarztpraxis gewissenhaft und gründlich durchgeführt werden. Im DentNet erhalten Sie die PZR unter bestimmten Voraussetzungen übrigens kostenlos.

Respekt für Ihre Zeit

Wenn Sie einen Termin in der Praxis haben und trotzdem immer wieder über eine halbe Stunde warten müssen, kann das ein Anzeichen für schlechte Organisation in der Praxis sein. Ein Notfall kann zwar immer dazwischen kommen – schließlich wünschen Sie sich bei heftigen Zahnschmerzen auch eine schnelle Linderung –, aber das sollte die Ausnahme und nicht die Regel sein.

Berücksichtigung Ihres Budgets

Bei der Versorgung mit Zahnersatz, Prothesen und Implantate können schnell hohe Kosten entstehen. Es gibt aber die unterschiedlichsten Ausführungen und Materialien, um Zähne zu ersetzen oder Prothesen anzufertigen. Ein kompetenter Zahnarzt, der Ihr Vertrauen verdient, wird Ihre finanziellen Möglichkeiten und Vorstellungen bei der Planung der Behandlung berücksichtigen, günstigere Alternativen vorschlagen und Ihnen keine Versorgung aufdrängen, die Sie sich vielleicht gar nicht leisten können. 

Wertschätzung und Information

Nimmt Ihr Zahnarzt sich Zeit, Sie umfassend zu beraten und eingehend über anstehende Behandlungen oder aufzuklären? Hört er sich Ihre Bedenken an und beantwortet Ihre Fragen ausführlich? Wenn zum Beispiel eine Implantation geplant ist, sollte der Arzt die notwendigen Behandlungsschritte genau erläutern, aber auch auf mögliche Risiken und die zu erwartenden Kosten eingehen. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht nur eine weitere Karteikarte in der Zahnarztpraxis zu sein und dem Arzt vertrauen, dann haben Sie höchstwahrscheinlich den richtigen gewählt. 

Fazit:

Zwei Mal im Jahr sollten Sie zur Kontrolle zum Zahnarzt gehen, um Erkrankungen an Zähnen oder Zahnfleisch rechtzeitig zu erkennen. Auch die Professionelle Zahnreinigung darf dabei nicht fehlen. Suchen Sie sich Ihren Mediziner in Ruhe und mit Sorgfalt aus, dann steht einer dauerhaft vertrauensvollen Beziehung zwischen Arzt und Patient nichts mehr im Wege.