Der erste Schritt zum Zahnersatz ist immer der Heil- und Kostenplan (HKP)

Der erste Schritt zum Zahnersatz ist immer der Heil- und Kostenplan (HKP), der von dem behandelnden Zahnarzt erstellt wird und wie eine Art Kostenvoranschlag zu verstehen ist.

Der Heil- und Kostenplan gibt eine Übersicht über die geplanten Behandlungen und die voraussichtlichen Kosten. Er muss bei der Krankenkasse eingereicht und von ihr genehmigt werden. Hieraus ergibt sich der Kassenzuschuss und der Eigenanteil des Patienten. Die tatsächlichen Kosten stehen allerdings erst mit dem Abschluss der Zahnbehandlung fest. Für gesetzlich Versicherte ist ein Heil- und Kostenplan vorgeschrieben und muss kostenfrei vom Zahnarzt erstellt werden. Das gilt natürlich auch für ein zweites Angebot, das Sie sich auf Grundlage des Heil- und Kostenplans als zweite Meinung oder alternatives Angebot vorlegen lassen können. Der Bonus, der sich aus Ihrem Bonusheft ergibt, wird ebenfalls in dem Heil- und Kostenplan eingetragen und an die Krankenkasse gegeben, da der Bonus auf den Festzuschuss aufgerechnet wird und damit Ihren Eigenanteil senkt. Jeder erstellte Heil- und Kostenplan hat eine Gültigkeit von einem halben Jahr. Danach müsste ein Antrag auf Verlängerung gestellt oder ein neuer HKP angefertigt werden.

Was beinhaltet der Heil- und Kostenplan?

Der Heil- und Kostenplan besteht aus zwei Seiten. Unter dem Teil mit Ihren persönlichen Daten und der behandelnden Zahnarztpraxis befindet sich im Abschnitt I das sogenannte Zahnkreuz, in das der Zahnarzt den Befund, die Regelversorgung und die geplante Therapie für die entsprechenden Zähne einträgt. Die verwendeten Abkürzungen im Zahnkreuz sind direkt auf dem HKP erklärt. Der Abschnitt III bietet einen Überblick über die Kosten. Die Behandlungskosten setzen sich immer aus dem Honorar des Zahnarztes sowie den Material- und Laborkosten zusammen. Nur die erste Seite hat eine Relevanz für die Krankenkasse, da sich hieraus die Bezuschussung ergibt.

Die zweite Seite ist als Überblick für den Patienten gedacht und gilt als Anlage zum Heil- und Kostenplan. Dort wird nur etwas eingetragen, wenn der Patient eine Versorgung wünscht, die höherwertiger als die Regelversorgung der Kasse ist. „Gleichartige“ und „andersartige“ Versorgungen finden sich hier mit dem privatzahnärztlichen Honorar und dem voraussichtlichen Eigenanteil wieder. Wird auf der zweiten Seite etwas eingetragen, müssen Sie hier in der Regel mit Ihrer Unterschrift ausdrücklich bestätigen, dass Sie mit diesen Zusatzleistungen einverstanden sind. Die Seite 2 soll dem Patienten die größtmögliche Klarheit über die Kosten verschaffen. Die Prüfung bei der Krankenkasse berücksichtigt lediglich die Tatsache, dass die Voraussetzungen einer Bezuschussung mit einem Festzuschuss zur Regelleistung erfüllt sind.

Die Krankenkasse bewertet nicht, ob die geplante Versorgung wirtschaftlich vernünftig oder kostengünstig ist. Erfahrungsgemäß können HKPs für eine Versorgung mit Zahnersatz bei gleichem Befund stark voneinander abweichen. Privatleistungen können vom Zahnarzt mit einem Steigerungsfaktor für den Gebührensatz berechnet werden. Der Steigerungsfaktor von 2,3 gilt als „durchschnittliche Leistung“ wohingegen die Steigerung um den Faktor 3,5 bereits eine Erhöhung der Kosten um 50 % ausmachen könnte. Die Berechnung des 2,3-fachen des Gebührensatzes muss der Zahnarzt bereits schriftlich begründen. Ab dem Faktor 3,5 müssen Patienten eine Vereinbarung unterschreiben, um diesen erhöhten Kosten zuzustimmen.

Wie verbindlich ist ein Heil- und Kostenplan?

Heil- und Kostenpläne sind eine unverbindliche Berechnung der voraussichtlichen Kosten. Der Zahnarzt schätzt die Kosten möglichst genau ein, sollte aber die geschätzten Kosten bei der tatsächlichen Behandlung nicht mit mehr als 15 % überschreiten. Tritt dieser Fall ein, müsste er den Patienten unverzüglich über die höheren Kosten unterrichten und bei einer erheblichen Überschreitung eine neue Genehmigung einholen. Die Kosten könnten aber ebenso niedriger ausfallen, als der Zahnarzt sie vorher veranschlagt hat.

Wichtige Tipps zum Heil- und Kostenplan

  • Die Behandlung sollte erst beginnen, wenn die Krankenkasse die Festzuschüsse bewilligt hat.
  • Bei größeren Änderungen der vorgesehenen Behandlungsmethode sollte ein neuer HKP erstellt werden, auf dessen Grundlage die Krankenkasse die Zuschüsse bewilligt.
  • Neben dem Heil- und Kostenplan sollten Versicherte ihrer Krankenkasse eine Kopie des Bonusheftes zukommen lassen, damit der Festzuschuss korrekt berechnet werden kann.
  • Kassenpatienten haben das Recht auf kassenärztliche Zweitmeinung. Da die Behandlungskosten bei gleichem Befund stark voneinander abweichen können, ist es sinnvoll, sich einen alternativen Kostenvoranschlag erstellen zu lassen.
  • Patienten sollten mit ihrem Zahnarzt die Möglichkeit besprechen, den Zahnersatz im Ausland anfertigen zu lassen. Durch diese Option kann der zu zahlende Eigenanteil enorm gesenkt werden.