THIS IS THE PAGE RENDERED

Zahnschmerzen: Ursachen, Soforthilfe und Hilfe nachts oder am Wochenende

Woher Zahnschmerzen kommen, was bis zum Termin hilft, was Sie besser lassen und wo Sie nachts, am Wochenende oder an Feiertagen Hilfe finden.

Kurz gesagt: Zahnschmerzen entstehen meist durch Karies, einen entzündeten Zahnnerv, eine undichte Füllung oder eine Entzündung am Zahnfleisch. Bis zum Termin helfen Kühlen von außen und ein rezeptfreies Schmerzmittel, in der Regel Ibuprofen oder Paracetamol. Wärme, ASS und alte Antibiotika sind keine gute Idee. Unter der Woche rufen Sie morgens in einer Praxis an und sagen gleich, dass Sie Schmerzen haben.

Abends, am Wochenende und an Feiertagen hilft der zahnärztliche Notdienst. Kommt eine Schwellung dazu, gehen Sie noch heute zum Zahnarzt. Reicht sie bis zum Hals oder Auge, haben Sie Fieber oder Schluckbeschwerden, gehört das in eine Klinik. Bei Atemnot rufen Sie die 112.

Zahnschmerzen fangen oft klein an. Ein kurzes Ziehen beim Eis, ein Zahn, der auf Süßes reagiert. Ein paar Tage später pocht es, und irgendwann liegt man nachts wach und sucht im Handy nach dem nächsten Notdienst. Wann der Schmerz kommt und wie er sich anfühlt, sagt schon einiges über die Ursache. Das hilft Ihnen bei der Frage, wie eilig es ist, und der Praxis bei der Diagnose.

Zahnschmerzen: Ursachen auf einen Blick

Die Tabelle dient der Orientierung. Ein Röntgenbild und die Untersuchung in der Praxis kann sie nicht ersetzen, denn Schmerzen strahlen gern aus, und der Zahn, der weh tut, ist nicht immer der Verursacher.

So fühlt es sich anHäufige UrsacheWie eilig?
Kurzes Ziehen bei Kaltem oder Süßem, verschwindet sofort wiederFreiliegende Zahnhälse, beginnende Karies, undichte FüllungRegulären Termin ausmachen
Schmerz bei Kälte oder Wärme, der noch Minuten nachhalltEntzündeter Zahnnerv (Pulpitis)In den nächsten Tagen, bei starken Schmerzen sofort
Dauerhaftes Pochen, nachts schlimmer, Wärme verstärkt esFortgeschrittene Entzündung des ZahnnervsAm selben oder nächsten Tag
Schmerz beim Zubeißen, der Zahn fühlt sich „zu lang“ anEntzündung an der Wurzelspitze, Riss im Zahn, zu hohe FüllungInnerhalb weniger Tage
Schwellung an Zahnfleisch oder Wange, fauliger GeschmackEiteransammlung (Abszess)Heute
Schmerz ganz hinten, Mund geht schwer aufEntzündung um einen WeisheitszahnBald, mit Schwellung sofort
Mehrere Oberkieferzähne gleichzeitig, schlimmer beim Bücken, dazu SchnupfenEntzündete NasennebenhöhleAbklären lassen, ob ein Zahn die Ursache ist
Kiefer und Zähne morgens verspannt, eher dumpfNächtliches Pressen oder KnirschenRegulärer Termin

Die Bayerische Landeszahnärztekammer nennt als typische Auslöser Karies, Entzündungen an der Zahnwurzel und Parodontitis, daneben defekte Füllungen, Kieferverspannungen und Nasennebenhöhlenentzündungen. Mehr zu den einzelnen Ursachen lesen Sie in unseren Beiträgen zur Zahnnervenentzündung, zu empfindlichen Zähnen und zum Zähneknirschen.

Was bei Zahnschmerzen sofort hilft

Kühlen, von außen. Ein Kühlpad oder ein paar Eiswürfel im Beutel, in ein Tuch gewickelt, auf die Wange. Nicht direkt auf die Haut und nicht stundenlang, lieber immer wieder ein paar Minuten. Manche lutschen lieber einen Eiswürfel, auch das geht.

Ein rezeptfreies Schmerzmittel. Die Kammer empfiehlt Ibuprofen oder Paracetamol. Die amerikanische Zahnärztevereinigung ADA hat 2024 eine Leitlinie zu akuten Zahnschmerzen veröffentlicht. Erste Wahl ist dort ein entzündungshemmendes Schmerzmittel wie Ibuprofen, allein oder zusammen mit Paracetamol, und das ausdrücklich auch für die Zeit, bis ein Zahnarzttermin möglich ist. Wie viel Sie nehmen dürfen, steht in der Packungsbeilage. Länger als drei bis vier Tage am Stück (die Packungsbeilage nennt die Grenze) sollten Sie Schmerzmittel nicht ohne Rücksprache nehmen. Wenn Sie schwanger sind, Magen-, Nieren- oder Leberprobleme haben oder regelmäßig andere Medikamente nehmen, fragen Sie vorher in der Apotheke.

Kopf hoch. Mit einem zusätzlichen Kissen schlafen entlastet den Kiefer etwas. Warum das hilft, lesen Sie weiter unten.

Hausmittel, mit Vorsicht. Gewürznelken enthalten Eugenol, das leicht betäubt. Die Kammer hält das Lutschen einer Nelke für vertretbar, ein Kölner Zahnarzt rät in einem dpa-Beitrag aber ganz davon ab: Er habe schon mehrfach Nelkenreste zwischen Zähnen entfernen müssen, und die Beschwerden hätten sich dadurch eher verschlimmert. Wenn überhaupt, dann nur vorsichtig lutschen und danach ausspucken. Bei entzündetem Zahnfleisch hilft manchen eine Spülung mit abgekühltem Salbei- oder Kamillentee oder mit lauwarmem Salzwasser. Die Ursache beseitigt keines dieser Mittel.

Was Sie bei Zahnschmerzen besser lassen

Keine Wärme. Wärmflasche oder Rotlicht fühlen sich angenehm an, lassen entzündetes Gewebe aber anschwellen. Zahnärzte raten bei akuten Schmerzen und Schwellungen zum Kühlen.

Kein ASS (Acetylsalicylsäure). Es hemmt die Blutgerinnung. Muss der Zahn behandelt oder gezogen werden, blutet es stärker. Wer ASS vom Arzt verordnet bekommt, setzt es nicht eigenmächtig ab, sondern sagt es in der Praxis. Mehr dazu im Beitrag Zahnbehandlung unter Blutverdünnern.

Keine Reste alter Antibiotika. Gegen den Schmerz eines entzündeten Zahnnervs helfen sie nicht, das zeigen Studien seit Jahren. Zahnärztliche Fachgesellschaften raten deshalb davon ab. Antibiotika sind nur in bestimmten Situationen sinnvoll, etwa wenn sich eine Infektion ausbreitet. Das entscheidet die Praxis.

Kein Alkohol, kein Kaffee, kein Nikotin, kein Sport. All das kann die Beschwerden verstärken, solange es akut weh tut.

Warum Zahnschmerzen nachts schlimmer werden

Dafür gibt es messbare Gründe. Im Liegen steigt der Druck in den Blutgefäßen und Nerven rund um den Kiefer. Die Wärme im Bett lässt entzündetes Gewebe anschwellen. Abends bildet der Körper weniger Cortisol, ein körpereigenes Hormon, das Schmerzen dämpft. Und nachts fehlt die Ablenkung, der Schmerz bekommt die volle Aufmerksamkeit. Deshalb lohnen sich ein erhöht gelagerter Kopf, Kühlen und ein Schmerzmittel vor dem Schlafengehen.

Zahnschmerzen am Wochenende, an Feiertagen und nachts

Außerhalb der Sprechzeiten gibt es den zahnärztlichen Notdienst. Ihn organisieren die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Bundesländer, deshalb unterscheiden sich Zeiten und Abläufe je nach Region. Die diensthabende Praxis finden Sie auf der Website der Landeszahnärztekammer oder der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Ihres Bundeslandes, in Bayern zum Beispiel unter notdienst-zahn.de. Oft steht sie auch in der Lokalzeitung. Wie Sie am schnellsten fündig werden, erklärt unser Beitrag zum Zahnarzt-Notdienst.

Die 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst, nicht der zahnärztliche. Bei reinen Zahnschmerzen sind Sie dort meist an der falschen Adresse.

Im Notdienst wird vor allem der Schmerz behandelt. Der Zahn wird zum Beispiel geöffnet, damit der Druck entweichen kann, oder ein Abszess wird entlastet. Die eigentliche Behandlung folgt danach in Ihrer Praxis. Nehmen Sie Ihre Gesundheitskarte mit und eine Liste der Medikamente, die Sie nehmen.

Unter der Woche: so kommen Sie schnell dran

Rufen Sie gleich zu Beginn der Sprechzeit an und sagen Sie, dass Sie Schmerzen haben. Viele Praxen halten dafür Zeit frei. Manche bieten auch eine Sprechstunde ohne Termin an. Wenn Sie keine feste Zahnarztpraxis haben, finden Sie über die DentNet-Zahnarztsuche eine Partnerpraxis in Ihrer Nähe. Bei vielen können Sie direkt online einen Termin buchen, auch spät abends, wenn kein Telefon mehr besetzt ist.

Wann Zahnschmerzen ein Notfall sind

Breitet sich eine Entzündung im Kieferbereich aus, kann das gefährlich werden. Die S3-Leitlinie zu Infektionen, die von den Zähnen ausgehen (zuletzt im Juli 2026 aktualisiert), nennt dafür klare Warnzeichen. Trifft eines davon zu, gehen Sie ohne Aufschub in eine Klinik mit Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie oder in die Notaufnahme:

  • Der Mund lässt sich kaum noch öffnen.
  • Die Schwellung reicht bis unter den Kieferrand, zum Hals oder zum Auge.
  • Schlucken fällt schwer, die Sprache klingt kloßig.
  • Sie haben Fieber oder fühlen sich deutlich krank.

Rufen Sie die 112, wenn Sie schlecht Luft bekommen. Das gilt auch, wenn Schmerzen im Kiefer zusammen mit Druck oder Enge in der Brust, Atemnot, kaltem Schweiß oder Übelkeit auftreten. Die Deutsche Herzstiftung weist darauf hin, dass Herzinfarktschmerzen in den Kiefer ausstrahlen können.

Was in der Praxis passiert

Zuerst geht es darum, den schmerzenden Zahn zu finden. Die Praxis klopft die Zähne ab, testet sie mit Kälte, schaut sich das Zahnfleisch an und macht meist ein Röntgenbild. Je nach Befund wird eine Füllung gelegt oder erneuert, der Zahn bekommt eine Wurzelkanalbehandlung, oder eine Entzündung am Zahnfleisch wird behandelt. Ist der Zahn nicht mehr zu retten, wird er entfernt.

Für gesetzlich Versicherte ist die Schmerzbehandlung eine Kassenleistung. Auch Füllungen, Wurzelbehandlungen und das Ziehen eines Zahns zahlt die Kasse grundsätzlich, bei Backenzähnen gelten für Wurzelbehandlungen allerdings Voraussetzungen. Details stehen im Beitrag Was kostet eine Wurzelbehandlung?

Häufige Fragen zu Zahnschmerzen

Der Schmerz ist plötzlich weg. Muss ich trotzdem zum Zahnarzt?

Ja. Wenn ein stark schmerzender Zahn auf einmal Ruhe gibt, kann das heißen, dass der Zahnnerv abgestorben ist. Die Entzündung läuft dann unbemerkt weiter und kann später zu einem Abszess führen.

Welches Schmerzmittel ist bei Zahnschmerzen am besten?

Für die meisten Erwachsenen Ibuprofen, weil es zusätzlich entzündungshemmend wirkt. Paracetamol ist die Alternative, wenn Ibuprofen nicht infrage kommt, etwa bei Magenproblemen oder in der Schwangerschaft. Ob beides zusammen für Sie sinnvoll ist, klären Sie in der Apotheke. ASS sollten Sie meiden.

Kann ich mit Zahnschmerzen ohne Termin in eine Praxis gehen?

Bei akuten Schmerzen werden Sie in der Regel nicht weggeschickt, müssen aber mit Wartezeit rechnen. Ein kurzer Anruf vorher ist besser. Manche Praxen haben feste Zeiten für Schmerzpatienten.

Was kostet der zahnärztliche Notdienst?

Für gesetzlich Versicherte ist die Behandlung im Notdienst eine Kassenleistung, eine Praxisgebühr gibt es nicht mehr. Bei Privatversicherten können für Behandlungen außerhalb der Sprechzeiten Zuschläge anfallen.

Helfen Antibiotika gegen Zahnschmerzen?

Meist nicht. Der Schmerz entsteht durch Druck und Entzündung im Zahninneren, und das lässt sich nur durch die Behandlung des Zahns beheben. Antibiotika kommen zusätzlich infrage, wenn sich eine Infektion ausbreitet, Sie Fieber haben oder das Immunsystem geschwächt ist.

Zahnschmerzen nach einer Füllung oder Wurzelbehandlung: ist das normal?

Ein paar Tage Empfindlichkeit beim Kauen oder bei Kälte sind nach einer Behandlung normal. Werden die Schmerzen stärker statt schwächer, fühlt sich die Füllung beim Zubeißen zu hoch an oder kommt eine Schwellung dazu, melden Sie sich in der Praxis.

Was hilft bei Zahnschmerzen bei Kindern?

Kühlen, keine Wärme, und ein für das Alter zugelassenes Schmerzmittel als Saft oder Zäpfchen, dosiert nach Gewicht laut Packungsbeilage. ASS ist für Kinder nicht geeignet. Gehen Sie zeitnah in eine Praxis, bei Schwellung oder Fieber noch am selben Tag. Einen Kinderzahnarzt in Ihrer Nähe finden Sie in der DentNet-Suche.

Was hilft bei Zahnschmerzen in der Schwangerschaft?

Kühlen und, nach Rücksprache mit Frauenärztin oder Apotheke, Paracetamol. Ibuprofen ist im letzten Schwangerschaftsdrittel tabu. Gehen Sie trotzdem zeitnah zum Zahnarzt, viele Behandlungen sind auch in der Schwangerschaft möglich. Mehr dazu im Beitrag Schwangerschaft und gesunde Zähne.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche oder ärztliche Untersuchung. Fragen zu Schmerzmitteln klären Sie bitte in der Apotheke oder mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Stand: Oktober 2026.

Quellen

dentnet.de als bevorzugte Quelle bei Google

Wenn Sie bei Google suchen, zeigt die Schlagzeilen-Box aktuelle Themen aus ausgewählten Quellen. Legen Sie DentNet als Ihre bevorzugte Quelle fest – dann erhalten Sie dort regelmäßig unsere geprüften, verlässlichen Fachinhalte.

Jetzt DentNet als Quelle einstellen

Verantwortlich: (Geschäftsführer – Strategie & Unternehmensentwicklung, Imex Dental)
Fachlich geprüft durch: Zahntechnikermeister Uwe Landsberger

Imex Dental steht für präzisen Zahnersatz, meisterliche Zahntechnik und digitale Fertigungsprozesse.