THIS IS THE PAGE RENDERED

Verhaltenstherapie bei Zahnarztangst

Die kognitive Verhaltenstherapie ist das am besten untersuchte Verfahren gegen Zahnbehandlungsangst. Sie arbeitet an den angstauslösenden Gedanken und führt in kleinen, kontrollierten Schritten an die Behandlungssituation heran. Häufig genügen wenige Sitzungen, weil die Therapie die Ursache bearbeitet und nicht nur den einzelnen Termin überbrückt.

Inhalt

    Darin unterscheidet sie sich von Sedierung und Narkose. Diese machen die Behandlung möglich, die Therapie verändert dagegen, wie Sie die Situation erleben.

    Wie sie funktioniert

    Die Therapie setzt an zwei Stellen an, und daher hat sie ihren Namen.

    „Kognitiv“ steht für die Arbeit an den Gedanken. Angst entsteht weniger durch die Situation selbst als durch ihre Bewertung, etwa durch Gedanken wie „Ich werde die Kontrolle verlieren“, „Es wird unerträglich wehtun“ oder „Ich halte das nicht aus“. Solche Gedanken laufen automatisch ab und werden selten überprüft. In der Therapie sprechen Sie sie aus, sehen sie sich genauer an und gleichen sie mit der Wirklichkeit ab.

    „Verhaltenstherapie“ steht für die schrittweise Annäherung. Sie zwingen sich nicht zur Behandlung, sondern zerlegen die Situation in kleine Teile: an der Praxis vorbeigehen, das Wartezimmer betreten, sich auf den Stuhl setzen, den Mund öffnen lassen. Jeden Schritt üben Sie so lange, bis Sie ihn gut aushalten.

    Dahinter steht eine einfache Beobachtung: Angst lässt nach, wenn man in der Situation bleibt und erlebt, dass nichts Schlimmes passiert. Wer die Situation meidet, bestätigt die Angst dagegen jedes Mal aufs Neue.

    Warum sie bei Zahnarztangst besonders gut wirkt

    Zahnbehandlungsangst bezieht sich auf eine klar abgegrenzte Situation und nicht auf viele Lebensbereiche. Bei solchen umschriebenen Ängsten wirkt die Verhaltenstherapie besonders gut.

    Hinzu kommt, dass der Auslöser bei den meisten derselbe ist: das Gefühl, ausgeliefert zu sein und die Situation nicht beenden zu können. Daran lässt sich sehr konkret arbeiten, etwa mit Stoppsignalen und anderen Möglichkeiten, die Kontrolle zu behalten. Mehr dazu steht im Beitrag „Kontrollverlust beim Zahnarzt“.

    Wie eine Therapie abläuft

    Eine Therapie verläuft meist in fünf Schritten:

    1. Einordnung: Zunächst wird mit Fragebögen und im Gespräch geklärt, wie ausgeprägt die Angst ist und woher sie stammt.
    2. Erklärung: Sie erfahren, wie Angst entsteht, warum Vermeidung sie verstärkt und was dabei im Körper passiert. Schon dieses Wissen hilft vielen.
    3. Werkzeuge: Sie lernen Atemtechniken, Entspannungsverfahren und Methoden, mit denen Sie Ihre Gedanken überprüfen. Das alles können Sie selbst anwenden.
    4. Annäherung in Schritten: Sie beginnen mit der Vorstellung, besuchen dann die Praxis und kommen schließlich zur eigentlichen Behandlung. Das Tempo bestimmen Sie.
    5. Begleitung der ersten Behandlung: Das ist oft der wichtigste Teil. Sie erleben eine Behandlung, die anders verläuft als befürchtet, und diese neue Erfahrung tritt an die Stelle der alten.

    Wie lange es dauert

    Die Therapie dauert meist kürzer, als viele annehmen. Bei umschriebener Zahnbehandlungsangst genügen häufig wenige Sitzungen, damit Sie wieder Termine wahrnehmen können.

    Das liegt daran, dass es um eine klar benennbare Situation geht und nicht um ein Problem, das das ganze Leben betrifft. Die Behandlung einer Depression dauert Monate, die einer spezifischen Phobie oft nur Wochen.

    Die Therapie muss nicht abgeschlossen sein, bevor die erste Behandlung stattfindet. Beides läuft parallel: Dringendes wird saniert, gegebenenfalls unter Sedierung, und die Arbeit an der Angst begleitet das.

    Was sie kostet

    Im DentNet gibt es ein Therapieangebot bei Zahnbehandlungsangst, das für teilnehmende Versicherte kostenfrei ist. Dazu gehört ein Selbsttest, mit dem Sie zunächst anonym einschätzen können, wie ausgeprägt Ihre Angst ist. Die Einzelheiten stehen auf der Seite „Zahnbehandlungsangst“.

    Unabhängig davon sind Psychotherapien bei diagnostizierter Angststörung grundsätzlich eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Weg führt dann über eine psychotherapeutische oder fachärztliche Praxis.

    Die Diagnose hat einen weiteren Nutzen: Sie ist in der Regel Voraussetzung dafür, dass die Kasse eine Behandlung unter Vollnarkose übernimmt. Mehr dazu im Beitrag „Vollnarkose: wann die Kasse zahlt“.

    Für wen sie geeignet ist

    Die Therapie ist sehr gut geeignet, wenn Sie Zahnarztbesuche schon länger vermeiden, wenn körperliche Reaktionen auftreten oder wenn Sie Behandlungen schon einmal abgebrochen haben.

    Sinnvoll ist sie auch, wenn Sie zwar hingehen, aber jedes Mal stark leiden. Auch das muss nicht so bleiben.

    Weniger passend ist sie als erster Schritt, wenn akuter Behandlungsbedarf besteht und Schmerzen im Vordergrund stehen. Dann kommt zuerst die Behandlung, gegebenenfalls unter Sedierung, und die Therapie folgt danach.

    Ob Ihre Angst behandlungsbedürftig ist, können Sie mit dem Beitrag „Zahnarztphobie“ einschätzen.

    Was Sie selbst beitragen können

    Die Therapie wirkt nur, wenn Sie mitarbeiten. Entscheidend sind das Üben zwischen den Sitzungen und die Bereitschaft, unangenehme Situationen aufzusuchen, statt ihnen auszuweichen.

    Das ist anfangs anstrengend. Anders als bisher gehen Sie aber in Schritten vor, die Sie bewältigen können, und Sie haben vorher gelernt, wie Sie mit der Angst umgehen.

    Mit dem Selbsttest beginnen

    Der erste Schritt ist der Selbsttest zur Zahnbehandlungsangst. Er ist unverbindlich und anonym, dauert wenige Minuten und zeigt, wie ausgeprägt Ihre Angst ist.

    Wenn Sie gleichzeitig eine Praxis suchen, hilft der Beitrag „Angstpatient: die richtige Praxis finden“. Über die Zahnarztsuche buchen Sie einen Termin online und müssen nicht telefonieren, was vielen Angstpatienten den Anfang erleichtert.

    Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.

    Häufige Fragen

    Was ist kognitive Verhaltenstherapie bei Zahnarztangst?

    Ein Verfahren, das an den angstauslösenden Gedanken arbeitet und in kleinen Schritten an die Behandlungssituation heranführt. Es ist das am besten untersuchte Verfahren bei Zahnbehandlungsangst.

    Wirkt sie besser als Medikamente?

    Sie setzt an der Ursache an, anders als eine rein medikamentöse Beruhigung, die nur den einzelnen Termin überbrückt.

    Wie viele Sitzungen sind nötig?

    Bei umschriebener Zahnbehandlungsangst genügen häufig wenige Sitzungen. Anders als bei umfassenderen Problemen geht es um eine klar abgegrenzte Situation.

    Was kostet die Therapie?

    Im DentNet ist ein Therapieangebot bei Zahnbehandlungsangst für teilnehmende Versicherte kostenfrei. Unabhängig davon sind Psychotherapien bei diagnostizierter Angststörung Kassenleistung.

    Muss ich die Therapie abschließen, bevor ich behandelt werde?

    Nein. Beides läuft parallel: Dringendes wird behandelt, gegebenenfalls unter Sedierung, und die Arbeit an der Angst begleitet das.

    Was passiert in der ersten Sitzung?

    Eine Einordnung: wie ausgeprägt die Angst ist, woher sie kommt und was sie aufrechterhält. Dazu dienen Fragebögen und das Gespräch.

    Hilft sie auch bei sehr starker Angst?

    Ja, auch dann kann sie helfen, weil sie an der Ursache ansetzt und nicht nur einzelne Termine ermöglicht.

    Was ist der Unterschied zur Hypnose?

    Hypnose wirkt vor allem während der Behandlung und macht sie erträglicher. Die Verhaltenstherapie verändert die Angst selbst und wirkt über den einzelnen Termin hinaus.

    Brauche ich eine Diagnose?

    Für die Kassenleistung ja. Sie ist zudem in der Regel Voraussetzung dafür, dass eine Behandlung unter Vollnarkose übernommen wird.

    Was, wenn ich nicht einmal zum Erstgespräch komme?

    Beginnen Sie mit dem anonymen Selbsttest von zu Hause aus. Auch das ist ein erster Schritt, und er verpflichtet zu nichts.

    dentnet.de als bevorzugte Quelle bei Google

    Wenn Sie bei Google suchen, zeigt die Schlagzeilen-Box aktuelle Themen aus ausgewählten Quellen. Legen Sie DentNet als Ihre bevorzugte Quelle fest – dann erhalten Sie dort regelmäßig unsere geprüften, verlässlichen Fachinhalte.

    Jetzt DentNet als Quelle einstellen

    Verantwortlich: (Geschäftsführer – Strategie & Unternehmensentwicklung, Imex Dental)
    Fachlich geprüft durch: Zahntechnikermeister Uwe Landsberger

    Imex Dental steht für präzisen Zahnersatz, meisterliche Zahntechnik und digitale Fertigungsprozesse.