Für eine sinnvolle Entscheidung müssen drei Fragen getrennt betrachtet werden: Heilt die Wunde besser? Entsteht mehr Knochen? Und bleibt das Implantat langfristig häufiger erhalten?
Frühe Wundheilung und Beschwerden
Hier gibt es Hinweise auf einen Nutzen. Eine systematische Übersicht von 2026 zu PRGF nach Zahnentfernungen beschreibt überwiegend günstige Ergebnisse für die frühe Heilung. Zugleich unterscheiden sich die ausgewerteten Studien deutlich in Herstellung, Messmethoden und Beobachtungsdauer. Übersichtsarbeit zu PRGF nach Zahnentfernung
Auch eine Metaanalyse zu einer PRF-Variante mit weißen Blutkörperchen, dem sogenannten L-PRF, fand nach Zahnentfernungen Vorteile bei Heilungswerten und Schmerzen. Diese Ergebnisse lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf jede Implantatoperation übertragen. Metaanalyse zu L-PRF nach Zahnentfernung
Knochenheilung und Knochenaufbau
Die Ergebnisse hängen von der Anwendung ab. Nach Zahnentfernungen zeigen einzelne Untersuchungen günstigere Werte für die Knochenbildung oder den Erhalt des Zahnfachs. Beim umfangreicheren Knochenaufbau und beim Sinuslift sind die Befunde weniger eindeutig. Eine systematische Übersicht zu PRGF beschreibt widersprüchliche Ergebnisse für die zusätzliche Knochenbildung. Übersichtsarbeit zu PRGF bei Knochenaufbauverfahren
Ein notwendiger größerer Knochenaufbau lässt sich daher nicht verlässlich durch Eigenblut allein ersetzen. Eine Übersicht von 2025 bewertet PRF bei größeren Knochendefekten ausdrücklich als möglichen Zusatz; die Daten reichen für einen gleichwertigen Ersatz von Knochenaufbaumaterial nicht aus. Übersichtsarbeit zum Knochenbildungspotenzial von PRF
Einheilung und langfristiger Implantaterfolg
Eine Metaanalyse zur PRF-Beschichtung von Implantaten fand günstigere Messwerte für die Stabilität während der frühen Einheilung. Die Sicherheit der Evidenz wurde jedoch als niedrig bewertet. Solche Messwerte belegen noch nicht, dass später weniger Implantate verloren gehen oder dass sie länger halten. Metaanalyse zu PRF und Implantatstabilität
Für Patienten bedeutet das: Eigenblut kann eine begründete Ergänzung sein. Ein besseres Ergebnis lässt sich damit nicht garantieren.