THIS IS THE PAGE RENDERED

Angst vor der Spritze beim Zahnarzt

Die Angst vor der Betäubungsspritze gehört zu den häufigsten Einzelängsten beim Zahnarztbesuch. Wirksam dagegen sind ein Oberflächen-Betäubungsgel vor dem Einstich, langsames Injizieren, angewärmte Betäubungsmittel und computergesteuerte Systeme. Wer die Spritze gar nicht erträgt, kann auf Lachgas oder Sedierung ausweichen. Sagen Sie es der Praxis — es gibt mehr Möglichkeiten, als die meisten wissen.

Inhalt

    Der Kern des Problems ist selten der Schmerz selbst. Es ist das Warten darauf, das Nicht-sehen-Können und die Vorstellung von der Nadel.

    Warum gerade die Spritze

    Drei Dinge kommen zusammen.

    Sie sehen die Nadel nicht — aber Sie wissen, dass sie kommt. Das Gehirn füllt die Lücke mit Vorstellungen, die meist schlimmer sind als die Realität.

    Der Mund ist besonders empfindlich. Die Schleimhaut ist dicht mit Nerven versorgt. Das macht die Betäubung nötig — und den Einstich spürbarer als am Arm.

    Es gibt oft eine Erinnerung. Ein Einstich, der wehtat, meist in der Kindheit. Diese Erinnerung ist gespeichert und wird bei jedem Termin abgerufen.

    Dazu kommt bei manchen die Angst vor der Betäubung selbst: das taube Gefühl, das Nicht-mehr-Spüren, die Sorge, sich zu verschlucken oder auf die Lippe zu beißen.

    Was in der Praxis möglich ist

    Die meisten dieser Verfahren kosten nichts extra — sie müssen nur angewendet werden. Und dafür muss die Praxis wissen, dass Sie sie brauchen.

    Oberflächenanästhesie. Ein Gel oder Spray betäubt die Schleimhaut, bevor die Nadel kommt. Der Einstich selbst ist dann oft kaum oder gar nicht zu spüren. Das ist in vielen Praxen Standard — fragen Sie danach, falls es nicht angeboten wird.

    Langsam injizieren. Ein großer Teil des Schmerzes entsteht nicht durch die Nadel, sondern durch den Druck des einströmenden Betäubungsmittels. Langsames Spritzen macht einen spürbaren Unterschied.

    Angewärmtes Betäubungsmittel. Kalte Flüssigkeit brennt stärker. Manche Praxen wärmen die Ampullen vor.

    Sehr dünne Nadeln. Moderne Kanülen sind deutlich feiner als früher.

    Computergesteuerte Injektion. Systeme, die den Fluss gleichmäßig und langsam dosieren. Sie sehen zudem nicht wie eine klassische Spritze aus, was für viele der halbe Punkt ist.

    Ablenkung und Atmung. Kann helfen, individuell unterschiedlich: bewusst ausatmen während des Einstichs, Musik über Kopfhörer, die Zehen bewegen.

    Wie eine Betäubung grundsätzlich abläuft, beschreibt der Beitrag Spritze beim Zahnarzt.

    Was Sie selbst tun können

    Sagen Sie es vorher. Nicht erst, wenn die Spritze schon in der Hand ist. Am besten schon bei der Terminvereinbarung oder gleich zu Beginn: „Ich habe große Angst vor der Spritze."

    Vereinbaren Sie ein Handzeichen. Hand heben bedeutet: warten. Allein zu wissen, dass Sie unterbrechen können, senkt die Anspannung erheblich.

    Fragen Sie nach dem Betäubungsgel. Ein Satz genügt: „Können Sie vorher etwas zum Betäuben auftragen?"

    Schauen Sie weg — oder schließen Sie die Augen. Sie müssen nichts sehen.

    Atmen Sie beim Einstich aus. Das hilft manchen Menschen, ruhiger zu bleiben.

    Essen Sie vorher etwas. Ein niedriger Blutzucker verstärkt Kreislaufreaktionen. Wer zur Ohnmacht neigt, sollte das der Praxis sagen — dann wird flacher gelagert.

    Wenn die Spritze gar nicht geht

    Für manche ist die Nadel eine absolute Grenze. Auch dafür gibt es Wege.

    Lachgas wird über eine Nasenmaske eingeatmet, wirkt innerhalb von Minuten und nimmt die Anspannung. Die Betäubungsspritze wird meist trotzdem gesetzt — aber Sie erleben sie deutlich weniger belastend. Details unter Lachgassedierung.

    Dämmerschlaf. Ein Beruhigungsmittel versetzt Sie in einen schläfrigen Zustand. Sie sind ansprechbar, erinnern sich hinterher aber meist kaum. Siehe Behandlung im Dämmerschlaf.

    Behandlungen ohne Betäubung. Nicht alles braucht eine Spritze. Kleine Füllungen, Reinigungen und Kontrollen gehen häufig ohne. Fragen Sie, ob es in Ihrem Fall nötig ist.

    Wenn es nicht nur die Spritze ist

    Bei vielen ist die Spritzenangst Teil einer umfassenderen Zahnbehandlungsangst. Wenn Sie Termine deshalb über längere Zeit vermeiden, lohnt der Blick auf das größere Bild — der Beitrag Angst vorm Zahnarzt ordnet die Wege ein.

    Im DentNet gibt es zudem ein Therapieangebot bei Zahnbehandlungsangst, das für teilnehmende Versicherte kostenfrei ist, mit Selbsttest zur Einordnung. Die kognitive Verhaltenstherapie wirkt gerade bei konkreten, umschriebenen Ängsten wie der Spritzenangst gut. Details unter Zahnbehandlungsangst.

    Wie es weitergeht

    Für den nächsten Termin genügt ein Satz zur richtigen Zeit. Sagen Sie schon bei der Buchung, dass Sie Angst vor der Spritze haben — dann wird Zeit eingeplant und das Betäubungsgel liegt bereit.

    Über die Zahnarztsuche finden Sie eine Praxis in Ihrer Nähe; Krankenkasse und gewünschte Behandlung wählen Sie direkt bei der Online-Terminbuchung aus. Worauf Sie bei der Praxiswahl achten sollten, steht unter Angstpatient: die richtige Praxis finden.

    Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

    Häufige Fragen

    Was hilft gegen die Angst vor der Zahnarztspritze?

    Hilfreich sind vor allem ein Oberflächen-Betäubungsgel vor dem Einstich, dazu langsames Injizieren und angewärmtes Betäubungsmittel. Sagen Sie der Praxis vorher, dass Sie Angst haben.

    Tut die Betäubungsspritze weh?

    Mit vorheriger Oberflächenbetäubung ist der Einstich oft kaum spürbar. Ein Teil des Schmerzempfindens entsteht durch den Druck der Flüssigkeit — langsames Spritzen reduziert das.

    Kann ich ohne Spritze behandelt werden?

    Kleine Füllungen, professionelle Reinigungen und Kontrollen gehen häufig ohne Betäubung. Fragen Sie, ob sie in Ihrem Fall nötig ist.

    Was ist eine computergesteuerte Injektion?

    Ein System, das das Betäubungsmittel gleichmäßig und langsam abgibt. Es sieht zudem nicht wie eine klassische Spritze aus, was vielen die Angst nimmt.

    Hilft Lachgas gegen Spritzenangst?

    Lachgas nimmt die Anspannung, sodass die Spritze deutlich weniger belastend erlebt wird. Gesetzt wird sie meist trotzdem.

    Was ist, wenn mir bei Spritzen schlecht wird?

    Sagen Sie das vorher. Die Praxis kann Sie flacher lagern und langsamer vorgehen. Vorher etwas zu essen beugt Kreislaufreaktionen vor.

    Kann ich die Behandlung unterbrechen lassen?

    Ja. Vereinbaren Sie vorher ein Handzeichen, auf das sofort pausiert wird. Allein diese Möglichkeit senkt die Anspannung.

    Warum brennt die Spritze manchmal?

    Häufig durch kaltes Betäubungsmittel oder zu schnelles Injizieren. Beides lässt sich vermeiden — angewärmte Ampullen und langsames Spritzen helfen.

    Ist die Angst vor der Spritze eine Phobie?

    Nicht zwangsläufig. Wird deswegen aber jeder Zahnarztbesuch über Jahre vermieden, spricht das für eine behandlungsbedürftige Zahnbehandlungsangst.

    Was kostet das Betäubungsgel?

    In der Regel nichts extra — es gehört in vielen Praxen zum Standard. Fragen Sie danach, wenn es nicht von selbst angeboten wird.

    dentnet.de als bevorzugte Quelle bei Google

    Wenn Sie bei Google suchen, zeigt die Schlagzeilen-Box aktuelle Themen aus ausgewählten Quellen. Legen Sie DentNet als Ihre bevorzugte Quelle fest – dann erhalten Sie dort regelmäßig unsere geprüften, verlässlichen Fachinhalte.

    Jetzt DentNet als Quelle einstellen

    Verantwortlich: (Geschäftsführer – Strategie & Unternehmensentwicklung, Imex Dental)
    Fachlich geprüft durch: Zahntechnikermeister Uwe Landsberger

    Imex Dental steht für präzisen Zahnersatz, meisterliche Zahntechnik und digitale Fertigungsprozesse.