Schnarcher leben gefährlich - Professionelle Hilfe gibt's beim Zahnarzt

Schnarchen ist lästig – aber eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit? Und es gibt zahnmedizinische Hilfe? Zwei Fragen, die vielfach noch immer für Kopfschütteln sorgen.

Dennoch: ja, beides stimmt. Wer heftig schnarcht und dabei vielleicht sogar Atemaussetzer hat, ist nicht nur eine Belastung für seinen Partner - die Lautstärke eines Schnarchers kann bis 88 Dezibel betragen, was der Lautstärke einer Motorsäge entspricht - er riskiert auch weitreichende gesundheitliche Schäden. „Man nennt diese Atemaussetzer durch das Schnarchen Schlafapnoe. Patienten sind tagsüber müde, haben Konzentrationsschwächen, und sie wissen oft gar nicht, dass sie betroffen sind“, sagt Dr. Thassia Mavropoulos aus dem DentNet MVZ in Bochum-Wattenscheid, die sich gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr. Elisabeth Koster für eine Lösung dieses unterschätzten Problems einsetzt.

Im Bereich der Zahnmedizin gibt es inzwischen einen erfolgreichen Weg, heftigem Schnarchen sowie einer leichten bis mittelstarken Schlafapnoe zu begegnen: die Schnarch-Schienen (fachlich: „Protrusionsschienen“), eine Schnarch-Therapie-Hilfe. Warum schnarcht man? „Bei diesen Patienten flattert das Gaumensegel, die Atemwege schließen sich wiederholt und es werden Vibrationen in den Weichteilen ausgelöst“, erklärt Elisabeth Koster. „So kommt es zu Atemproblemen und dem akustischen Schnarchen.“ Die dem individuellen Mundraum angepassten Schnarch-Schienen aus Kunststoff bringen und halten den Unterkiefer in einer leicht nach vorne geschobenen („protrudierte“) Position. Das Gaumensegel kann so nicht mehr „flattern“. Die Atemwege bleiben frei und die Sauerstoffzufuhr ist gesichert.

Häufiger Sauerstoffmangel hat Folgen: Es droht eine Schädigung des Gehirns, das aufgrund der unterbrochenen Sauerstoffzufuhr häufig Weckreaktionen auslöst. Sie bewahren den Schnarcher vor dem Ersticken, denn er wacht kurz auf und schnappt nach Luft, oft unbewusst. Dadurch steigt das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. „Die Patienten sind anfälliger für Infekte und ihr Immunsystem wird beeinträchtigt“, weiß Thassia Mavropoulos. Mit Hilfe eines Abdrucks von Ober- und Unterkiefer wird die Herstellung der individuellen Schienen aus einem gesundheitsverträglichen Kunststoff vorbereitet. „Der sehr hohe Tragekomfort der Schienen macht es den Patienten leicht, diese regelmäßig zu tragen!“ , berichten die Zahnärztinnen. Wer die Schienen regelmäßig nachts trägt hat eine Erfolgsquote von 95%. Weitere Informationen zum Thema: www.dgzs.de/mediziner/leitlinien sowie bei der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), www.dgsm.de, wo man als Suchbegriff „Schlafstörung“ eingibt. Beratung gibt es zudem bei allen Zahnärzten im DentNet, die das Leistungsmerkmal Schlafmediziner führen. Benutzen Sie unsere Zahnarztsuche, um die nächste DentNet - Praxis in Ihrer Nähe zu finden und filtern Sie das Ergebnis nach Schlafmedizinern.