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Hypnose beim Zahnarzt

Zahnärztliche Hypnose versetzt Sie in einen Zustand tiefer Entspannung bei erhaltenem Bewusstsein. Sie hören, was gesagt wird, können jederzeit reagieren und die Trance selbst beenden. Eingesetzt wird sie vor allem bei Behandlungsangst, starkem Würgereiz und Unverträglichkeit von Betäubungsmitteln.

Inhalt

    Eine wachsende Zahl von Zahnärztinnen und Zahnärzten in Deutschland bietet sie inzwischen an. Sie ist damit weder Randerscheinung noch Standard.

    Was Hypnose ist — und was nicht

    Der Begriff trägt eine Bühnenvorstellung mit sich, die mit der zahnärztlichen Anwendung wenig zu tun hat.

    Sie verlieren nicht das Bewusstsein. Sie bleiben die ganze Zeit ansprechbar und nehmen wahr, was um Sie herum geschieht — nur mit deutlich reduzierter emotionaler Beteiligung.

    Sie sind nicht willenlos. Niemand kann Sie zu etwas bringen, das Sie nicht wollen. Sie können die Trance jederzeit selbst beenden.

    Sie erinnern sich. Anders als beim Dämmerschlaf bleibt die Erinnerung erhalten — für viele ein Vorteil, weil sie die Erfahrung machen, eine Behandlung bewältigt zu haben.

    Der Zustand ähnelt dem, was viele aus dem Alltag kennen: vertieft in ein Buch, auf der Autobahn in Gedanken, kurz vor dem Einschlafen. Man ist da, aber nicht ganz.

    Wie eine Sitzung abläuft

    Vorgespräch. Es wird geklärt, was Ihnen Angst macht und welche Vorstellungen für Sie angenehm sind. Manche wählen einen Strand, andere einen Waldweg oder eine Erinnerung.

    Einleitung. Über ruhige Sprache, Atemführung und Fokussierung wird die Entspannung aufgebaut. Das dauert einige Minuten.

    Vertiefung und Behandlung. Sie bleiben in diesem Zustand, während behandelt wird. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt spricht Sie zwischendurch an; Sie können mit Handzeichen antworten.

    Rücknahme. Am Ende werden Sie schrittweise zurückgeführt. Die meisten sind danach wach und unmittelbar handlungsfähig.

    Ein praktischer Vorteil gegenüber Sedierungsverfahren: Es gibt keine Nachwirkzeit. Sie brauchen keine Begleitperson und sind in der Regel sofort wieder fahrtüchtig.

    Wobei sie besonders hilft

    Behandlungsangst. Der Hauptanwendungsfall. Die Anspannung sinkt, die Zeit vergeht subjektiv schneller, unangenehme Reize werden distanzierter wahrgenommen.

    Starker Würgereiz. Hier ist die Wirkung oft verblüffend, weil der Reflex stark von Anspannung und Erwartung abhängt. Mehr dazu unter Würgereiz beim Zahnarzt.

    Unverträglichkeit von Betäubungsmitteln. In bestimmten Fällen lassen sich Eingriffe mit reduzierter oder ohne örtliche Betäubung durchführen. Das ist die Ausnahme, nicht die Regel.

    Lange Sitzungen. Wer schlecht stillhalten kann, empfindet die Zeit unter Hypnose als deutlich kürzer.

    Wo die Grenzen liegen

    Nicht jeder ist gleich gut hypnotisierbar. Die Empfänglichkeit ist unterschiedlich verteilt. Bei manchen wirkt sie sofort, bei anderen braucht es Übung, bei wenigen funktioniert sie kaum.

    Sie ersetzt keine Betäubung. In den allermeisten Fällen wird zusätzlich örtlich betäubt.

    Sie behandelt die Angst nicht ursächlich. Hypnose wirkt während der Behandlung. Sie macht den einzelnen Termin erträglich — sie verändert nicht, wie Sie beim nächsten Mal empfinden.

    Genau hier liegt der Unterschied zur Verhaltenstherapie, die an der Ursache arbeitet und über den einzelnen Termin hinaus wirkt. Beides schließt sich nicht aus — im Gegenteil: Hypnose kann die Behandlungen ermöglichen, während die Therapie die Angst bearbeitet.

    Im DentNet ist ein Therapieangebot bei Zahnbehandlungsangst für teilnehmende Versicherte kostenfrei, mit anonymem Selbsttest zur Einordnung. Details unter Zahnbehandlungsangst.

    Was sie kostet

    Zahnärztliche Hypnose ist in der Regel eine Privatleistung und wird von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen. Der Aufwand richtet sich nach der Dauer.

    Wie bei allen Privatleistungen gilt: Die Vereinbarung muss vor der Behandlung schriftlich getroffen werden, mit Angabe von Leistung und Kosten.

    Im Vergleich zu Sedierungsverfahren steht dem ein praktischer Vorteil gegenüber — keine Begleitperson, kein Ausfalltag, keine Nachwirkung. Eine Einordnung der Alternativen gibt der Beitrag Lachgas, Dämmerschlaf oder Vollnarkose.

    Wie Sie eine passende Praxis finden

    Hypnose in der Zahnmedizin setzt eine Zusatzausbildung voraus. Fragen Sie danach — nach der Ausbildung und nach der Erfahrung mit Angstpatienten.

    Sinnvoll ist außerdem ein Vorgespräch, in dem Sie das Verfahren kennenlernen, bevor es angewendet wird. Wer sich unter Hypnose etwas Unheimliches vorstellt, entspannt schlecht. Ein gutes Vorgespräch räumt das aus.

    Worauf es bei der Praxiswahl sonst ankommt, steht unter Angstpatient: die richtige Praxis finden.

    Wie es weitergeht

    Wenn Sie Hypnose ausprobieren möchten, ist der erste Schritt ein Vorgespräch — ohne Behandlung, nur um das Verfahren kennenzulernen und zu klären, ob es für Sie infrage kommt.

    Über die Zahnarztsuche finden Sie eine Praxis in Ihrer Nähe; Krankenkasse und gewünschte Behandlung wählen Sie direkt bei der Online-Terminbuchung aus. Fragen Sie ausdrücklich nach Hypnose — nicht jede Praxis bietet sie an.

    Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

    Häufige Fragen

    Wie wirkt Hypnose beim Zahnarzt?

    Sie versetzt Sie in tiefe Entspannung bei erhaltenem Bewusstsein. Sie hören und reagieren weiterhin, nehmen unangenehme Reize aber distanzierter wahr.

    Bin ich unter Hypnose bewusstlos?

    Nein. Sie bleiben ansprechbar, nehmen Ihre Umgebung wahr und können die Trance jederzeit selbst beenden.

    Kann mich jemand gegen meinen Willen beeinflussen?

    Nein. Unter Hypnose tun Sie nichts, was Sie nicht wollen. Der Zustand ähnelt vertieftem Lesen oder dem Moment vor dem Einschlafen.

    Ersetzt Hypnose die Betäubungsspritze?

    In den allermeisten Fällen nicht. Meist wird zusätzlich örtlich betäubt; ein Verzicht ist die Ausnahme und hängt vom Einzelfall ab.

    Funktioniert Hypnose bei jedem?

    Die Empfänglichkeit ist unterschiedlich. Bei manchen wirkt sie sofort, bei anderen braucht es Übung, bei wenigen kaum.

    Was kostet zahnärztliche Hypnose?

    Sie ist in der Regel eine Privatleistung und wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Kosten richten sich nach der Dauer und werden vorab schriftlich vereinbart.

    Brauche ich danach eine Begleitperson?

    In der Regel nicht. Anders als bei Sedierungsverfahren gibt es keine Nachwirkzeit, die meisten sind sofort wieder fahrtüchtig.

    Hilft Hypnose gegen Würgereiz?

    Ja, häufig sehr gut. Der Würgereflex hängt stark von Anspannung und Erwartung ab, und genau dort setzt die Hypnose an.

    Ist Hypnose besser als Lachgas?

    Sie hat andere Vorteile: keine Nachwirkzeit, keine Begleitperson, erhaltene Erinnerung. Dafür wirkt sie nicht bei jedem gleich zuverlässig.

    Nimmt Hypnose die Angst dauerhaft?

    Sie wirkt während der Behandlung. Für eine dauerhafte Veränderung ist eine Therapie das geeignete Verfahren — beides lässt sich kombinieren.

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    Fachlich geprüft durch: Zahntechnikermeister Uwe Landsberger

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