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Endokarditisprophylaxe beim Zahnarzt

Bei bestimmten Herzerkrankungen wird vor manchen zahnärztlichen Eingriffen ein Antibiotikum gegeben, um eine Entzündung der Herzinnenhaut zu verhindern. Ob sie für Sie vorgesehen ist, entscheidet die kardiologisch behandelnde Stelle, nicht die Zahnarztpraxis allein.

Inhalt

    Wenn Sie einen Endokarditis-Ausweis besitzen, ist die Sache eindeutig: Bringen Sie ihn zu jedem Zahnarzttermin mit und legen Sie ihn ungefragt vor.

    Was eine Endokarditis ist

    Die infektiöse Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut, meist an den Herzklappen. Bakterien gelangen über die Blutbahn dorthin und siedeln sich an vorgeschädigten oder künstlichen Strukturen an.

    Die Erkrankung ist ernst zu nehmen. Deshalb wird bei Menschen mit besonders hohem Risiko vorbeugend gehandelt: Vor Eingriffen, bei denen Bakterien aus dem Mund in die Blutbahn gelangen können, wird einmalig ein Antibiotikum gegeben.

    Warum die Empfehlung enger wurde

    Ob und für wen eine Prophylaxe sinnvoll ist, wird fachlich immer wieder neu bewertet. Was in Ihrem Fall gilt, entscheidet die kardiologisch behandelnde Stelle. Unabhängig davon gilt: Eine gute Mundhygiene ist bei Herzerkrankungen besonders wichtig.

    Für wen sie vorgesehen ist

    Welche Herzerkrankungen eine Prophylaxe erfordern, ist fachlich festgelegt und kann sich ändern. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf Faustregeln aus dem Bekanntenkreis oder aus dem Internet. Ob Sie zur Risikogruppe gehören, klärt ausschließlich Ihre Kardiologin oder Ihr Kardiologe — und dokumentiert es im Endokarditis-Ausweis.

    Bei welchen Eingriffen

    Bei welchen Eingriffen eine Prophylaxe vorgesehen ist, entscheidet die Praxis im Einzelfall anhand aktueller fachlicher Vorgaben.

    Die Abgrenzung im Einzelfall trifft die Praxis. Sagen Sie deshalb bei jedem Termin, dass Sie zur Risikogruppe gehören — auch wenn nur eine Kontrolle ansteht. Was sonst in die Anamnese gehört, steht unter optimal auf den Zahnarztbesuch vorbereiten.

    Wie es praktisch abläuft

    Präparat, Dosis und Zeitpunkt der Einnahme legt die Praxis in Abstimmung mit der behandelnden ärztlichen Stelle fest.

    Nennen Sie Allergien und Unverträglichkeiten unaufgefordert.

    Wird die Einnahme vergessen, sagen Sie das vor Behandlungsbeginn. Eine Gabe kurz nach dem Eingriff ist in bestimmten Fällen noch möglich; das entscheidet die Praxis.

    Der Endokarditis-Ausweis

    Dieser Ausweis wird kardiologisch ausgestellt und dokumentiert, dass für Sie eine Prophylaxe vorgesehen ist. Er nennt in der Regel auch das empfohlene Präparat.

    Tragen Sie ihn bei sich — nicht nur zum geplanten Termin, sondern auch für den Fall, dass Sie unerwartet in eine Praxis oder in den Notdienst müssen. In einer Notfallsituation ist er die schnellste Information, die es gibt.

    Falls Sie zur Risikogruppe gehören und keinen Ausweis haben, sprechen Sie Ihre kardiologische Praxis darauf an.

    Was langfristig mehr bringt

    Regelmäßige Kontrollen, konsequente Mundhygiene und die frühzeitige Behandlung von Zahnfleischentzündungen sind bei einer Herzvorerkrankung wichtig.

    Wer bereits eine Parodontitis hat, sollte sie behandeln lassen — der Behandlungsablauf ist unter Zahnfleischbehandlung beschrieben.

    Viele Betroffene nehmen zusätzlich gerinnungshemmende Medikamente. Was dabei zu beachten ist, steht unter Zahnbehandlung unter Blutverdünnern.

    Wie es weitergeht

    Wenn Sie zur Risikogruppe gehören: Vereinbaren Sie regelmäßige Kontrolltermine und legen Sie Ihren Ausweis jedes Mal vor. Steht ein Eingriff an, klären Sie die Prophylaxe rechtzeitig vorher — nicht am Behandlungstag.

    Eine Praxis in Ihrer Nähe finden Sie über die Zahnarztsuche; Krankenkasse und gewünschte Behandlung wählen Sie direkt bei der Online-Terminbuchung. Weisen Sie schon bei der Anmeldung auf Ihre Herzerkrankung hin.

    Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine Prophylaxe für Sie vorgesehen ist, entscheidet die kardiologisch behandelnde Stelle.

    Häufige Fragen

    Wer braucht eine Endokarditisprophylaxe beim Zahnarzt?

    Das legt die kardiologisch behandelnde Stelle anhand aktueller fachlicher Kriterien fest — es gibt keine allgemeingültige Faustregel.

    Reicht ein Herzschrittmacher als Grund?

    Das kann sich unterscheiden — maßgeblich ist die kardiologische Einschätzung in Ihrem Fall.

    Wann wird das Antibiotikum eingenommen?

    Zeitpunkt und Dosierung legt die Praxis in Abstimmung mit der behandelnden ärztlichen Stelle fest.

    Bei welchen Behandlungen ist sie vorgesehen?

    Das entscheidet die Praxis im Einzelfall anhand aktueller fachlicher Vorgaben.

    Was, wenn ich die Einnahme vergessen habe?

    Sagen Sie es vor Behandlungsbeginn. In bestimmten Fällen ist eine Gabe kurz danach noch möglich — das entscheidet die Praxis.

    Was ist bei Penicillinallergie?

    Es stehen Alternativpräparate zur Verfügung. Nennen Sie Ihre Allergie unaufgefordert, damit die Praxis entsprechend planen kann.

    Warum wurde die Empfehlung eingeschränkt?

    Fachliche Empfehlungen werden regelmäßig überprüft und angepasst. Maßgeblich ist immer der aktuelle Stand, den Ihre kardiologisch behandelnde Stelle kennt.

    Was schützt mich besser als das Antibiotikum?

    Eine dauerhaft gute Mundhygiene ist bei Herzerkrankungen in jedem Fall wichtig.

    Brauche ich den Ausweis auch bei einer Kontrolle?

    Ja. Bringen Sie ihn zu jedem Termin mit. Es kann sich kurzfristig ergeben, dass doch am Zahnfleisch gearbeitet werden muss.

    Gilt das auch im Notdienst?

    Gerade dort. Weisen Sie sofort auf Ihre Herzerkrankung hin und legen Sie den Ausweis vor — er ist die schnellste verfügbare Information.

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    Fachlich geprüft durch: Zahntechnikermeister Uwe Landsberger

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