Digitales Röntgen – geringe Strahlung, viele Vorteile

In der Zahnmedizin spielen Röntgenaufnahmen eine unersetzliche Rolle. Ohne Röntgenbilder der entsprechenden Bereiche könnten Zahnärzte verborgene Kariesherde, Parodontitis oder tiefe Zahnfrakturen nicht diagnostizieren. Auch das Setzen von Implantaten muss anhand von Röntgenaufnahmen geplant werden. Digitales Röntgen ersetzt inzwischen in vielen Zahnarztpraxen die herkömmliche Bildgebung und hat unschlagbare Vorteile.

Was ist digitales Röntgen?

Das Röntgenbild wird nicht wie früher auf einem Röntgenfilm belichtet, sondern – je nach Technik – auf einer speziellen Speicherfolie oder einem Sensor aufgenommen. Da die Folie sehr empfindlich ist, wird bis zu 90 % weniger Strahlung für eine Aufnahme verwendet. Das digitale Röntgenbild muss nicht entwickelt werden, sondern wird mit einem digitalen Bildsystem sichtbar gemacht und kann als Datensatz entsprechend einfach gespeichert und weitergegeben werden. Bei digitalen Röntgenaufnahmen mit Sensortechnik wird das Bild direkt in ein Programm eingelesen und kann sofort auf einem Computer angezeigt werden.

Wer erfand das Röntgen?

Der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 durch Zufall eine unsichtbare Strahlung, mit der das Innere eines Körpers betrachtet werden kann. Diese Strahlung, die später nach ihm benannt wurde, bezeichnete er zunächst als "X-Strahlen". Eine erste Aufnahme zeigte die Hand seiner Ehefrau, in der deutlich die Knochen und der Ehering zu sehen waren. Die auf Dauer tödlichen Nebenwirkungen der Röntgenstrahlen waren damals noch nicht bekannt. Im Laufe der Zeit konnte die Strahlenbelastung aber immer weiter gesenkt werden, wobei die Aufnahmen immer detailreicher wurden. Wilhelm Conrad Röntgen erhielt 1901 für seine Entdeckung den ersten Nobelpreis für Physik. Seine bahnbrechende Entdeckung führte unter anderem auch zur Entdeckung der Radioaktivität. Der wichtigste Einsatzbereich der Röntgenstrahlen ist jedoch bis heute die medizinische Diagnostik. Auch die Computertomografie gehört zu den bildgebenden Verfahren auf der Basis von Röntgenstrahlen. 

Wie funktioniert Röntgen?

Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen, die in einer Röntgenröhre erzeugt werden und über einen Tubus auf die zu untersuchende Körperregion geleitet werden. Die Strahlen sind in der Lage, den menschlichen Körper zu durchdringen. Die Strahlung trifft beim herkömmlichen Röntgen hinter dem durchleuchteten Körper auf einem Film, beim digitalen Röntgen auf eine Speicherfolie oder einen Sensor. Die Röntgenstrahlung wird von den verschiedenen Gewebeteilen im Körper – also Knochen, Organen oder Hohlräumen – unterschiedlich stark verändert. Deshalb sind Knochen auf einem Röntgenbild hell, weil sie aufgrund ihres dichten Gewebes wenig Strahlen durchlassen. Die Lunge oder das Herz sind auf dem Bild dunkler dargestellt, da ihr Gewebe weniger dicht ist. Für die Abbildung schlecht darstellbarer Körperregionen wird Patienten daher zur Verstärkung gegebenenfalls ein Kontrastmittel verabreicht. 

Warum ist Röntgen gefährlich?

Die spezielle Form der elektromagnetischen Wellen in der Röntgenstrahlung ist sehr energiereich und in der Lage, chemische Bindungen aufzubrechen. Wenn der Körper beim Röntgen der Strahlung ausgesetzt wird, geht ein kleiner Teil der Strahlung auf den Körper über. Zellen und Erbsubstanz können Schaden nehmen; das kann wiederum zu Krebserkrankungen führen. Wieviel Strahlung nötig ist, um Schäden dieser Art zu verursachen, ist selbst unter Experten umstritten. Körpereigene Reparaturmechanismen sind in der Lage, 99,9 % der DNA Schäden zu beseitigen. Durch gute Schutzmaßnahmen beim Röntgen und die relativ geringe Strahlenbelastung durch die modernen Geräte überwiegt der medizinische Nutzen deutlich die Restrisiken. Ein Röntgenpass ist empfehlenswert, um den Überblick zu behalten, unnötige Wiederholungen von Untersuchungen zu vermeiden und die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten.

Ist Röntgen in der Schwangerschaft bedenklich?

Nach Möglichkeit wird eine Röntgenuntersuchung unbedingt vermieden, so lange eine Schwangerschaft besteht. Ungeborenes Leben ist besonders im Frühstadium (Organbildung) der Schwangerschaft besonders empfindlich. Trotzdem kann die medizinische Notwendigkeit zwingend gegeben sein, eine Röntgenaufnahme zur Diagnostik erstellen. Bei zahnärztlichen Untersuchungen wird in erster Linie der Bereich geröntgt, der weit von der Gebärmutter entfernt liegt. Als Schutzmaßnahmen für die übrigen Körperbereiche werden Dental- oder Strahlenschutzschürzen verwendet, die von den Röntgenstrahlen nicht durchdrungen werden können. Die Räumlichkeiten, in den das Röntgen stattfindet, sind speziell gesichert durch abschirmende Materialien. Der behandelnde Zahnarzt hat eine Aufklärungspflicht und muss schwangere Frauen ausführlich aufklären, warum eine Röntgenaufnahme unumgänglich ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben können.

Warum digitales Röntgen beim Zahnarzt?

Zahnerkrankungen oder Zahnfleischerkrankungen beschränken sich nicht immer auf den äußerlich sichtbaren Teil. Karies kann sich tief in den Zahn ausweiten, ohne dass es bei einer reinen Sichtuntersuchung auffallen würde. Eine Parodontitis und abgestorbene oder gebrochene Zähne sind ohne Röntgenbilder nicht vollständig zu diagnostizieren. Zahnersatz wie Implantate, die im Kieferknochen verschraubt werden, könnten ohne vorheriges Röntgen nicht geplant werden. Nach Wurzelkanalbehandlungen und Wurzelspitzenresektionen muss der Zahnarzt den Erfolg der Behandlung mittels Röntgendiagnostik prüfen.  

Warum ist digitales Röntgen besser?

Warum ist digitales Röntgen besser?

Es gibt große Vorteile der digitalen Röntgenuntersuchung gegenüber der analogen Röntgenvariante:

  • empfindliche Bildspeicherfolien und Sensoren benötigen deutlich weniger Röntgenstrahlung, um hochauflösende Bilder wiedergeben zu können
  • digital erstellte Röntgenbilder müssen nicht in der Dunkelkammer entwickelt werden (weniger Umweltbelastung durch schädliche Chemikalien)
  • digitale Röntgenaufnahmen können nachbearbeitet werden, um Kontraste zu erhöhen oder die Darstellung bestimmter Bereiche zu verbessern (keine Wiederholung schlechter Aufnahmen nötig)
  • unkomplizierte Weitergabe der Bilder per elektronischem Datenversand oder auf Speichermedien wie USB Sticks, CD, etc. 
  • die gesetzliche Konstanzprüfung (Qualitätssicherung und Überprüfung von Strahlenbelastung und Bildwiedergabe) kann einfacher durchgeführt werden
  • zur Betrachtung der Bilder ist kein Leuchtkasten nötig, ein PC Bildschirm ist ausreichend

Fazit:

Ohne Durchblick geht es nicht. Digitale Röntgenverfahren belasten den menschlichen Körper mit nur einem Zehntel der Strahlen wie das analoge Röntgen. Weil keine Chemikalien zur Bildentwicklung nötig sind, wird auch die Umwelt geschont. Bilder können in kürzester Zeit ausgewertet und bearbeitet werden, um gewisse Bereiche besser darzustellen oder hervorzuheben. Die einfache und praktische Weitergabe der Bilddaten an den Patienten oder andere Ärzte sind weitere entscheidende Vorteile dieser Technik.